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Prototypen Reaktivierung

Restaurationsberichte von euren Maschinen

Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 03.12.2016, 09:36

Vor der Montag der Kupplungsscheibe am Motor habe ich es mir angewöhnt immer erst mal die Kupplungsscheibe auf die Verzahnung am Getriebe, bzw. in diesem Fall hier auf die Antriebswelle zu stecken. Nicht das da etwas durcheinadergeraten ist in der Firma wo die überholt wurde und es dann doch nicht passt. Und siehe da, die Scheibe passt nicht auf die Verzahnung! :shock: Bei der Überholung wurde die Scheibe nach dem entfernen der alten Beläge sandgestrahlt und neu lackiert. Auch die Verzahnung in der Scheibe bekam reichlich Farbe ab und passte so nicht mehr auf die Verzahnung der Welle. Wäre blöd gewesen wenn man das erst festgestellt hätte, wenn man mit der einen Hand den Motor hochhält und mit der anderen die Muttern ansetzt... :lol: Also sowas lieber gleich prüfen. :wink: Mit einer kleinen Feile wurde vorsichtig die Farbe aus der Verzahnung geholt. Nun konnte die Kupplung am Motor montiert werden. Dabei kommt der an der Mitnehmerscheibe aufgenietete Ölschleuderring in Richtung Motor. Eventuell an der Kurbelwelle austretendes Motoröl wird damit von den Reibbelägen fern gehalten.
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 03.12.2016, 09:44

Als nächstes sollte das neue Kugellager- Ausrücklager montiert werden. Betonung liegt auf sollte. Das neue Lager passte prima in die Ausrückgabel, aber leider ließen sich die beiden Haltefedern links und rechts nicht montieren. Jedenfalls nicht so, dass sich das Lager leicht in der Gabel drehen konnte. Nach einer Untersuchung warum das so ist wurde schnell klar: Das alte Lager hat eine Tiefe der Bohrung in seinen beiden Zapfen von rund 12 mm, das neue Lager aber nur von 4 mm! :evil: Warum, wieso, weshalb? Dafür muss man vermutlich wieder studiert haben, um das vernünftig beantworten zu können. Da hatt eich aber gerade überhauot keine Lust zu, nur um so ein Ausrücklager montieren zu können. Also wieder mal selber überlegen. Logische Konsequenz: Bohrungen um 8 mm tiefer setzen! :beifall:
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 03.12.2016, 10:04

Bei noch genauerer Untersuchung stellte sich dann heraus, dass die Zapfen in dem Lagergehäuse eingenietet sind und die Bohrung mit 12 mm fast durch den Niet wanderte. Wie kann man einen Neet entfernen? Richtig. Durch ausbohren. :oops: Und nun? Die Wahrscheinlichkeit, dass das Ausrücklager im Betrieb beim kuppeln auseinandergefallen wäre und im Kupplungsgehäuse gelandet wäre konnte nicht zweifelsfrei bestritten werden. Verschieden Möglichkeiten wurden theroretisch überlegt. Das Lager auspressen und die Zapfen von der Rückseite am Gehäuse anlöten? Ein neues Lager bestellen und die beiden Haltefern entsprechend kürzen, so, dass sie in die vier mm tiefe Bohrung der Zapfen passen? Oder ganz radikal, das neue Lager im, bzw. am originalen Gehäuse anschweißen. Das kann man aber nur einmal machen... Zuerst wurde im Internet recherchiert, ob es nicht ein anderes neues Lager gibt, dass passen würde. Es wurde aber immer auf die selbe Teilenummer umgeschlüsselt. Als nächstes wurde nach einem neuen Lager mit Graphitring gesucht. Über 30 Seiten wurden angeklickt die dieses zwar auflisten, aber es konnte nicht in den Warenkorb gelegt werden, da es "vorübergehend" nicht verfügbar ist. "Vorrübergehend"? :roll: Das erinnert einen immer an das Verkehrszeichen "Alle Richtungen!"... Als nächsten wurde in Betracht gezogen, dass es für das neue Ausrücklager vielleicht neue, passende Haltefedern für 1,50 Euro pro Stück gibt, die einfach so passen, wäre ja schön...gewesen. Es muss doch irgendwo diese Graphitringe geben.. Nach rund fünf Stunden Suche habe ich diese im Internet gefunden :oops: Das war anstrengend! Wenn ich das jetzt schreibe wo diese Ringe hergestellt werden, bzw. wurden, das glaubt mir vermutlich keiner. Aber da diese Ringe ja nicht nur in Heinrich Lanz- Schleppern montiert waren sondern auch bei anderen Herstellen, auch in PKW und in größerer Form bei LKW, ist das schon eine bemerkenswerte Entdeckung. :fahrer:

Bild folgt später.

