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Prototypen Reaktivierung

Restaurationsberichte von euren Maschinen

Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 09.08.2014, 09:59

Das nächste Bild zeigt nun den LT 85 Einstoffmotor im D1306 Prototyp. Zum einfacheren Verständis könnte ich ihn jetzt inoffiziell LT 85 der dritten Generation nennen. Aber man kann sich auch leicht merken, dass im Alldog A1215 ab Werk immer der LT 85 in seiner ursprünglichen Bauform montiert war. Die letzte Variante gab es nur für den D1306 Prototyp, nach meinen Unterlagen und jetzigem Wissensstand (August 2014)!

Gruß Gordon
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 10.08.2014, 20:34

Hallo,

Im nächsten Bild sieht man den Hinterradflansch. Diese Bauart wurde von Lanz gefertigt und an das ZP- Getriebe montiert. Bei den Serien- D1306 war das ein von ZP gelieferter Radflansch.
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 10.08.2014, 20:46

Äußerst auffällig sind neben der Motorhaube auch die Alldog Hinterradfelgen. Diese haben durch die lange Nutzungsdauer und anschließender langer Standzeit und fahren mit platten Reifen allerdings sehr gelitten. Zumindest die eigentlichen Felgen, wo die Reifen aufgezogen werden, müssen gegen gut erhaltene gebrauchte getauscht werden.

Gruß Gordon
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 11.08.2014, 19:42

Hallo,

Was soll man jetzt davon halten? War die Motorhaubeninnenseite ab Werk weiß lackiert? Das würde auch erklären, warum das Motorhaubengitter auf historischen Bildern weiß erscheint. So auch die Felgen, die auf der Außenseite scheinbar in weiß lackiert sind.

Gruß Gordon
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 13.08.2014, 10:15

Hallo,

Wie gehe ich mit gezeigter historischer Substanz um? Ist es sinnvoll das alte Öl und Fett vom Bulldog behutsam abzuwaschen, so das keine darunterliegende Farbe beschädigt wird? Oder einfach Alles so lassen wie es ist?

Gruß Gordon
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 14.08.2014, 08:15

Hallo,

Hier mal ein Blick auf die Zwischenachshydraulik und den Anlasser.
Der Anlasser war der eigentliche Grund dafür, dass der Schlepepr außer Betrieb gesetzt wurde. GLÜCKLICHERWEISE! Er war schlicht defekt. Es hatte einen Kurzschluss gegeben und es stiegen Rauchwolken auf. Man informierte sich über eine mögliche Reparatur des Anlassers und entschied dann, auch aufgrund des mitlerweile offensichtlich schlechten optischen Zustandes des Schleppers, die Reparatur nicht in Auftrag zu geben. So stand der Schlepper dann über 10 Jahre draußen, bevor er zum Verkauf angeboten wurde. Den Anlasser habe ich zum Boschdienst gebracht und komplett überholen lassen. Kostenpunkt: 350,00 Euro. Nach der Montage am Schlepper habe ich gleich die gesamte Elektrik für Anlasser und Vorglühanlage erneuert. Das erste Ziel soll sein, den Motor zum Leben zu erwecken. Wie schon geschrieben habe ich sämtliche Wartungsarbeiten am Motor und Regler durchgeführt. Dabei stellte ich fest, dass der Ölauslauf am Ölbehälter fast keinen Durchgang hatte. Der Nippel war bei Lanz unten am Behälter angelötet. Im Laufe der Zeit muss das undicht geworden sein. Die Reparatur war recht einfach. Einfach nachlöten, bis es dicht ist. Leider ist dabei das Lot auch nach innen geflossen und hat den Abfluss fast vollständig verschlossen. Mit einem Bohrer habe ich das aufgebohrt und den Tank gereinigt, der erstaunlich sauber war von innen. Es hatte sich natürlich Wasser gesammelt, aber kein Rost im Behälter. Mit Schrecken habe ich den Auspuff abgenommen und nach dem Kolben geschaut. Leichte Riefen wie üblich bei diesen Motoren. Aber nicht bedenklich. Auslaß und Krümmer waren stark mit Ölkohle zugesetzt. Alles wurde gereinigt und wieder montiert. Danach wurde Motoröl über die Glühkerzenbohrung in den Motor getröpfelt. Nach dem Ölwechseln in Luftfilter und Regler näherte sich der erste Test: Der erste Anlassertest zeigte, dass der Anlasser top läuft und der Motor scheinbar noch gute Kompression hat. Jetzt steht der Motor mit geöffnetem Ölablaßhahn und wartet auf seinen ersten Start, sobald ich gute Hinterradfelgen habe. Dann kann ich gleich das Getriebe testen.

