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Prototypen Reaktivierung

Restaurationsberichte von euren Maschinen

Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 24.12.2016, 14:15

Nun wurde mit der Detaillierung des Schleppers begonnen...
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 24.12.2016, 14:18

...ein Blick nach unten und der Fahrer ist gut informiert...
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 24.12.2016, 14:21

...auch ohne Vorderradkotflügel muss mann wissen, wie hoch der Luftdruck in den Vorderreifen sein soll(te)...
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 24.12.2016, 14:22

...natürlich auch hinten....
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 24.12.2016, 14:29

...aber auch ein schöner Rücken kann entzücken. Den Sitzaufkleber gerade anzubringen ist immer etwas kniffelig. Profis sprühen erst Spüliwasser auf den Lack, kleben den Aufkleber drauf und schieben sich das dann solange hin und her bis es passt. Ist mir aber zu heikel, vor allem bei gefühlten 0 Grad Celsius, geht auch so... 8)

Zwischen den Jahren kommt dann der erste "Roll Out" und der erste Start nach rund 400 Tagen Arbeit mit insgesamt rund 1000 Stunden Aufwand...

Gruß Gordon
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 01.01.2017, 11:19

Frohes Neues und immer eine handbreit Sprit im Tank! :wink:

Endlich ist der Schlepper soweit das ich mich im Januar mal um die ganzen liegengeblieben Kundenaufträge kümmern kann. Sorry für die lange Wartezeit! Ich gelobe Besserung! :oops:

Bevor ich ins Detail gehe und dabei auf einzelne Arbeitsschritte eingehe, erst einmal im neuen Jahr das lang ersehnte Bild vom Schlepper mit aufgesetzter Motorhaube. :) Dabei war gar nicht klar, ob das alles überhaupt so passen wird. Durch den Überschlag im Wald hatte sich ja Motorhaube und Armaturenträger, wo die Motorhaube aufliegt, stark verzogen. Wir haben das dann bestmöglich ausgebeult und dem Armaturenträger größere Bohrungen verpasst und mit Maßband und Wasserwaage so auf den Rumpf geschraubt, dass es möglichst in allen Richtungen gleiche Abstände hat. Unter der Motorhaube hatten die Vorgänger unter dem Haubenscharnier auch schon etliche Bohrungen gesetzt, damit die ramponierten Teile wenigstens halbwegs passen. Passen ist das falsche Wort. Besser gesagt, damit die Motorhaube wenigstens soweit schließt, dass der Fahrer drüber gucken kann. :roll: Bei der ersten Anprobe stellten wir fest, dass die Haube nicht auf dem Haubenauflageband des Armaturenträgers auflag. Das Haubenscharnier musste also um eine Bohrung in Fahrtrichtung nach vorne versetzt werden. Jetzt liegt die Motorhaube etwa bis zur Hälfte auf dem Haubenauflageband. Das ist in Ordnung. Wichtig ist das die Haube rundherum den ungefähr gleichen Abstand zum Armaturenträger hat. Das passt soweit auch ganz gut. Der restliche Spalt wird später mit einem Dichtgummi abgedeckt der an der Motorhaube befestigt wird und sich in geschlossenem Zustand der Haube auf den Armaturenträger legt. Von vorne betrachtet fiel die Motorhaube seitlich aber noch nach in Fahrtrichtung rechts. So schief konnte das natürlich nicht bleiben. Beim hinsehen war der Übeltäter schnell ausgemacht. Die Vorgänger hatten die Bohrungen in dem am Vorderachsträger angebrachten Laschen, an denen das Haubenscharnier befestigt wird, um rund 5 mm unterschiedlich hoch gebohrt. Damit der selbstgebaute Bolzen, 12 er Gewindestange mit aufgeschweisster Mutter auf einer Seite, rein optisch erst einmal gerade sitzt, wurde die in Fahrtrichtung links sitzende Lasche mit der Rundfeile nach unten aufgefeilt. Zwischendurch wurde immer mal wieder mit dem Messschieber nachgemessen, damit man nicht zu tief feilt. Nun konnte die Motorhaube wieder montiert werden. Jetzt war der Bolzen optisch gerade, aber dafür kippte die Motorhaube optisch seitlich nach in Fahrtrichtung links. Schöne Bescherung. :lol: Es hilft nichts. Nun haben wir 13 er Unterlagescheiben entsprechender Stärke aufgetrennt und daraus quasie U- Scheiben gemacht. Die konnten nach dem lösen der Schrauben zwischen Motorhaube und Motorhaubenscharnier geschoben werden, um damit die Differenz zwischen links und rechts auszugleichen. Erst wurde eine Scheibe in Fahrtrichtung links untergelegt. Diese drückte sich dann beim anziehen der Schraube soweit in das zwischen Motorhaube und Scharnier gelegte Gummi, dass sie immer noch nach links schief sass. Schraube wieder lösen, eine zweite U- Scheibe unterlegen. Man sieht und staune, nach dem anziehen fiel die Haube nun ganz leicht nach rechts. Och nö, ne. :kratz: Nun die Schraube auf der rechten Fahrzeugseite gelöst und ebenfalls so eine U- Scheibe untergelegt, angezogen, pass :D t! So ganz 100 Prozent haben wir die Spuren der Jahre nicht getilgt. So hat es die Frontmaske derart erwischt, dass sich linkes und rechtes Haubengitter leicht windschief verzogen haben. Aber das macht ja gerade den besonderen Charme des historischen Kulturgut aus. 8)

