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Einstieg in die Glühkopfwelt

Alles über den Lanz Bulldog - Glühköpfe. In diesem Forum sind auch Beiträge zu Halb- und Volldieseln bis Ende 2009 enthalten.

Re: Einstieg in die Glühkopfwelt

Beitragvon BULLI » 01.12.2018, 20:16

Hallo,

ich bin Güne, der schon seit Jahren die Beiträge im Forum verfolgt, aber auf Volldiesel Basis.

Ich springe jetzt einfach auf diesen Zug mit auf, da mir die Glühkopfwelt auch sehr neu und fremd ist.
Habe anfang der Jahres einen 1506 angeschafft.

Ihr habt auch Recht, vieles kann man nachlesen, wenn man die Suchfunktion effektiv nutzt.
Manchmal aber auch wenig detailiert ausgeführt.
Deshalb bitte keine Schelte, auch wenn das eine oder andere bereits besprochen wurde.

Nun, ein paar Dinge, die für mich offen sind:
Meiner nickt im Standgas stark vorne auf und ab. Ich denke, dass es eine starke Unwucht im Kurbeltrieb gibt.
Womöglich wurde irgendwann ein "gewichtsungünstiges" Schwungrad montiert.
Frage: Warum machen alle einen Hehl daraus, wo man passende Gewichte beziehen kann, um sich an die Sache heranzutasten ?
Also ehrlich, im Internet, wo man normal alles finden kann, gibt es keine.Nur die Anleitung.
Auch habe ich vernommen, dass diese aus Flachstahl "einfach" selber herstellbar sind.
Aber je nach dem welche Möglichkeiten einer hat, ist es eben mehr, oder weniger einfach.
Hat jemans so etwas auf Halde ?

Habe aktuell die Schutzkappe abgebaut.
Wollte mal sehen, warum der Kerle so schlecht anspringt.
Jetzt habe ich die Kupferdichtung vom Zündsack weichgeglüht und abgeschreckt.
Sollte so wieder verwendbar sein, habe ich gelesen.
Den Zündsack habe ich vom Zunder Befreit, mal sehen.
Zwei Fragen: Wie stark (ca. in Nm) ziehe ich das wieder an ?
Ist es sinnvoll Unterlagscheiben unzer die Muttern zu stecken ?

Naja, immer wieder was neues .....

Gruß an alle Güne
Zuletzt geändert von BULLI am 03.12.2018, 14:05, insgesamt 1-mal geändert.
BULLI
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Re: Einstieg in die Glühkopfwelt

Beitragvon gft » 02.12.2018, 21:44

Hallo Güne,
ich versuch mal mit ein paar Antworten zu helfen, wobei ich sagen muss, selber auch noch nicht soooo lange dabei zu sein!
Somit von hinten nach vorn geantwortet:
Unterlegscheiben zwischen Glühnasenhalter und Mutter, ja, wenn die Gewinde lang genug sind! Das verteilt den Druck besser und vermindert die Reibung der Mutter am oft recht marroden Guss!
Aus gleichem Grund wenn möglich ein wenig Kupferpaste an`s Gewinde der Stehbolzen! Anziehen mit normalem Ringschlüssel, unbedingt über Kreuz, möglichst gleichmäßig, aber Drehmoment kenn ich keins! Mit so einem Ringschlüssel kannst die Bolzen eigentlich nicht abreißen! Wirst aber öfter mal nachziehen müssen, aber bitte immer nur im kalten Zustand!

Zur Wuchterei bzw. Massen und Schwingungen ist sehr viel zu sagen, versuche mich da auf das Wesentliche zu beschränken!
Ein 1506 sollte für einen schönen Lauf möglichst schwere Schwungmassen haben! Was nicht geht ist zum Beispiel ein 55ér mit kleiner Scheibenkupplung und leichtem Anlasser-Reglerschwungrad wo dann noch der Zahnkranz fehlt! Wenigstens dieses, bzw. eine schwerere Ersatzschwungmasse muss dran sein! Falls da was fehlt, so einen "Ersatzring mit erhöhter Masse" habe ich noch 2 liegen!

