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Kurbelwellenspiel Lanz D1616

Alles über Lanz-Bulldog, Halb- und Volldiesel. Beiträge ab 2010.

Kurbelwellenspiel Lanz D1616

Beitragvon mungs » 02.03.2014, 17:28

Hallo liebe Lanzfreunde,

wir haben ein großes Problem bei unserem 16er Lanz, der nach einer Kurbelwellenüberholung nicht mehr richtig laufen will und sind mit unserem Latein am Ende.
Kann uns jemand sagen, wie sich ein zu enges Kurbelwellenlagerspiel im Laufbetrieb auswirkt?

Nachdem wir die Kurbelwelle in einen Fachbetrieb haben nachschleifen lassen, inkl. neuen Pleuellager,
haben wir die Kurbelwelle mit neuen Kurbelwellenlagern eingebaut. Die Ölpumpe ist überholt worden, der Kolben ist aber noch der alte.
Da der rechte Lagersitz etwas verschlissen war, haben wir die rechte Lagerschale, an der das achsiale Spiel der Kurbelwelle einzustellen ist, einkleben müssen.
Dabei haben wir der Kurbelwelle 0,2mm achsiales Spiel gelassen.
Bei der 1. Inbetriebnahme des Bulldogs hat sich nach kurzer Zeit ein Schwergehen des Motors gezeigt.
Nach der Suche des Problems haben wir festgestellt, das die Kurbelwelle kein achsiales Spiel mehr hatte (Messuhr). So wie der Motor abgekühlt war, war er wieder leichtgängig und frei.
Den Vorgang haben wir mehrfach wiederholt, mit immer dem selben ergebnis: kalt leichtgängig, warm schwer.

Nach langen Überlegen haben wir der linken Lagerseite dem äußeren Lagerring um 0,2mm gekürzt, sodass der Kurbelwelle mehr Spiel von insgesamt 0,4mm gegeben war. (linke Seite verändert weil rechtes Lager Lagerring verklebt und fest)
Bei erneutem Startversuch lief der Motor zunächst spürbar leichter als zuvor, jedoch nach kurzer Zeit stellte sich das selbe Problem, das Schwergehen des Motors, erneut ein. Kurbelwellenspiel war bei warmen Motor komplett nicht mehr vorhanden. Schwungscheibe dreht sich dann etwas schwerer, nach Abkühlung aber wieder etwas leichter.
(Achsiales Spiel der Kurbelwelle im kalten Zustand mit Messuhr gemessen bis 0,45mm!!)

Es wäre super wenn von euch jemand eine Idee zu dem Problem hätte oder uns Hilfestellung geben könnte.

PS. es handelt sich um einen kurzen 16er der ersten Baureihe Bj. 1955


Danke euch im Vorraus

mit freundlichem Gruß

Hartmut Ulrich
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Re: Kurbelwellenspiel Lanz D1616

Beitragvon Jerry » 02.03.2014, 18:50

Moin,

du schreibst dass der Kolben alt geblieben ist, die Ringe auch?
Falls die Kolbenringe erneuert wurden, wieviel Spaltmaß haben
sie am Stoss?
Ob die KW Lager warm schwergängig sind, kannst du nur mit
demontiertem Pleuel feststellen, was aber schwer machbar ist.
Evtl. suchst du an der falschen Stelle...
Gruß

Christian
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Re: Kurbelwellenspiel Lanz D1616

Beitragvon Rohoelzuender » 02.03.2014, 21:31

Hallo,

Das hört sich für mich jetzt erstmal nach "kaputtrepariert" an. Was wurde wo eingeklebt? Wo ist denn bei diesen Motoren rechts außen eine Lagerschale? Da sind doch Rollenlager auf die Welle gepreßt.Wenn ein Lagersitz verschlissen ist und die Welle in einem Fachbetrieb war, hätten die das ja reparieren können, inklusive aufpressen der neuen Lager. Nachdem die Kurbelwelle eingebaut ist gleicht man mit Beilegescheiben das axiale Kurbelwellenspiel aus. Spiel nach Werkstatthandbuch. Hat bei unserem 17 er wunderbar geklappt.

