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Lanz D6516 Restauration

Restaurationsberichte von euren Maschinen

Lanz D6516 Restauration

Beitragvon Lanz2016 » 18.03.2017, 22:30

Hallo,
nach längerer Zeit bin ich wieder zurück im Forum, da ich derzeit einen Lanz Iberica D6516 aus Spanien restauriere und euch an der Restauration teilhaben lassen wollte.
Das Datum der Bilder ist am Namen ersichtlich. Mittlerweile habe ich schon einiges am Bulldog gemacht, setze aber jetzt erst den Bericht hier rein.

Seit Oktober 2016 ist dieser Lanz Iberica D6516 mein Eigen:
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Der Schlepper ist aus erster Hand, wo er gefahren wurde bis kein Rad mehr rund ging... :roll:
Das Anhängermaul ist komplett durchgehangen, Unterlenker mehrmals gebrochen, alles stark verschlissen.
Geschätzt hat der Schlepper ca. 15-20 Tausend Betriebsstunden unter höchstem Einsatz hinter sich.
Mittlerweile ist der Schlepper seit Oktober von mir komplett zerlegt und viel Böses kam zum Vorschein:
Die Reparaturarbeiten wurden fachmännisch mit Hammer und Meißel durchgeführt, was viele unschöne Spuren hinterließ. Einiges wurde auch falsch zusammengebaut, sodass irreparable Schäden entstanden.
Kolben war ein ziemlich lädierter 192er drin, woraus eine Ecke gebrochen war. Was wahrscheinlich durch die sachgemäße Einstellung "Alles bis Anschlag, so viel wie geht" gekommen ist. Wahrscheinlich machte der Bulldog seine 75PS bei 1400 Umdrehungen, so wie alles darin aussah und der Regler eingestellt war. Öl war nur Schlamm, alle Leitungen waren verstopft, aus dem Tank kam nur schwarze Brühe und im Getriebe war alles voller Dreck (Sand!!! :kloppe:)