Wuchtgewichte selber habe ich noch nirgens im Netz gefunden, daher ebenfalls selber gemacht aus Flacheisen! Biegen, abschneiden, Löcher bohren, wiegen, fertig! :lol:

Das Auswuchten eines Einzylinder wird niemals zu jeder Betriebsbedingung zu 100% funktionieren, denn die verschiedenen Unwuchten der ersten bis vierten Ordnung lassen sich nicht vollständig kompensieren!
Dazu mal ein bissel Theorie!
Die Unwuchten der ersten Ordnung sind die der sich drehenden Welle, sprich Kurbelzapfen, Teil des Pleulgewichtes, Bauabweichungen von Schwungrädern, Regler, Kupplung usw.
Die zweite Ordnung bilden die Unwuchten der daran befestigten Teile, sprich die Massenwirkung aus Pleuelgewicht, Kolben, Fliehkräfte und Bremskräfte aus der Verdichtung!
Erste und zweite Ordnung ist kalkulier und auswuchtbar, da es feste Größen sind!
Die dritte Ordnung bilden Massenbeschleunigungen aus variabelen Größen, insbesondere unterschiedliche Kolbenkräfte aus der Verbrennung variabeler Kraftstoffmengen!
Die vierte Ordnung bilden Kräfte von außen, wie Bodenwellen, Beschleunugung und Bremsungen, Kurven, usw.
Die dritte und vierte Ordnung ist beim Einzylinder praktisch nicht wuchtbar, kann höchstens gedämpft werden!

Bei einem Fabrikneuen 1506 mit kl Scheibenkupplung und Anlasser-Schwungrad zB. gehört links ein Wuchtgewicht von 1,7 kg, rechts 1,1kg montiert! Damit ist der Basismäßig für die erste und zweite Ordnung ausreichend gewuchtet gewesen!

Nachlassende Verdichtung oder Übermaßkolben ändern die Bedingungen der zweiten Ordnung und erfordern ein Nachwuchten! schwerere Kolben führen zur Verringerung der Wuchtgewichte, verminderte Verdichtung wirkt sich ähnlich aus, da der Kolben weniger stark abgebremst wird!

Wenn nun zum aktuellen "Wuchtproblem" noch schlechtes Anspringen hinzu kommt, sollte man vielleicht erst die Verdichtung (8 Bar) prüfen bevor man aufwendig wuchtet und danach an der zweiten Ordnung Veränderungen macht!

Vielleicht hilft das ein wenig,......

Gruß,
Dieter
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Re: Einstieg in die Glühkopfwelt

Beitragvon BULLI » 03.12.2018, 14:01

Hallo Dieter,

ja, es ist echt interessant zu lesen, wie viele Dinge da - mehr, oder weniger positiv, zusammenspielen.

Es wäre mir halt recht, wenn meiner nicht im Standgas - so springen würde, dass fast die Vorderreifen vom Boden abheben.
Da ist ganz klar - grob etwas im argen. Bei erhöhtem Standgas wird es dann besser.
Also, dann werde ich das eben mit "selbst bau" Gewichten angehen, die Zeit ist garantiert gut investiert.

Die Verdichtung ist übrigens sensationell:
Durchdrehen kann ich den Motor generell nur, wenn die Sicherheitsschraube draußen und die Ölleitung am Bocklager lose ist.
Ansonsten geht er hinten vehement auf Vorverdichtung und vorne gibt auch nichts nach.

Noch was: Vor-(1939)-und Nach-(1945)- kriegs Bulldogs
Wozu zählen eigentlich Maschinen, die während des Krieges gebaut wurden ?
Nach dieser Info habe ich auch bereits gesucht :kratz:
Danke dir für die Ausführung Dieter,
Gruß Güne
BULLI
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Re: Einstieg in die Glühkopfwelt

Beitragvon gft » 03.12.2018, 19:22

Hallo "Güne"",
das passt zusammen, was du so schreibst,....
Ein vorne wippender Bulldog braucht nach Anleitung schwerere Ausgleichsgewichte!
Wenn man sich die Schwungmassen der Glühköpfe anschaut haben diese alle eingegossene Wuchtmassen, welche jedoch so ausgelegt sind, das sie überdimensioniert sind und somit auch den ungünstigsten Fall von vor allem Unwuchten der zweiten Ordnung (sprich schwerer Übermaßkolben und fast keine Kompression die den vorne einbremst) noch ausgleichen können!
Die angeschraubten Zusatzgewichte (Flacheisen) neutralisieren die Gussstücke je nach Bedarf! Somit verschwinden diese Zusatzgewichte in der Regel im laufe der Zeit immer mehr!
Wenn nun dein 55èr so übermäßige Bremskräfte durch Verdichtungen aufbaut, macht dies den Kolben wuchtmäßig gesehen leicht und er braucht viel Ausgleichsmasse welche ja gegenüber den Gussgewichten sitzt!