Gruß Gordon
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 17.08.2014, 06:53

Hallo,

Den Fahrersitz hat es an der üblichen Stelle zerbröselt. Man kann darauf aber noch sitzen. Ich werde den Rost vorsichtig entfernen und nachsehen, ob ich den Sitz so erhalten kann, reparieren, oder gegen einen neuen tauschen sollte. Das originalgetreue schwarze Sitzkissen wird in Auftrag gegeben. Trotz großer Auswahl beim Nordhorner Teilemarkt war das hier von der Form benötigte leider nicht dabei.
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 17.08.2014, 07:07

Der Baum der den rechten Hinterradkotflügel getroffen hat ist durchgeschlagen bis auf die Lenksäule. Dabei hat es die original Metallführung im Armaturenträger verbeult mitsamt Armaturenträger. Der Vorbesitzer hat die Lenksäule und den Armaturenträger ausgebaut und diesen dann grob ausgebeult. Nach der Montage hat er eine Kunststoffbuchse angefertigt, im Bild weiß, durch die die Lenksäule hindurchgeht. Die Reste der original Metallführung hängt oben am Lenkrad, mit Bindedraht gehalten. Das Lenkrad ist Stellenweise rissig und an den Übergängen von den Speichen zum Kranz ausgebrochen. Da soviel wie möglich Originalsubstanz und die im Laufe der Zeit entstandenen Beschädigungen und Gebrauchsspuren erhalten bleiben sollen, werde ich auch hier Alles so belassen.

Gruß Gordon
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 20.08.2014, 20:04

Hallo,

Heute werfen wir mal einen Blick unter die linke Bodenplatte. Gut zu erkennen die blaue Originalschutztülle für die Kabel sowie ein separat verlegtes Kabel in Metallumhüllung. Die Kabelei muss ich wohl oder übel entfernen und gegen neue tauschen. Ich werde mir vorher Notizen machen wie und in welcher Farbe und welche Art von Ummantelung die Kabel geführt waren und diese dann auch genau so wieder verlegen. Bei der Start- und Vorglühanlage habe ich dies schon weitestgehend beachtet, aber der Schwerpunkt liegt ja ersteinmal in der ersten Inbetriebnahme des Schleppers nach der langen Standzeit. Zur Grundreinigung kommt die Kabelei nochmal raus und wird dann in Originalgetreuen Schutzhüllen neu verlegt. Da der Schlepper mal mit einer Blink- und Warnblinkanlage nachgerüstet wurde könnte ich diese eigentlich auch wieder montieren und anschließen. Da bin ich mir aber noch nicht sicher. Eventuell lasse ich diese auch weg.

Im Bild schön zu sehen die hervorragende und fachmännische Kirmes- Nachlackierung in "Himmelblau(?)"! :kloppe: Einmal oben drüber kippen und mit der Hand verteilen, der Rest sucht sich schon seinen Weg...

Gruß Gordon
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Heinrich.L » 20.08.2014, 21:22

Hallo Gordon.

Gibt es den die Kabel mit der Metallumhüllung noch zu kaufen?
Ich suche schon lange, habe aber noch nichts gefunden.

Mfg. Heinrich
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rainer » 20.08.2014, 21:24

Heinrich.L hat geschrieben:Hallo Gordon.

Gibt es den die Kabel mit der Metallumhüllung noch zu kaufen?
Ich suche schon lange, habe aber noch nichts gefunden.