Genug erst ein mal Vorab, folgend Bilder der Zerlegung mit Beschreibung.
Der Bulldog ist voll mit einer Ölkruste, die nur mit Brenner und Spachtel entfernt werden konnte, der Aupuff und Krümmer waren fast vollkommen verstopft mit Ölkohle.
Die Schrauben ließen sich insgesamt gut lösen, da der Schlepper an seinem alten Standort in Spanien schon einmal auseinander war und es dort auch sehr trocken ist.
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Die Hinterräder waren bis obenhin voll mit Wasser, das ich erstmal ablassen musste, damit man später die Räder überhaupt rollen kann.
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Der Dreck am und im Getriebe bestand aus Öl und spanischer Erde...
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Die Kühler waren alle schrott, Händevoll Rost und Dreck kamen aus den Stutzen, der Ablasshahn unterm Zylinder war abgerissen und mit Ton oder ähnlichem :kratz: zugestopft. Die Jalouise fehlte natürlich, hätte auch vor lauter Dreck und Staub nicht gepasst.
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Dann der Blick auf den Motor: Der Zapfen hat ordentlich gefressen und wurde auch schon mal auf 99mm geschliffen, der Rechte Lageraußenring im Kurbelgehäuse geht rund und die Lager machen enorme Geräusche. Der Kolben ist Schrott, Handtellergroßes Stück raus gebrlochen, was nur noch vom unteren Ring gehalten wird. Der obere Kolbenring hat sich verabschiedet und hat ordentliche Spuren auf dem Weg ins enge "Kohlerohr" in Kolben und Zylinder hinterlassen...
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Kesselstein zu genüge im Zylinder vorhanden:
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Nachdem der proffesionell verlängerte Keil, damit er auch ja beim austreiben abbricht, ausgetrieben wurde konnte das Schwungrad (Mit Extra Nut für kupplungsunabhängige Hydraulikpumpe) abgenommen werden und der Regler war nun frei zugänglich. Hier hatten sich Wespen ein gemütliches Nest eingerichtet, die Reste wurden aber durch den Hochdruckreiniger größtenteils entfernt. Sauberstes Schmieröl kam aus der Ablassschraube am Öltank.
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Nach weiterem zerlegen kommen immer wieder neue Überraschungen zum Vorschein. Der Bolzen vom Zwischenrad ist soweit ausgeschlagen, dass man ihn einmal mit der Hand hin und her wackeln kann und vom Sitz aus Risse von vielen cm durch das Gehäuse ziehen. Die Lager vom Zwischenrad vielen bei der Demontage auseinander, Sehr starke Abnutzungsspuren sind am Zwischenrad und dem Gegenrad auf der ersten Getriebewelle, da als Dichtmittel nur eine dünne Flüssigdichtung benutzt wurde und deswegen das Zahnflankenspiel so gering war, dass die Zahnräder aneinander rieben.
Die Ölpumpe im Getriebe fehlte komplett, das heißt der vorderen Zahnräder bekamen immer zu wenig Öl.
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Es ist mir dann aufgefallen, dass die Zahnräder auf den ersten beiden Getriebewellen neu angefertigt worden sind, allerdings aus weichem Material. Einge Stunden haben sie anscheinend schon gelaufen, so schlecht sehen sie nicht aus, also werden sie wahrscheinlich wieder eingebaut, in der Hoffnung, dass sie nicht allzu viele Geräusche machen...
Weitere Bilder vom zerlegen des Getriebes:
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Die Ankerplatten und Lagergehäuse wurden, anstatt mit M20er Schrauben, mit M18er Schrauben mit Mutter befestigt. Die Muttern hatten sich gelöst und schwer in den Lagergehäusen und Ankerplatten gearbeitet. Der Achstrichter ist dem Vorbesitzer anscheinend bei der Demontage (hoffentlich auf den Fuß) gefallen, da dort ein gutes Stück raus gebrochen war. Heißt für mich, neuer Achstrichter und neues Lagergehäuse müssen her.
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Nach der Reinigung des Getriebes kamen die abgebrochenen Zähne des alten Getriebes zum Vorschein, welche einfach nicht beim Tausch der Zahnräder entfernt wurden.
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Proffessionelle Gussschweißungen, ein Markenzeichen des Vorbesitzers. Ich werde es wahrscheinlich so belassen, da es dicht zu sein scheint. Ich schmiere lediglich das Loch im inneren mit Epoxy-Klebstoff zu, zur Sicherheit.
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Das Differentlial ist auf jeden Fall mal getauscht worden, da dies kaum Verschleiß aufweist, die 4. und Dritte Getriebewelle waren auch frei von Karies, vielleicht sind diese auch mal getauscht worden. :kratz:
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Zwischenzeitlich habe ich die Motorteile, sowie Ölpumpe und EInspritzpumpe fertig gemacht, um sie zur Instandsetzung weg zu geben:
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Dann kam die erste Farbe ins Spiel, erstmal mit Pinsel, da ich über keinen geeigneten Raum zum Spritzen verfüge. Bei Gussteilen aber eher zweitrangig, es soll ja auch kein 2k-Hochglanz-Lanz werden.
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Da die alten Halterungen der Unterlenker komplett verzogen und mit alten Flacheisen zusammen gebraten waren, fertigten wir neue für Kategorie 2 Unterlenkerbolzen an. Anscheinend hatte er immer mehrere Tonnen in der Hydraulik hängen, da sämtliche Halterungen krumm und schief gerissen waren und die Hubarme Langlöcher aufweisen.
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Das Differential habe ich mit neuen Lagern zusammengebaut und wieder in den Block gesetzt:
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Weiter ging es mit der Zapfwelle und der vierten und dritten Getriebewelle. Den Block habe ich immer soweit lackiert, wie er auch zusammen gebaut werden konnte, so blieb keine Stelle ohne Farbe.
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Weiter ging es mit dem Zusammenbau der Steckachsen und der Bremsen. Eine Lauffläche des Simmerings der Steckachse musste erneuert werden, da diese Lochfraß aufwies, war schnell durch ein SKF Speedi-Sleeve erledigt.
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MfG Lanz2016
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Re: Lanz D6516 Restauration

Beitragvon SvenS » 18.03.2017, 22:52

Hallo Lanz2016,

du kannst auch gerne die Image-Upload Funktion des Forums benutzen. Diese extern verlinkten Bilder gehen erfahrungsgemäß irgendwann verloren und dann ärger man sich :?

Sven
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"Der Motor des Bauern kann nicht einzylindrig genug sein" - Fritz Huber
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Re: Lanz D6516 Restauration

Beitragvon Lanz2016 » 19.03.2017, 20:40

Bei Abload bleiben sie bei bei aktiven Konto normalerweise bestehen, habe es gewählt, da ich es noch in einem anderen Forum rein stelle. Danke trotzdem für das Angebot.

