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D1206 Bj.1958 richtige Einspritzdüse

Alles über Lanz-Bulldog, Halb- und Volldiesel. Beiträge ab 2010.

D1206 Bj.1958 richtige Einspritzdüse

Beitragvon EZTU » 26.07.2020, 16:37

Hallo, ich falle mal mit der Tür ins Haus und stelle meine Frage, weiter hinten stelle ich mich vor und beschreibe das Projekt, weil das evtl. nicht alle Forenbesucher lesen möchten.

Ein D1206 von 1958 soll wiederbelebt werden. Die Düse des Treckers wurde ausgeliehen und kam nicht zurück. Es ist der neuere Kopf mit dem Flammschutzplättchen unter der Düse.
Gordon Jenner beschreibt ja bei seiner Restauration auf Seite 37 die verschiedenen Düsentypen (Vielen Dank an Oskar für den Hinweis im Forum, über Suche bin ich da nicht hin gekommen).

Die Düse wurde vom Besitzer neu dazu gekauft (Bild der gekauften Düse hängt dran). Ist meiner Ansicht nach die ältere Düse die direkt im Kopf, ohne Plättchen dazwischen, abdichten soll.

Gorden Jenner schrieb dass man beide Düsen im neueren Kopf nutzen kann. Auf seinen Bildern habe beide Düsentypen außen herum einen tieferen Rand, der sieht aber aus als sei er nur aus Blech, gab es Hülsen dafür?

Hat schon mal jemand die alte Düse umgebaut, aber die Überwurfmutter zum festhalten der Düse reicht ja nicht weit genug runter, um am Dichtring zum Kopf abzudichten. Könnte man eine Hülse drehen, die den Zweck erfüllt

1. Bild unserer Düse
15957680517293.jpg

2. Bild unser Zylinderkopf
15957680769474.jpg

3. Bild alte Version der Düse, aber mit Hülse drüber zum Abdichten am Plättchen
file.jpg
file.jpg (24.11 KiB) 1893-mal betrachtet


Ich komme aus dem Hzgt. Lauenburg ( Schlesig-Holstein) schraube über die Jahre so ziemlich alles, aber eigentlich keine Landmaschienentechnik und jetzt an dem Bulli des Bekannten, der Enkel freut sich drauf!
Ich lese schon seitTagen hier und auf Oskars Seiten und habe mir dadurch ein gutes Bild machen können.
Trecker ist in zweiter Hand, seit 1993 stillgelegt (TÜV abgelaufen)aber zugelassen, und stand ineiner Betongarage ohne Wasser von oben.
Dieseltank, Dieselfilter, Öltank, Luftfilter sind gereinigt und von Rost, Schlamm und Rückständen befreit. Steckpumpe ist vom Fachbetrieb überholt worden und das Reglergehäuse hat Öl.
Zylinder wurde vor Stillegung in Lübeck gehont und lief danach schon wieder. Nut in Zylinderwandung wurde hoffentlich gesäubert war ein Motoreninstandsetzer.
Loch über Auspuffkrümmer ist frei, aber Hülse weg und Gewinde steckt im Kopf. Mal sehen ob das mit Linkasausdreher klappt ist ja M10x1.
Ölleitungen zu den Lagern sind noch am Motor, werden noch gespült und dann wieder entlüftet.
Es fehlt noch die kürzere Feder( ca. 30mm) zwischen Reglergehäuse und der Feder zwischen Ölpumpe und Regelstange am Pumpenelement. Ich hoffe in einem Sortiment von 200 Federn wird was dabei sein. Laut Ersatzteilliste wurde das Röhrchen über dem Auspuffkrümmer in einen Sammelbehälter geleitet. Gab es den in Wirklchkeit? Gordon Jenner schrieb es geht ins Freie!
Gruß Dirk aus dem "Herzogtum"
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Re: D1206 Bj.1958 richtige Einspritzdüse

Beitragvon Neimanns_Knut » 27.07.2020, 07:46

Moin,

für die Alldogs und den D 1306 geht nach den allgemeinen Reparaturanleitungen das Röhrchen in die Natur und für die D 1106 und D 1206 von unten in einen Abscheidebehälter.

MfG
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Re: D1206 Bj.1958 richtige Einspritzdüse

Beitragvon GTfan » 27.07.2020, 11:47

Wobei im Zuge von Motoreninstandsetzungen oder gar eines Motortauschs oftmals auch beim Alldog Abscheidebehälter eingebaut wurden. Bei den "Standardschleppern" kann dies unabhängig von der Version des Motors und seinem technischen Stand aufgrund der zeitgenössischen Generalüberholungen natürlich auch nachgerüstet werden.