Mfg. Heinrich

http://www.kabel-schmidt.de/metallummantelte-fahrzeugleitung-c-31_85_91.html
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 25.08.2014, 06:33

Hallo,

Im Bild sieht man den unberührten Originalzustand und Inhalt der Werkzeugkiste. Zwecks Konservierung werde ich Sie leerräumen müssen. Mache vorher aber einige Bilder, damit ich beim späteren einräumen weis, wo die Sachen vorher in etwa gelegen haben. :wink:

Gruß Gordon
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon GTfan » 27.08.2014, 16:30

moin,

du überlegst, den Dreck der Jahrzehnte am Getriebe dran zu lassen. Gleichzeitig willst du aber unbedingt die originale Elektrik erneuern. Irgendwie nicht so ganz konsequent...

Entweder du schnallst das Ding im Fundzustand auf einen Anhänger und setzt einen Glaskasten drauf, oder du machst ihn sauber, stellst ihn auf Räder und machst ihn immerhin fahrbereit. Bei der Elektrik reicht oftmals ein Durchmessen, gerade originale Kabelbäume sind oftmals erstaunlich gut erhalten, mit Nachbessern der Kontakte habe ich häufiger viel erreicht.

mfg
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 27.08.2014, 20:16

Hallo,

Die genaue Vorgehensweise ist in diesem Fall nicht einfach. Daher schreibe ich meine Überlegungen hier. Ich denke auch, dass eine Grundreinigung empfehlenswert ist. Meine Überlegung ist, dass ich sämtliche durch mich vollzogenen Änderungen des momentanen Ist- Zustandes bildlich und textlich festhalte. An der Elektrik ist nicht viel zu retten. Der Schlepper soll im Endeffekt komplett betriebsbereit sein, aber mit allen Spuren und optischen und auch technischen Änderungen der Vergangenheit. Dabei möchte ich mch aber z.B. im Fall der Elektrik schon gerne an den zeitgenössischen Ausrüstungszustand heranpirschen, sprich blau ummanteltes Kabel und Metallumflochtene Leitungen. Da die Blinker nachgerüstet sind und hier neumodisches einfaches Gummikabel verwendet wurde, könnte ich auch hier dieses wieder verwenden. Inwieweit ich das jetzt genau so verlege wie es damals nachträglich verlegt wurde ist wieder eine andere Sache. Im Endeffekt gehört ja die Reaktivierung mit Ihren notwendigen Schritten ebenso zur Substanzerhaltung. Demnach muss ich das nur ordentlich dokumentieren und die durch mich eingebrachten Veränderungen zählen dann auch zur Historie. So z.B. auch die Hinterradfelgen. Ich habe jetzt zwei gefunden von einem Alldog in gelber Farbe. Wie historische Bilder und Filme zeigen waren die Felgen bei den Prototypen im speziellen bei der Ausführung von meinem in weiß lackiert. Warum sollte ich jetzt die gelben ebensfalls patinierten Felgen in weiß umlackieren? Ich werde Sie einfach so belassen und die originalen Felgen bei der Ausstellung dazustellen mit dem Hinweistext, wieso und warum. Die gelben Felgen gehören dann mit zur ganz speziellen Historie dieses einen Prototypen. Wenn in 100 oder 200 Jahren Jemand meint das er den Schlepper in seine ursprüngliche Farbgebung zurückversetzen möchte so gehört das dann auch zur Historie. Wichtig erscheint mir dabei nur, dass jegliche Veränderungen des momentanen Ist- Zustandes immer sorgfältig dokumentiert werden, bildlich und textlich. Wichtig auch, dass diese Dokumentation nicht in irgendwelchen Archiven verstaubt sondern öffentlich zugänglich sind, sprich bei dem ausgestellten Schlepper dabei sein müssen.

Soviel zum Thema Elektrik:


Gruß Gordon
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 03.09.2014, 20:03

Wie war das noch mit dem erstaunlich gut erhaltenen Kabelbaum? :lol:

Gruß Gordon
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