Das Lackieren der Bremstrommeln und Bremsteile von außen folgte, sowie das montieren der Handbremse.
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Dann habe ich zwischenzeitlich weitere Teile, wie Schwungrad, Bodenplatte, Lüfter gesäubert, überholt und zusammen gebaut und lackiert:
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Der Zapfwellenhebel war auch ramponiert, also habe ich ihn erst einmal gerichtet und dann aus einer Schraube einen neuen Knopf angefertigt.
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Die Krönung von allem war der Dieselfilter, die Bilder sprechen für sich...
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Hier die Palette mit den Teilen, die gesäubert wurden und bereit zur Lackierung und zum Zusammenbau sind:
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Und auch diverse Kleinteile zum lackieren:
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Die Kupplung wurde vom Vorbesitzer neu belegt und ist vom Zustand her noch so, dass ich sie säuberte und so wieder einbaue. Wenn die Beläge dran runter sind, werden alle Bolzen erneuert, die Scheibe ausgebüchst und das Schwungrad neu ausgestochen.
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Da die zweite Getriebewelle durch einen defekten Lagersitz noch in der Instandsetzung ist, habe ich schon einmal das hintere Getriebe weiter zusammen gebaut. Hier waren die Schraublöcher im Getriebeblock leider alle ein wenig ausgeschlagen, da der Vorbesitzer falsche, zu dünne und zu kurze Schrauben verwendete und so die Blockhydraulik inklusive Halterung und Bodenplatte stark hin und her rutschte, sodass in der Platte für Anhängermaul und Oberlenker die Riffelabdrücke der Bodenplatte 2mm tief eingerieben waren... Längere, richtige Schrauben packen wieder in den noch (zum Glück) guten Teil des Gewindes und so konnte ich wieder alles ordnungsgemäß befestigen.
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Damit wäre ich mit dem Bericht auf aktuellem Stand, so wie der Bulldog gerade bei mir steht. Aktualisierungen vom Bericht folgen.

MfG Lanz2016
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Re: Lanz D6516 Restauration

Beitragvon thomas schüber » 19.03.2017, 21:46

War der orginal grün oder blau
Ein Bulldog kann nicht einzylindrig genug sein.
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Re: Lanz D6516 Restauration

Beitragvon Lanz2016 » 19.03.2017, 22:11

Lanz Iberica war blau (allerdings anders als das deutsche blau, dunkler) mit gelben Felgen. Ich werde ihn der Optik halber im deutschen Blau mit roten Felgen restaurieren, einfach, dass er zu meinem D2016 passt und weil es mir besser gefällt. Man könnte hier eine Grundsatzdiskussion starten, wie man den Schlepper zu Lackieren hat, aber das möchte ich mir bitte ersparen.
MfG Lanz2016
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Re: Lanz D6516 Restauration

Beitragvon thomas schüber » 20.03.2017, 10:00

Wo war der im Einsatz Landwirtschaft oder Bergwerk.Schüber
Ein Bulldog kann nicht einzylindrig genug sein.
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Re: Lanz D6516 Restauration

Beitragvon Lanz2016 » 20.03.2017, 17:54

Wahrscheinlich im Steinbruch, da der Besitzer auch einige Planierraupen, Steingrubber und schwere Mulden verkaufte. In der Landwirtschaft hätte man den nie so verschleißen können.
MfG Lanz2016
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Re: Lanz D6516 Restauration

Beitragvon oldtimerfreud » 20.03.2017, 21:20

Hallo,

da hast du dir ja eine Wahnsinns Restauration angelacht. :D :D :D

Viel Arbeit und Geld geht in das gute Stück :fahrer: :fahrer:


LG
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Re: Lanz D6516 Restauration

Beitragvon Lanz2016 » 21.03.2017, 21:12

Die letzten drei Tage habe ich das schlechte Wetter genutzt und die Plattform weiter zusammen gebaut. Jetzt sieht es schon mal wieder mehr nach Traktor aus. Neues ergab sich bei den Vorderachsschenkeln, ich werde wahrscheinlich neue Gehäuse besorgen müssen, da die alten so oval an den Bolzen sind, das die Reparatur teurer als neue Gehäuse sind. Außerdem ist der Staubschutzrand oben komplett weg gebrochen, da der Vorbesitzer sich dachte, dass Abstandsscheiben unnötig sind :kloppe:
Die Hydraulik ist auch mittlerweile wieder fast zusammen, alle Dichtungen wurden erneuert, die Hebeilei spielfrei gemacht und überholt.
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Re: Lanz D6516 Restauration