Das die Welle in warmen Zustand kein Spiel mehr hat hat nichts mit dem Pleuellager zu tun und auch nicht mit dem Kolben. Es kann aber sein, dass das Schwergehen des Motors mit dem Pleuellager zu tun hat. Trotz nicht mehr fühlbarem Spiel an der Welle heißt das nicht automatisch, dass sich der Motor deswegen schwer dreht.

Motor warm laufen lassen und dann blitzartig das Pleuel abschrauben und Motor durchdrehen. Wenn´s dann immer noch schwer geht liegt´s am falschen axialen Spiel der Welle. Flinke Finger sind dabei gefragt, bevor der Motor wieder kalt ist... :lol:

Alternativ, eine gute gebrauchte Welle samt Pleuel. Das mit dem angeklebten Lagersitz (oder was auch immer damit gemeint ist) hört sich nicht gut an.

Gruß Gordon
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Re: Kurbelwellenspiel Lanz D1616

Beitragvon Lanzandi » 03.03.2014, 09:44

Wo euer Fehler liegt erschließt sich mir nicht ganz.
Der eingelaufene Lagersitz ist leider recht häufig ! Besser wäre hier natürlich ein Intaktes Kurbelgehäuse oder eben ein Übermasslager zu verwenden. Die Lager hat es damals von Lanz gegeben. Ich weiss leider nicht ob es die immer noch gibt. Beim HN Halbdiesel ( 28-3606 ) gibt es das immer noch ! Da würde ich mal Lars Dreyer etc... ansprechen.
Einkleben ist da keine gute Lösung!

Wie Christian schon gefragt hat, kann natürlich auch der Kolben / bzw die Kolbenringe eine Ursache sein. Sind neue verbaut worden ? Passen höhe und Spaltmaß der Ringe ? Bei den Händlern sind verschiedene Ausführungen im Umlauf. Die symptome sprechen für einen solchen Fehler. An der Kurbelwelle kann es bei über 4/10 Spiel nicht liegen. Das ist schon viel zu viel !
Pleullager ist auch eine Möglichkeit ! Hat der "Fachbetrieb" korrekt geschliffen ? Was für ein Lager ist verbaut worden? Ich würde als erstes hier suchen. Also Lagerschale demontieren, schauen ob wirklich alles ok ist.
Wer hat den Öler den überholt ? Ist das Teil tatsächlich ok ??

Zum Schluss: @ Gordon: Einfach mal ruhig sein !
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Re: Kurbelwellenspiel Lanz D1616

Beitragvon Philipp Hügel » 03.03.2014, 13:25

Hallo,

merkwürdig ist natürlich, dass die Kurbelwelle kein Spiel mehr zu haben scheint, wenn der Motor festgeht. Ich tippe aber (wie die qualifizierten unter den Vorrednern) auch eher darauf, dass du an der falschen Stelle suchst. Vielleicht geht das Pleuellager (ist ja neu - vielleicht zu stramm?) fest oder der Kolben (Kolbenring-Stoßmaß?). Ich empfehle dringend nicht mehr viel rumzuprobieren oder gar den Motor richtig festgehen lassen sondern ihn zu zerlegen! Wahrscheinlich haben die bisherigen Experimente ohnehin schon Spuren hinterlassen und man sieht woran es gelegen hat. Vielleicht ist auch irgendwas nicht winkelig gebohrt? Pleuellager zu eng oder Winkelfehler? Was wurde denn noch gemacht? Kolbenbolzen?

Das Kurbelwellenlager kann man übrigens auch von der linken Seite einstellen. Man muss dann eben den gesamten Regler-/Hauptlagerdeckel mit Beilagscheiben/Papierdichtung unterlegen. Die späteren Motoren hatten das serienmäßig so, weil dir rechte Seite (wie bei dir) immer eingelaufen ist (Struktur zu schwach). Ich habe noch keinen Motor aufgemacht, der auf der rechten Seite nix hatte. Ich habe das Lager bei einem Bulldog auch links einstellen müssen, weil ich Kurbelwelle und Hauptlagerdeckel getauscht habe und das nicht sonst nicht gepasst hätte. Das mit dem steiferen Kurbelgehäuse hatte ich schonmal in einem Beitrag geschrieben. Hier die Kundendienst-Nachricht. Es muss dann natürlich der Rädertrieb vom Regler neu ausgerichtet werden!