Gruß Gordon
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 05.12.2016, 09:31

Hallo,

Einer der vielen Distanzscheiben war für die fehlende Scheibe in der Radnabe gedacht. Nun konnte es fertig montiert werden mit neuen Simmerringen.
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 05.12.2016, 09:44

Da es nicht mehr all zulange dauert bis die Motorhaube am Schlepper angebracht wird wurde schon mal das "Motorhauben Scharnier" provisorisch montiert. Unter der Haube gibt es drei Bohrungen und ein Langloch pro Seite. Da wurde vermutlich nach dem Ballermann im Wald versucht das verzogene Konstrukt irgendwie wieder zur Auflage am Armaturenträger zu bewegen, was dann auch irgendwie gelang durch vor und zurücksetzen der Motorhaube. Wir haben das jetzt erst mal in die Mitte gesetzt und dann mal gucken wo wir beim Schließen der Haube landen... Als Besonderheit kann gesagt werden, das die Prototypen im Gegensatz zur Serie über keinen Nummernschild Halter verfügen, vorne nicht, aber auch nicht hinten.

Das "Motorhauben Scharnier" bei unserem wurde irgendwann mal selber zusammengeschweißt. Könnte sein das das Original ein Gussstück war, welches bei einem Unfall mitsamt der Vorderachse Aufnahme zerbrochen ist. Um möglichst viele Vibrationen von der Motorhauben fern zu halten wurde noch ein Stück Gummi angepasst, dass jetzt zwischen Motorhaube und Halter liegt.
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 05.12.2016, 09:49

Was gab/gibt es noch zu tun? So viele Kleinigkeiten die sich aber zusammengerechnet echt läppern. So wollte die Befestigungsmuttern der Radschüsseln erst grundiert werden...
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 05.12.2016, 09:50

...und dann auch noch mit rot versehen werden.
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 05.12.2016, 09:54

Der neue Motorstop Bowdenzug wurde so im Armaturenträger angebracht, dass er mit seinem Gewinde durch den Vorglühwiderstand verläuft. So konnten beiden Komponenten mit nur einer Mutter befestigt werden und eine weitere unnötige Bohrung im Armaturenträger wurde vermieden. Die im Bild sichtlichen Schrauben und Scheiben sind mitlerweile auch schon in blau lackiert.
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 05.12.2016, 10:05

Hier nun endlich das montierte, modifizierte Zündschloss. Funktioniert sogar... :D
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 05.12.2016, 10:12

Zeit sich mal um die schöne aber urig rare Zierleiste zu kümmern. :) Wir erinnern uns zunächst einmal an den Zustand vorher :cry: :
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 05.12.2016, 10:15

Nach dem schleifen mit 40 er Papier und reinigen mit Silikonentferner konnte Glasfaserspachtel aufgetragen werden.
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 05.12.2016, 10:16

Mit 40 er Papier wurde die Grundform ausgearbeitet...
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 05.12.2016, 10:23

Nach dem reinigen mit Silikonentferner konnte Feinspachtel aufgetragen werden. Wir nehmen dafür aufgrund guter Erfahrungen bei der Renovierung von Autos eigentlich nur noch speziellen Elastik Feinspachtel. Der verträgt sogar etwas Verbiegungen und lässt sich sehr gut verarbeiten und auch schleifen. Zunächst wurden die Bereiche aufgespachtelt und mit 240 er Papier geschliffen die erst mit dem Glasfaserspachtel versehen wurden und auch kleinere Dellen, wo man kein Glasfaserspachtel auftragen musste...
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 05.12.2016, 10:40

Nach dem schleifen mit 240 er Papier, leider kein Bild davon, wird wieder mit Silikonentferner gereinigt und dann die gesamte Zierleiste mit dem Feinspachtel versehen. Auch kein Bild, Akku leer! :oops: So werden Schleifränder vermieden und die Übergänge zwischen den gespachtelten Dellen und der einwandfreien geraden Zierleiste werden derart minimiert, dass diese mit Grundierung abgedeckt werden können.

Im Bild die fertig grundierte Zierleiste. Zum lackieren nimmt man eine Dachlatte hochkant und bohrt dort 6 mm Löcher rein, wo die Befestigungsschrauben unter der Zierleiste sind. Man umwickelt die Gewinde dann mit Klebeband, damit kein Lack drauf kommt und steckt die Gewinde dann in die Löcher der Dachlatte. So hat man eine schöne Halterung. Optimal bei tiefen Temperaturen ist, wenn man die Leiste dann oben auf den Ofen legt, einmal vor dem grundieren, einmal später. Die kleine Stufe reicht dabei vollkommen aus, um eine schnelle Trocknung zu gewährleisten. :D
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 05.12.2016, 10:44

Danach kommt Spritzspachtel auf die Zierleiste. Wichtig ist dabei, dass man keine Lacknasen produziert, denn der Spritzspachtel soll nach der Trocknung nur leicht mit 800 er Papier nass geschliffen werden, um eine möglichst glatte Oberfläche zu erhalten.
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