Ein kleiner Schritt für die Menschheit, ein sehr großer für mich...
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 01.01.2017, 12:02

Die auf dem "Lanz"- Markt erhältlichen Zahlen für die Motorhaubenfront sind dem Original nicht ansatzweise ähnlich. Im Internet fand ich dann diese schönen Zahlen. In welcher Höhe werden die jetzt aber angebracht? :kratz: Durch vergleichen zahlreicher Prototypenbilder mit Bildern von Serienmaschinen stellte sich schnell heraus, dass die Höhe der Anbringung unterschiedlich ist. Durch vergrößern der Bilder und Messungen konnte die Höhe der Anbringung beim Prototyp relativ genau gefunden werden.
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 01.01.2017, 12:13

Für die Motorhaube fehlen jetzt nur noch die beiden Zahlen 003 auf den Seitenteilen. Die werden wie gewohnt bei einer Autobeschriftungsfirma in Auftrag gegeben. Die groß angebrachte 003 sollte im Versuch bei der Unterscheidung der unterschiedlichen Prototypen Ausführungen helfen. So gab es mit Sicherheit auch eine 001 und eine 002.

Ich hätte die Lasche am Vorderachsträger ja so gerne selber aufgefeilt, aber Irgendjemand muss ja auch das Bild machen... :wink:

Die Zierleiste hat mir mit dem Klarlack nicht so gut gefallen wie in seidenmattem Outfit. Also habe ich den Klarlack der Zierleiste noch einmal mit Silver Chrome übergeduscht. 8)

Gruß Gordon
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Hannes1980 » 01.01.2017, 12:43

Prosit Neujahr!

Ich hoffe mit den "liegengebliebenen Kundenaufträgen" ist meine Motorhaube gemeint, die bereits am23.09.2015 bestellt UND bezahlt wurde?
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 01.01.2017, 12:49

Hallo,

Ja! Auch.... :oops:

Gruß Gordon
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Kai » 04.01.2017, 22:24

Hallo Gordon,

herzlichen Glückwunsch für das gute gelingen.
Es ist ein toller Bulldog geworden und du hast einen Restaurierungsbericht für die "Ewigkeit" geschrieben.
Vor allem die Bilddokumentation ist super.

Mir hat es viel Spaß gemacht fast live dabei zu sein.



Gruß Kai
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Kai » 04.01.2017, 22:45

HPIM0565.JPG
Kramer 1941 Kühleraufbau
Hallo Gordon,

das ist übrigens mein Prototyp von 1941. Seit 16 Jahren überlege ich ob und wie ich ihn restauriere.
Da bist du jetzt deutlich weiter.


Gruß Kai
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 05.01.2017, 15:15

Hallo Kai,

Vielen Dank für Dein Lob! :) Demnächst folgen noch einige Bildbeiträge und wenn dann alles komplett fertig ist soll es auch ein weiteres youtube Video geben. Man hat dann den direkten Vergleich vorher-nacher.

Glückwunsch zum Kramer Prototyp! Bald könnte man ja mal ein neues Buch schreiben mit und über die ganzen Prototypen und Vorserienmaschinen, die in der letzten Zeit aufgetaucht sind. :D Das was man auf dem Bild erkennt sieht so aus, als könne man es ruhigen Gewissens konservieren. Wie ist der technische Zustand?

Wäre schön wenn Du dann auch mal einen kleinen Bericht schreiben könntest, vor allem wo die Unterschiede zum Serien Schlepper bestehen.

Gruß Gordon
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Kai » 06.01.2017, 14:37

Hallo Gordon,

soweit ich das bis jetzt beurteilen kann, ist nur der Motorblock mit Kühleraufbau und der Tank, der deutlich höher ist, anders.
Der Zustand ist bescheiden. An der Hinterachse ist der Differentialkorb gerissen, was vermutlich auch der Grund für die Stilllegung war. Der Zylinderkopf hat einen Frostriss.

Solange man kein Wasser einfüllt ,läuft der Motor. Im laufe der Jahre ist das Vordach des Schuppens unter dem der Kramer stand eingebrochen. Der linke hintere Kotflügel war nun nicht mehr geschützt, so dass da viele Rostlöcher drin sind.