LANZ Kundendienst-Nachrichten hat geschrieben:Nachfolgende Maschinen sind mit dem neuen Kurbelgehäuse ausgerüstet:

Bei D 1616 ab Maschine Nr. 166 683 laufend
Bei D 2016 [...] ab Maschine [Nr.] 285 243 laufend [...]
Bei D 2416 ab Maschine Nr. 561 387 laufend [...]
Bei D 2816 ab Maschine Nr. 335 248 laufend.


Besser als das Lager einzukleben ist aber natürlich, wie Andi schreibt, das Übermaßlager oder ein Kurbelgehäusetausch (vielleicht sogar die neue Ausführung?). Zu viel Spiel an den Hauptlagern macht die Sache aber sicher nicht besser...

Viele Grüße und viel Erfolg
Philipp
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Re: Kurbelwellenspiel Lanz D1616

Beitragvon Rohoelzuender » 04.03.2014, 06:58

Lanzandi, was willst Du Pfeiffe denn jetzt?

Du Schlaumeier erkläre mir mal, warum eine Welle mit, wie Du schreibst, viel zu viel Spiel (4/10mm), nach dem Warmlaufen des Motors kein Spiel mehr hat...
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Re: Kurbelwellenspiel Lanz D1616

Beitragvon Lanzandi » 04.03.2014, 09:58

Lieber Gordon,
Gerne wiederhole ich es nochmal. " Einfach mal ruhig sein " ! ;)
Die Antwort auf deine Frage ist vorstehend schon zu finden. Ebenfalls hat Philipp eine tolle Kundendienst Mitteilung angehängt. ( Super !! )
Lanzandi
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Re: Kurbelwellenspiel Lanz D1616

Beitragvon Socke » 04.03.2014, 13:20

Eigentlich hörst Du das, wenn die Lager zu enges Spiel haben, bzw. genauer gesagt, auf Vorspannung kommen, der Motor läuft dann deutlich härter. Ich würde auch nach dem Pleullager schauen.
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Re: Kurbelwellenspiel Lanz D1616

Beitragvon Treckerhannes63 » 04.03.2014, 14:14

Hallo Philipp,

danke für die Kundendienstinfo.

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Re: Kurbelwellenspiel Lanz D1616

Beitragvon Kai » 04.03.2014, 22:54

Hallo Hartmut,

ich möchte auch mal den Schlaumeier spielen, und schreiben was mir noch dazu einfällt.
1.Überprüfen ob tatsächlich die Ölpumpe an alle Schmierstellen fördert.
2. Es muss nicht nur am Pleuellager liegen, es kann auch der Kolbenbolzen klemmen bzw. fressen
3. Überprüfen ob der Kolben richtig herum eingebaut wurde.
4. Lima und Ventilator evtl. Mähwerksantrieb und Hydraulikpumpe auf Leichtgängigkeit überprüfen.
5. Kupplung falsch eingestellt

Leider erklärt das nicht warum beim festgehen kein Axialspiel der KW messbar ist.
Oder Frage: Wenn sich der Kolbenbolzen so verklemmt, dass sich das Pleuel nicht mehr bewegen läst, kann dadurch die KW in axialer Richtung so festgehalten werden, dass nichts mehr messbar ist???

Gruß Kai
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Re: Kurbelwellenspiel Lanz D1616

Beitragvon Rohoelzuender » 05.03.2014, 08:15

Hallo,

Ich erdreiste mir einmal als nicht anonymer Schreiber zur letzten Frage eine Stellungnahme:

Die Idee finde ich prinzipiell erst einmal gut. Nun habe ich den Autor dieses Themas aber so verstanden, als sei der Kolben noch original. Für mich bedeutet das, dass auch an Pleuelauge, Pleuelbuchse, Kolbenbolzen und Kolbenbohrung nichts verändert wurde. Wenn daran nichts verändert wurde, warum sollte der Motor dann nachher genau deswegen schwergängig werden? Selbst wenn das Konstrukt am Kolben festgehen sollte, könnte man die Kurbelwelle immer noch um einige Zehntel hin und herschieben. Das Pleuellager hat zu den Kurbelwangen auch etwas Luft.

Meine bescheidene Meinung dazu.

Gruß Gordon
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Re: Kurbelwellenspiel Lanz D1616

Beitragvon GuidoKri » 05.03.2014, 11:58

Hallo !