Beitragvon Lanz2016 » 06.04.2017, 08:11

Hallo,
ich habe wieder ein paar Arbeiten am Bulldog erledigt.
Die Hydraulik ist mittlerweile an ihrem Platz und lackiert, die Schrauben und Gangschalthebel auch.
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Die Teile aus der Motorinstandsetzung habe ich auch abgeholt, zum Glück waren Kurbelwelle und Pleuel gerade und rissfrei.
Der Zapfen wurde geschliffen, neue Kolbenbolzenbüchse angepasst, Pleuellager angepasst, Lagersitz an der Kurbelwelle aufgespritzt und der Zylinder geschliffen, sowie der Lagersitz der 2. Getriebewelle aufgespritzt. Die Lauffläche für die Büchsen der Kupplung sind zum Glück noch 100% in Ordnung, wahrscheinlich das einzige Teil was abgeschmiert wurde an dem Traktor :kratz:
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Das neue Kurbelgehäuse mache ich jetzt auch fertig, also Stehbolzen reindrehen, Ölleitblech anschrauben und Zwischenrad einbauen, damit ich es bald anflanschen kann.
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Die Vorderräder habe ich auch auseinandergebaut, gerichtet und die Meißelspuren weggeschliffen. Sonst sind sie noch brauchbar, schlag- und rissfrei.
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Dann konnte ich endlich das Getriebe weiter zusammen bauen. Diverse Sicherungsringe wurden erneuert, da die alten starke Abnutzungsspuren hatten und nicht mehr die ausreichende Federkraft um in der Nut sitzen zu bleiben. Dichtungen für Kriechganggetriebe, und Deckel habe ich angefertigt und die Nötigen Schrauben für den Zusammenbau zusammen gestellt.
An der "neu" gekauften Getriebeölpumpe war die Keilnut des inneren Zahnrads ausgeschlagen, diese habe ich mit einem neuen Keil versehen und mit Loctite "Fügen Welle-Nabe" eingeklebt und die Pumpe wieder zusammen gebaut. Die Düsen der Druckleitung an der Ölpumpe sind auch wieder frei.
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Als nächstes wird das Getriebe komplettiert und das Kurbelgehäuse, sowie der Zylinder angeflanscht, dann kommt der Regler, die Ölleitungen und der Motor dran.

MfG Lanz2016
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Re: Lanz D6516 Restauration

Beitragvon Heinrich.L » 07.04.2017, 06:54

Hallo Lanz2016, wo hast du denn die Kurbelwelle aufspritzen lassen und was hat es ungefähr gekostet.

Ich hab eine Kurbelwelle, wo auf der Reglerseite defekt ist und gemacht werden muß.

Ist die Reparatur billiger oder ne gute Gebrauchte?

Mfg. Heinrich
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Re: Lanz D6516 Restauration

Beitragvon Lanz2016 » 08.04.2017, 08:01

Habe es bei einem Motoreninstandsetzer machen lassen, gekostet hat es 150€, im Internet findet man viele Betriebe die so etwas machen, sie müssen nur die Welle spannen können. Wenn die Welle ansonsten noch in Ordnung ist, würde ich sie auf jeden Fall aufspritzen lassen.
MfG Lanz2016
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Re: Lanz D6516 Restauration

Beitragvon Lanz2016 » 13.04.2017, 20:03

Hier mal wieder ein kleines Update, was alles in der letzten Woche passiert ist:

Mittlerweile habe ich alle Bleche sauber und zum Teil wieder ausgebeult. Kotflügel und Stehwände kommen neue dran, weil die alten nicht mehr zu gebrauchen sind (krumm und ganz oft gerissen etc.)
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Den Krümmer oben und unten, sowie denn oberen Teil des Auspuffs habe ich ausgebrannt und gesäubert.
1cm dick war dort die Öhlkohle, deswegen hat es ganze 20 Minuten gebrannt, bis alles Asche war.
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Beim Getriebe ging es auch weiter:
Die Getriebeölpumpe ist eingebaut und wieder ordnungsgemäß mit Draht gesichert. Öl habe ich mithilfe einer Spritze über die Öhlröhrchen eingefüllt, damit Öl aus dem Sumpf angesaugt werden kann.
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Die Lenkwelle ist wieder mit neuen Sicherungsblechen und Draht gesichert, zusätzlich noch mit Loctite an der unteren Mutter, sicher ist sicher, falls sich die Nase vom Blech lösen sollte.
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Dann konnte ich das Kreichganggetriebe und den Zapfwellenantrieb zusammen bauen, nachdem ich das Axialspiel der 2. Getriebewelle mit neuen Scheiben eingestellt habe.
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Auf dem letzten Bild sieht man den herausstehenden Bolzen vom Zwischenrad, womit man die Lager einstellen kann, vorher war dieser bis zum Gehäuse angezogen und das Rad kam an dem Gussgehäuse an (1.Bild) . Beide Lageraußenringe gingen im Zahnrad rund und wurden jetzt eingeklebt, das sollte mit frischem Öl wieder alles laufen. Die Zapfwellenschaltung wurde ausgebüchst und mit einem Simmering neu abgedichtet.
Damit ist das Getriebe jetzt, abgesehen von der Lammellenkupplung fertig.
Diese ist so stark beansprucht worden, dass die Scheiben starke Spuren im gehärtetem(!) Korb hinterließen:
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Die tiefen Riefen müssen noch begradigt werden, damit die Kupplung ausrücken kann. Auf der Kupplung selber wurde mit dicken Hammer ein Quast drauf gehauen den ich erstmal wegschleifen musste, damit man die Scheiben ab bekommt. Die Steege an den Scheiben sind auch nur noch 75% vorhanden, ein eindeutiges Zeichen mit den ganzen verschlissenen Zahnungen auf den Wellen, dass dieser Bulldog sehr sehr viel geleistet hat.