MfG
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Re: D1206 Bj.1958 richtige Einspritzdüse

Beitragvon bulli1706 » 28.07.2020, 07:08

Hallo Dirk.
Deine neue Einspritzdüse sieht eher wie die alte Ausführung aus.
Deshalb zeig ich Dir hier links die alte Ausführung und rechts die ab 1956.
Die Zylinderköpfe sind entsprechend anders ausgeführt.
Nach Lanz Anweisung an seine Kundendienstmonteure kann der Zylinderkopf für die Nutzung des Wärmeschutzplättchens umgearbeitet werden.
Dazu wird die untere Düsenbohrung tiefer und wie auf dem Bild rechts ausgefräst.
Eine wie von Dir angeregte Hülse drückt das Wärmeschutzplättchen auf seinen Sitz am Bohrungsboden wie auf der rechten Zeichnung.
Gruß Oskar
Dateianhänge
p03.jpg
Einspritzdüse vom Lanz-TWN-Dieselmotor, links alte, mittig neue Ausführung, rechts alte Düse in neuem Zylinderkopf.
Zuletzt geändert von bulli1706 am 30.07.2020, 21:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: D1206 Bj.1958 richtige Einspritzdüse

Beitragvon EZTU » 29.07.2020, 22:39

Hallo Oskar,
die technische Zeichnungen Bild 1+2 kannte ich schon, sind die von Dir oder hast Du die aus Unterlagen von Lanz?
Die Änderung 2020 kannt ich noch nicht, aber genau so hatte ich mir das gedacht. Wäre dann Mittel der Wahl, wenn wir die richtige Überwurfmutter nicht bekommen.
Als nächstes muss der Käufer der Düse mal gucken was "geht", ob der Verkäufer die richtige Überwurfmutter liefern kann.
Die richtige Überwurfmutter würde dann am Stahlplättchen abdichten, sie heißt KCA 30 SD 2/13
oder KCA 30 SD 2/4. Die jetzt montiert heißt KCA 13 SD 2/13 das deutet darauf hin dass sie wohl 17mm zu kurz ist.
Womit man dann die Länge der Hülse hat. Ich werde bericht.
Osakar hast Du die Zeichnung mit Version der 2020 vervollständig??
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Re: D1206 Bj.1958 richtige Einspritzdüse

Beitragvon EZTU » 29.07.2020, 22:44

Hallo Knut, hallo GTFan,
an dem Behälter soll laut Ersatzteilliste noch ein 50 cm langer Schlauch ran, wurde der zur Belüftung angeschlossen und dann ggf. irgendwo in den Ansaugtrakt gesteckt? Ich finde da kein Röhrchen was noch frei wäre.
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Re: D1206 Bj.1958 richtige Einspritzdüse

Beitragvon bulli1706 » 30.07.2020, 21:34

Hallo Dirk.
Die Zeichnungen stammen ursprünglich aus den Anweisungen für Lanz-Werks-Kundendienstmonteure.
Ich hab sie nach und nach verändert, um meine Beschreibung deutlicher zu machen.
Die Zeichnung von 2020 hab ich gemacht, damit Du sehen kannst, worauf es ankommt.
Wichtig ist, dass die Einspritzdüse nicht irgendwie im Zylinderkopf hängt, sondern fest und gegen Verbrennungsgase abgedichtet auf ihrem Sitz.
Dabei umschließt das Wärmeschutzplättchen die Düsennase mit den 5 Spritzlöchern absolut spaltfrei und drückt die Hülse gleichzeitig das Wärmeschutzplättchen auch am Außenrand fest auf seinen Sitz.
Die Düsenbohrung im Zylinderkopf muss ganz unten am Sitz vom Wärmeschutzplättchen absolut sauber und plan sein, damit keine Verbrennungsgase durch einen Spalt an die Düse gelangen können.
Damit diese Bedingungen zweifelsfrei hergestellt werden können, solltest Du die Düse in den abmontierten Zylinderkopf schrauben.
Gruß Oskar
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Re: D1206 Bj.1958 richtige Einspritzdüse

Beitragvon EZTU » 15.08.2020, 22:01

So, ich habe seit heute die richtige Überwurfmutter, leider hat der Landmaschinenhandel die nicht montiert.
Ich habe mich getraut die nicht passende neue Düse zu demontieren und werde die Düse "schwimmend" mit Diesel neu montieren. Ich denke Abdrücken wäre dann auch irgendwann noch mal fällig.
Frage:
Das alte Gewinde zwischen Düsenhalter und Überwurf ohne Mutter war mit Dichtmittel montiert, ist das so vorgesehen?
Im Internet werden Düsen für Unimog und Mercedes /8 ohne zusätzliche Abdichtung montiert.
Kennt sich da jemand aus?
Hier ein Foto der Überwurfmutter und der "Innerein".