Das der Kolben vorne rum sehr schwer rum geht, ist normal! Gibt man ihm Zeit und drückt immer nach, wird er irgendwann rum gehen, da die Luft durch die Ringspalte schon entweicht! Wie hoch die Verdichtung wirklich ist, kann man nur messen!!!! Vielleicht ist die Glühnase zu klein? Wenn sie nun abgebaut ist kann man sie auslitern oder die innere Form mal mit den Bildern einschlägiger Anbieter von neuen Nasen vergleichen??? Zu viel ist genauso schädlich wie zu wenig Verdichtung!
Das ein gr. GK hinten rum eine massiv spürbare Vorverdichtung hat, ist mir persönlich neu! Wenn dem so ist, kann man ja kaum den nötigen Anwerfschwung aufbauen, oder?
Ist da was geändert worden, wie zB. so ein Verdrängungskörper unter der Ventilplatte eingebaut oder sowas????? Kommt mir persönlich etwas komisch vor und habe ich noch nicht gehört, das die Rücklaufleitung unten raus mus, um ihn durchdrehen zu können! Dieser Sache würde ich erst auf den Grund gehen, bevor ich das Thema Wuchtung angehen würde!

Wenn dann das Thema Wuchtung angegangen wird, erst schauen ob die richtigen Schwungräder drauf sind und das Thema Zahnkranz in Ordnung ist,..
Natürlich sollen die Gussgewichte hinten sein, wenn der Kolben vorne ist, das erstmal prüfen!
Danach die vorhandenen Ausgleichsgewichte prüfen, wie schwer, wo verbaut usw,...
Dann nach den Grundsätzen, leichter Kolben, viel Verdichtung ergibt viel Ausgleichsgewicht,......

Ansonsten viel Glück,....

Gruß,
Dieter
Zuletzt geändert von gft am 03.12.2018, 22:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Einstieg in die Glühkopfwelt

Beitragvon Thomas Tisch » 03.12.2018, 21:08

Hallo,
der Anlasskranz kann sich auf die Wuchtung ja gar nicht auswirken. Der ist ja gleichmässig rund. Ob ein Schlepper Anlasskranz hat oder nicht, kleine Scheibenkupplung und kleine Riehmenscheibe und leichtes Reglerschwungrad, das sollte eigentlich alles keine Rolle spielen. Schlepper mit dieser Ausstattung wurden ja serienmäßig ausgeliefert.
Laut ETeillisten sind bei den Maschinen mit Backenkupplung und schwerem Reglerschwungrad Ausgleichsgewichte mit 1,1kg aufgeführt. Bei den späteren mit kleiner Scheibenkupplung und leichtem Reglergewicht gab es die Ausgleichsgewichte von 0,5 bis 2,5kg. Viele Schlepper hatten aber werksseitig gar keine drauf. Ich hab mal eine Arbeitsanweiung zum Wuchten von LANZ gesehen, weiß aber nicht mehr wo. Also das gab es, vielleicht hat die ja jemand und kann sie einstellen.
Ich kann mir nicht vorstellen, daß die Gewichtsunterschiede von Kolben zu Kolben, oder ein Übermaßkolben sich auf die Wuchtung merklich auswirkt. Wohl aber der Einspritzzeitpunkt. Der ist zwar grundsätzlich nicht verstellbar, aber bei manchen australischen KL Bulldog hatte der nicht gestimmt und zu Problemen geführt.
Grüße,
Thomas Tisch
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Re: Einstieg in die Glühkopfwelt

Beitragvon gft » 03.12.2018, 22:01

Hallo Thomas,
wenn du meine Berichte aufmerksam gelesen hättest, dann hättest gesehen, das es beim Anlasserkranz natürlich nicht um die Wuchtmasse geht, sondern einfach nur um notwendige Schwungmasse für einen vernünftigen Lauf eines so großvolumigen Einzylinders!

Diese Masse ist aus Gründen der Verbrauchsreduktion im Konkurenzdruck insbesondere bei den Nachkriegsfahrzeugen auf ein Minimum zurück gefahren worden!
Dazu kam die Einführung der kl Scheibenkupplung für die höher tourenden Motoren vor allem um die Dreschriemengeschwindigkeit beibehalten zu können!
Von daher ist es wenig zuträglich, die Schwungmasse durch weglassen des Zahnkranz weiter zu reduzieren!
Je leichter das Gesamtgewicht der rotierenden Massen ist, desto leichter bringen diese vor allem Unwuchten der zweiten bis vierten Ordnung aus dem Gleichgewicht!
Einen Zehntonner mit Steinen drauf bekommst mit nem Hammerschlag nicht aus der Richtung, nen einzelnen Ziegelstein schon!!!! :lol:

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, das nur die Änderung der Dichtungsstärke von 6 auf 3 mm unter der Glühnase einen spürbar anderen Lauf bei Leerlauf und auch unter höherer Drehzahl mit sich brachte! :shock:
Auch ergab die Montage nur eines Ausgleichsgewichtes eine Laufkulturänderung als wenn es zwei verschiedene Fahrzeuge wären! :wink:

Lanz als Hersteller war auch damals sicherlich in der Lage, Kurbelwellensysteme mit zwei Schwungrädern bei der Herstellung auszuwuchten, so das es die Möglichkeit der Anbringung von "Ausgleichsgewichten" nicht geben müsste!
Aufgrund der verschiedensten Kraftstoffe, Verdichtungen und auch Reparaturstufen der Kolben war diese Maßnahme jedoch unerlässlich, zumindest aus meiner Sicht der Dinge!