MfG Lanz2016
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Re: Lanz D6516 Restauration

Beitragvon Lanz2016 » 03.05.2017, 05:09

Hallo,
in den letzten Wochen wurden der Motor, sowie das Kurbelgehäuse vorbereitet und angeflanscht.
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Das Zwischenrad ist auch mit einer neuen Scheibe eingestellt worden, 2mm Luft sind jetzt wieder zum nachstellen. Die Fettleitung wurde gründlich von ihrem alten Dreck gereinigt und mit frischem Fett versorgt.
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In der Zwischenzeit habe ich auch den neuen Sitz angepasst, für ein etwas bequemeres fahren. Die alte Sitzschale war leider auch durchgerostet.
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Dann habe ich die Kurbelwelle mit neuen Lagern eingebaut, exakt die Lager eingestellt und den Regler wieder zusammen gebaut. Alle Leitungen werden erneuert, da die alten teilweise komplett verstopft waren.
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Mittlerweile ist der Kühleraufbau wieder drauf und wartet auf das lackieren. In nächster Zeit muss ich mich dann mal den Blechen und dem Tank widmen, welcher voll mit Dreck (Steine, Äste, Erde) ist...
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MfG Lanz2016
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Re: Lanz D6516 Restauration

Beitragvon Lanz2016 » 15.05.2017, 21:29

Hallo, wieder mal ein kleines Update:

Die Kotflügel sind absoluter Schrott, verzogen, gerissen, zusammengebraten, hier kann man ohne Riesenaufwand nichts dran reparieren. Deswegen hole ich dann neue.
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Die Unterlenker habe ich auch mal von den Hubstreben getrennt, letztere sind auch Schrott, da die Gewinde alle kaputt sind und sie sich von selbst längen. Die Unterlenker (Wahrscheinlich von einer schweren Raupe o.Ä.) werde ich aufarbeiten und mit neuen Kugeln und Fanghaken Kat.2 versehen.
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Weiter ging es auch beim Lanz selber. Kolben und Pleuel sind eingebaut:
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Alle Luftklappen wurden erneuert und die Schrauben mit Körner und Loctite gesichert.
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Dann habe ich die Kupplungsteile und die Halterung für die Vorderachse monitert:
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Das Bocklager für die neue gefederte Achse ist auch montiert und der Sieb für das Rücklauföl wurde auf eine M12er Hohlschraube umgebaut, damit die 8mm Leitung mit den Ringstücken passt. Die Achse wurde aufgrund von ovalen Löchern und Fahrkomfort getauscht.
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Vor zwei Tagen habe ich den Zylinderkopf, welcher eine unebene Dichtfläche hatte und nachgearbeitet wurde, mit einer 1,7mm Kopfdichtung und neuer Düsenplatte montiert.
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Danach folgte das Grundieren und Lackieren, nachdem die Überlaufleitung für den Wasserkasten angebracht wurde und die letzten Ölleitungen hartgelötet waren.
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Diverse Einzelteile, wie Dieselfilter, Anhängermaul und Spritzblech wurden mit lackiert:
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Es folgt das aufschneiden des Tanks, welcher voller Quarzsand ist und gründlichst gereinigt werden muss, da es ohne öffnen nicht herausgespült werden kann. Der Benzintank ist voller Erde, davon ist nichts mehr zu retten, ich werde ihn einfach so lassen...
Die nächste größere Baustelle sind die Vorderachse, die Bleche und die Hydraulikanlage.


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