15975196361081.jpg
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Re: D1206 Bj.1958 richtige Einspritzdüse

Beitragvon EZTU » 29.08.2020, 20:55

Zwischenbericht:
Motor ist heute angesprungen, aber musste mit Bremsenreiniger "überredet" werden.
Anfangs kein Leerlauf und mit Handgas sägte er deutlich. Dann Leerlauf am Regler höher eingestellt und jetzt läuft er erstaunlich ruhig im Leerlauf und springt ohne Hilfe von Bremsenreiniger an! Bei der ersten Probefahrt habe ich noch manuell geölt. Dadurch das eine Hohlschraube am Öler nicht ausreichend fest angezogen war konnte man auch erkennen das der Öler Öl raus drückt, also grundsätzlich funktioniert, jetzt werde ich noch eine Zeit lang auf den Ölaustritt am Krümmerröhrchen achten, bis ich sicher bin dass die Schmierung zuverlässig arbeitet.
Vielen Dank an Oskar Sellschopp auf dessen Homepage die Technik des kleinen Lanz im Detail beschrieben ist und an Gordon Jenner der mit Tipps und Kleinmaterial geholfen hat und in dessen Restaurierungsbericht auch viel über den Lanz 12 zu erfahren ist. Ohne diese Infos hätte ich es schwer gehabt und wohl auch Lehrgeld bezahlen müssen!

Jetzt wartet das nächste Problem, die Lichtmaschine lädt nicht. Ich habe schon irgendwo gelesen dass das fast normal ist und man ein Kabel an Plus oder Masse halten soll, um sie wieder auf zu magnetisieren. Mal sehen ob ich das wieder finde, sonst melde ich mich noch mal.
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Re: D1206 Bj.1958 richtige Einspritzdüse

Beitragvon EZTU » 17.10.2020, 21:37

Hallo, mal ein Statusbericht für Interessierte.
Motor verliert zu viel Öl evtl.am Kurbelwellensimmering hinten und/oder durch den undichten Auspuffkrümmer.
Kupplungsausrückhebel hat links und rechts keine Buchsen in der Kupplungsglocke, Mitnehmerscheibe ist bis auf die Nieten runter. Pilotlager ist fest, weil kein "ZZ" Lager sondern ein offenes und die Hardyscheiben sind hin. Deshalb ist der Motor jetzt draußen, Kupplungsglocke und Schwungrad sind ab. Ich warte auf die Teile.

Vor der Demontage sprang der Motor doch wieder nur mit Startpilot an, wenn er kalt war!
Dann habe ich nochmals die Einspritzdüse überprüft. Sie wurde ja komplett von Delego geliefert, mit 130 Bar Abspritzdruck, aber mit falscher Verschraubung zum Kopf hin mit KBA17 statt mit der richtigen KBA30.
Die Verschraubungen habe ich nur getauscht. Dann hatte die Düse aber nur 100 Bar Abspritzdruck, das habe ich nicht bedacht und auch nicht bemerkt. Als ich die Düse mit 1,55mm Einstellplättchen wieder auf 130 Bar eingestellt hatte sprang der Motor super an und qualmte auch kaum.Die Lichtmaschine hat auf einmal auch wieder geladen, deshalb mache ich jetzt den Rest fertig, dass er soweit in Ordnung ist.
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Re: D1206 Bj.1958 richtige Einspritzdüse

Beitragvon bulli1706 » 18.10.2020, 17:25

Hallo Dirk.
Dein Bericht liest sich richtig gut und macht berechtigte Hoffnung, dass Du den Rest auch hin bekommst und dann viel Spaß mit Deinem Bulli haben kannst.
Wenn die Ölversorgung erst mal richtig funktioniert, hast Du einen startfreudigen, robusten und wartungsfreundlichen Motor.
Weil aber an der Pumpe noch ein Anschluss undicht war, kann Luft eingedrungen sein und solltest Du die Beobachtung an dem Ölstutzen über dem Auslasskrümmer fortsetzen, bis Du ganz sicher bist.
Du kannst Dir erst richtig sicher sein, wenn Du bei laufendem Motor die Hohlschraube am Zylinder gelockert hast und Ölaustritt mit Taschenlampe beobachten kannst und dann das Gleiche mit der Hohlschraube am hinteren Kurbelwellenlager wiederholst.
Im letzteren Fall benutzt Du keine normale Nuss sondern nur eine kleine Haushaltsnuss, um den Anschluss nicht zu gefährden.
Möglicherweise ist das schon geschehen und rührt Dein Ölproblem an dieser Stelle nicht von einem undichten Wellendichtring sondern von einem Riss im Anschluss her.
Schönen Gruß Oskar
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