Den Schlepper hatte ich damals spontan gekauft, weil ich das so noch nicht gesehen habe.
Anfang der 2000 Jahre konnte ich mich auf dem Kramertreffen in Gutmadingen mit einem ehemaligen Kramer Mitarbeiter unterhalten, der meinte es wurden mind. 5 dieser Versuchsmuster gebaut.

Mir selbst sind zwei weitere Exemplare bekannt.

Weiterhin habe ich noch festgestellt, dass der Keilriemen für den Lüfter tatsächlich in einer Kramer Ersatzteilliste für den Güldner GW20 Motor gelistet wird.

Der Kühler ist auch identisch mit dem der so genannten Kramer „Eidechse“, ein Versuchsmuster von 1942.

Und zu guter letzt habe ich noch festgestellt, dass in dem Buch von Walter Sack, alle Traktoren von Kramer, auf der Seite 16 ein Bild ist, auf dem (mit einer Lupe, sechster Schlepper von rechts) einer dieser Versuchsschlepper erkennbar ist.

Soweit meine bisherigen Erkenntnisse. Es wird wg. anderer Projekte sicher noch längere Zeit dauern bis ich für die Restauration Zeit finde.

Gruß Kai
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 13.01.2017, 10:23

Hallo,

Gestern haben wir rechtzeitig noch vor dem großen Schneesturm die hydraulische Anlage entlüftet. Öl war ja bereits eingefüllt. Nun tat sich aber auch nach einigen Minuten nichts, die Zylinder bewegten sich nicht. Das konnte eigentlich nur an zwei Dingen liegen. Entweder es war noch Luft in der Hydraulikpumpe oder die Hydraulikpumpe ist kaputt. Die Bedienungsanleitung sagt dazu nichts, außer wie man das alte Öl aus den Hydraulikzylindern ablässt über die Entlüftungsschrauben an den Zylindern und wie hoch der Ölstand dann im Gehäuse sein muss nach dem auffüllen mit neuem Öl. Ein Blick in die Ersatzteilliste brachte dann Klarheit. Dort sind Entlüftungsschrauben an der Pumpe angegeben. Die haben wir nicht ganz rausgedreht sondern nur gelöst. Darunter sitzt je eine Feder und eine Kugel, die nicht verloren gehen dürfen. Nun wurde der Motor gestartet, der Handhebel auf heben gestellt und nach kurzer Zeit quoll das Öl aus den vier Entlüftungsstellen. Motor abgestellt, eine Entlüftungsschraube ganz rausgedreht um den darunter sitzednen Kupferdichtring zu erneuern und dann mit großen Augen festgestellt "Mist! Die Größe ist gar nicht in unserem Sortiment!" Ich bin dann zum gut sortierten Massey Ferguson Händler gefahren, der hatte die. :D Zuhause angekommen wurden die vier Entlüftungsschrauben mit den vier neuen Ringen montiert. Vor dem festziehen sicherheitshalber noch einmal die gleiche Prozedur, Motor laufen lassen, Handhebel auf heben, solange bis das Öl aus den vier Stellen quoll. Unter gleichzeitigem stellen des Hebel auf heben die vier Schrauben festgezogen. Nach etwa 2 Minuten tat sich dann etwas am Zwischenachs- Hydraulikzylinder. Als der ganz ausgefahren war kamen die beiden hinteren auch, aber nur ruckweise nach und nach. Als alle ganz oben waren wurde der Handhebel auf senken gestellt und dann mit Muskelkraft die Hydraulikzylinder nach unten gedrückt. Es hängt ja hinten noch nichts dran, weder Unterlenker noch Hubstreben und vorne ja auch nichts. Das wurde einige Male wiederholt. Als nach dem x-ten male die Hydraulik noch nicht so funktionierte wie sie soll wurde der Motor abgestellt und mal nach dem Ölinhalt geschaut. Weit unter der vorgegebenen Marke. Also Öl nachfüllen. Motor an und wieder hoch heben, nun stand ich dabei auf den Hydraulikarmen, um mal ein wenig Last zu simulieren und das entlüften zu beschleunigen. Beim herunterlassen der Hydraulik floss dann auf einmal Öl aus den Entlüftungsschrauben, aha, es tut sich was. Nach ungefähr 20 mal hoch und runter hörte es auf aus der Entlüftung zu fließen und die Hydraulik funktionierte vorne und hinten ruckfrei. Da es an den neuen Hydraulikzylindern keine Entlüftungsschrauben gibt scheint sich die hydraulische Anlage über die Entlüftungsschraube des Gehäuses zu entlüften, an dem auch die hydraulische Pumpe angeflanscht ist. Eigentlich ganz praktisch. Vor dem arbeiten an der Hydraulik aber immer grossflächig Pappe und Zeitungen unter legen....

Heute bestes Wetter um drinnen mal wieder ein wenig den Pinsel zu schwingen, also Farbe malen... :wink:

Gruß Gordon
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