...pumpe doch wenn der Lanz läuft immer wieder mal Öl per Hand (Vorpumphebel) vor. Nicht zu zaghaft, ruhig alle paar Sekunden mal 5 Hübe. Ordentlich Öl geben...
-> Veränderung beobachten
Ich vermute auch, dass das neue Pleuellager zu stramm zwischen den Kurbelwangen eingepasst ist. Schiefes Pleuel und krumme Kurbelwelle sollten natürlich auszuschließen sein !
Stoßmaß der Kolbenringe nicht zu klein wählen.

Gruß Guido
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Re: Kurbelwellenspiel Lanz D1616

Beitragvon GTfan » 05.03.2014, 13:46

Rohoelzuender hat geschrieben:Hallo,

Ich erdreiste mir einmal als nicht anonymer Schreiber zur letzten Frage eine Stellungnahme:
[...]
Selbst wenn das Konstrukt am Kolben festgehen sollte, könnte man die Kurbelwelle immer noch um einige Zehntel hin und herschieben. Das Pleuellager hat zu den Kurbelwangen auch etwas Luft.

Meine bescheidene Meinung dazu.

Gruß Gordon

Deine "bescheidene" Meinung vertrittst du aber verdammt offensiv...

Rohoelzuender hat geschrieben:Lanzandi, was willst Du Pfeiffe denn jetzt?

Du Schlaumeier erkläre mir mal, warum eine Welle mit, wie Du schreibst, viel zu viel Spiel (4/10mm), nach dem Warmlaufen des Motors kein Spiel mehr hat...


Und ja, es lässt sich erklären, wieso eine Kurbelwelle mit Axialspiel sich nicht mehr axial bewegen lässt, wenn das Pleuellager festgegangen ist. Du selbst gibst doch schon einen Hinweis (siehe fettgedruckte Zeile), du müsstest nur mal zuende denken und nicht vor Wut schäumen. Guido nennt es auch, Kai führt es auf das andere Ende des Pleuels (Kolbenbolzen) zurück.
Wenn das Pleuellager auf dem Kurbelzapfen fest geht, kannst du auch eine Kurbelwelle mit weiterhin vorhandenem Axialspiel nicht mehr axial bewegen. Da du dann ja das ganze Pleuel mit seitlich verschieben müsstest. Das Spiel auf dem Kolbenbolzen zwischen Kolben und Pleuel dürfte dann auch nicht reichen, um den Verschub des Pleuels zuzulassen.
Ich kenne es vom großen Glühkopf eines Freundes, nachdem er neue Kolbenringe gekriegt hat. Wenn der Motor warm wurde, ging er in unregelmäßigen Abständen fest. Rätsels Lösung: Falsch verteilte Distanzplättchen zwischen den beiden Pleuellagerschalen. Sie waren beim Wiedereinbau nicht exakt in der Verteilung eingebaut worden wie ursprünglich, sondern gleichmäßig verteilt. Das führte zu einem Festgehen des Pleuellagers, ohne dass an der Kurbelwelle und am Pleuellager auch nur mechanische Arbeiten erledigt wurden. Einzig eine leicht fehlerhafte Montage war die Ursache...

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Re: Kurbelwellenspiel Lanz D1616

Beitragvon Rohoelzuender » 08.03.2014, 11:28

Hallo,

Das "Festgehen" des von Dir beschriebenen Motors Fabian hängt also eindeutig nicht vom wechseln der Kolbenringe ab. Wundert mich das Du dieses jetzt hier anführst. Das "Festgehen" hängt, wie Du richtig bennenst, mit dem falschen Pleuellagerspiel zusammen. Das habe ich weiter oben auch niemals ausgeschlossen.

Jetzt hat "mungs" denke ich einige Lösungsvorschläge oder zumindest Ideen erhalten und es wäre schön, wenn man mal wieder etwas von Ihm zu hören bekommt. Problem schon gelöst? Woran hat´s gelegen?

Ich bleibe allerdings bei meiner Aussage, dass eine gute gebrauchte Kurbelwelle mit neuen und vor allem korrekt montierten Kurbelwellenlagern beser ist, als auf einer defekten Kurbelwelle irgendwelche Lagerungsteile anzukleben.

Gruß Gordon
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