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Verkoken des Zündkopfes

Alles über den Lanz Bulldog - Glühköpfe. In diesem Forum sind auch Beiträge zu Halb- und Volldieseln bis Ende 2009 enthalten.

Verkoken des Zündkopfes

Beitragvon Stephan-1975 » 09.02.2019, 23:11

Hallo,

am 06.10.18 hat Marcel Füten einen Beitrag zum "Verkoken des Zündkopfes" eingestellt, in dem 3 Infoblätter von Lanz veröffentlicht wurden. Leider funktioniert bei diesem Beitrag die Antwortfunktion nicht. Ich habe aber zwei Fragen dazu und eröffne deshalb diesen neuen Beitrag.

Frage 1:
Auf einem Blatt heißt es unter Punkt 6.) Zylinderkopf und Kolben:
"... Die Prüfung dieses Abstandes zwischen Zylinderkopf und Kolben hat, wie im Blatt 22 Gruppe A des Anweisungsbuches für den technischen Außendienst unter 1 - 6 beschrieben, zu erfolgen "

Hat dieses Blatt 22 des Anweisungsbuches für den techn. Außendienst irgendjemand und würde es hier einstellen oder mir zukommen lassen?


Frage 2:
Auf einem Blatt ist die Skizze von der Innenseite der Glühnase dargestellt. Weiß jemand, aus welchem Material die Glühnasen gefertigt sind? Es muß ein spezielles Material sein, normaler Baustahl oder Automatenstahl funktioniert jedenfalls nicht. Das hat vielleicht irgendwas zu tun mit der Wärmeleitfähigkeit oder dem Wärmespeichervermögen etc. Wer hat nähere Informationen dazu, insbesondere zum Material?


Gruß

Stephan
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Re: Verkoken des Zündkopfes

Beitragvon g_kleber@gmx.de » 04.09.2019, 09:19

Hallo
wir habenam 2.09.1019 den Glühkopf demontiert und er war bis oben voll Koks ,wie kann man das verhindern ? Die Auspuffanlange war auch sehr verkokst !
Liegt das an Diesel oder Fahrweise ? Kann man was Unternehmen ? Gibt es ein Datenblatt dazu .

Gruß
Gerold
g_kleber@gmx.de
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Re: Verkoken des Zündkopfes

Beitragvon bulli1706 » 04.09.2019, 15:54

Hallo Gerold.
Dein Problem besteht, seit es Bulldogs mit Glühnase gibt.
Schon vor über 75 Jahren mochte ich als Butscher gerne bei den Startvorbereitungen zuschauen, wenn während des Anheizens wichtige Pflegearbeiten erledigt wurden.
Dabei ging es auch immer schon um das Auskratzen der Glühnase. Nur war die Ursache damals eher mangelnde Dieselqualität.

Jetzt in der Oldtimerszene sind Glühkopf-Bulldogs zu häufig unter geringer Last mit einem zu breit eingestellten Spritzwinkel oder viel zu breit und fein vernebelnden Superdüsen unterwegs. Dabei verrußen Dieseltröpfchen auf den oberen zuerst abkühlenden Teilen der Glühnase. Ruß wirkt wärmeisolierend und verschlimmert den Zustand mit schwierigerem Start und unruhigem Motorlauf. In der Hast wird dann oft ohne Kenntnis der Ursache an der Grundeinstellung des Motors gefummelt und alles noch schlimmer.

Jeder weiß, dass der Bulldog erst anspringen kann, wenn die Glühnase unten rot leuchtet. Wenn er nach dem Start unter Last arbeiten muss, wird die Glühnase für einen ordentlichen Motorlauf heiß genug bleiben. Nach sehr langer Fahrt bergab kann die Glühnase so weit abkühlen, dass die Zündung aussetzt. Beide Beispiele zeigen, dass Bulldogfahren nur mit heißem Glühkopf möglich ist. Das zu erreichen, ist der Trick eines erfolgreichen Bulldogfahrers. Weil Ruß auch unter Last einen Wärmeübergang zur Glühnase verhindert, ist Rußbildung durch eine falsche oder schlecht eingestellte Düse Grund für schlechten Start und Motorlauf.

Bei dem heutigen technischen Stand wird leider oft vergessen, dass der Glühkopf-Motor schon vor dem Diesel-Motor da war und den damaligen Möglichkeiten entsprechend auf andere Art zum Laufen gebracht werden musste.
Ein Diesel-Motor möchte den Sprit möglichst fein vernebelt kurz vor OT in die komprimierte Ansaugluft gespritzt bekommen. Dabei setzt die Zündung unter Verbrennung der feinen Dieseltröpfchen sofort ein.
Der Bulldog-Motor spritzt schon direkt nach UT in die heiße Glühnase. Dabei bildet sich auch mit gerissenem Düsenhütchen oder ausgeleiertem Düsenloch Dieseldampf, der sich bei zunehmendem Kompressionsdruck mit der Ansaugluft vermischt. Kurz vor OT hat das Gemisch die Zündtemperatur erreicht und verbrennt ohne weitere Zündhilfe in einer Explosion, die den Arbeitshub ermöglicht.

Wenn Du verstanden hast, wie Dein Glühkopf-Bulldog tickt, wirst Du ihm am Besten helfen können und am meisten Spaß mit ihm haben. Da bin ich ganz sicher. Schönen Gruß von Oskar
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Re: Verkoken des Zündkopfes

Beitragvon g_kleber@gmx.de » 04.09.2019, 20:42

Danke für den Tipp Oskar.
Ich werde nochmal den Einspritzkegel prüfen. Denn, wo ich den Bulldog auf den Feld genutzt habe (1966) und er auch ran musste, wurde mir immer gesagt, dass ich die Düse 1 bis 2 Umdrehungen aufdrehen sollte, damit er besser zieht!
Mit der heutigen Nutzung ist der Bulldog nur zu Ausfahrten im Einsatz.

Gruß von Gerold
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Re: Verkoken des Zündkopfes

Beitragvon Dieter.J. » 08.09.2019, 16:14

Moin, moin,

Verkoken kommt vom spazieren Fahren: Lass ihn auch mal hart arbeiten und dann haste das Problem nicht 8)

Grüße
DidiJ.
Dieter.J.
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