Der Einspritzzeitpunkt kann mit Sicherheit viele Probleme machen, nicht jedoch bei der Wuchtung an sich, denn die Verbrennungsvibrationen gehören in die dritte Ordnung, welche beim Einzylinder nicht wuchtbar ist!
Dies heißt, der Motor soll ruhig laufen mit`m Fuß vom Gas, mit Gas schüttelt er immer entsprechend der Stärke der Kolbenbeschleunigung durch die Verbrennung!
:fahrer:

Grüße,
Dieter
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Re: Einstieg in die Glühkopfwelt

Beitragvon Socke » 03.12.2018, 23:23

http://www.schlepperfreunde-nordbaden.de/images/artikel/auswuchten.pdf


Viel Spaß!
Socke
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Re: Einstieg in die Glühkopfwelt

Beitragvon BULLI » 04.12.2018, 17:02

Hallo zusammen,

das mit dem Auswuchten des Motors, wurde nach meinem Wissen, bisher lediglich angerissen.
Jetzt war es aber echt geballte Info !
Habe mal ein Foto vom rechten Schwungrad bereit.
SW.PNG
Große Backenkupplung ?
Handelt es sich um ein großes "schweres"? Große Backenkupplung ?

Gewichte sind jedenfalls keine montiert.
Danke für die Umfangreichen Aussagen zum Thema Unwucht :beifall:

Und wie ist das jetzt mit der Abgrenzung zwischen vor und nachkriegs Bulldog ?
Ich hatte zuvor auch schon mal die Frage in den Raum gestellt.
Es wird immer wieder so unterschieden, aber wann genau ist der Wechsel ?

@Thomas Tisch: Lebst du echt in Australien ???

Grüße Güne
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Re: Einstieg in die Glühkopfwelt

Beitragvon treez » 04.12.2018, 17:09

Hallo Güne,

die Bulldogs (oder Fahrzeuge im Allgemeinen) aus Kriegsproduktion zählen noch zu der Vorkriegsausführung. Danach: Nachkrieg.


Grüße,

Dirk
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Re: Einstieg in die Glühkopfwelt

Beitragvon Thomas Tisch » 04.12.2018, 17:31

Hallo,
es gibt keine schwere Backenkupplung. Bei den großen Maschinen gibt es nur die eine. Also es gibt Backenkupplung, kleine und große Scheibenkupplung. Auf der Reglerseite hatten alle Vorkriegsmaschinen das gleiche, schwere Schwungrad. Bei den Nachkriegsmaschinen gab es das gar nicht mehr, da waren die Schwungräder deutlich leichter.
Die kleine Backenkupplung ist die der 20, 25PS und 2806-3606 Maschinen. Ich glaub die spanischen 38PS hatten die auch.
Ja, ich hab fast 20 Jahre ganz in Australien gelebt und pendle die letzten Jahre so hin und her.
Grüße,
Thomas Tisch
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Re: Einstieg in die Glühkopfwelt

Beitragvon gft » 04.12.2018, 19:35

Hallo an Alle,
mit dem vorhanden sein der Backenkupplung hat sich das Thema Zahnkranz und leichtes Reglerschwungrad wohl erledigt, denn zur Backenkupplung gehört auch von der Produktionszeit her ein schweres Reglerschwungrad! Ich glaube mal nicht, das ein leichts Reglerrad aus den frühen 50érn montiert wurde!
Die letzten passen auch vom Keilriemenlauf nicht, denn dieser wurde glaube 1952 oder so nochmal um ein paar Zentimeter verlegt!

Damit ist die Sache Schwungmasse an sich schon mal erledigt, bist weit besser aufgestellt als so manch anderer in der Szene!

Zu der Frage Vorkrieg / Nachkrieg kann man sich beim Lanz auch relativ gut an zölligen und metrischen Gewinden orientieren, wobei in der Kriegszeit auch einiges durcheinander lief und gewürfelt wurde, was gerade rum lag! Somit gibt es einige Baujahre mit totalem Mischkram in den Gewinden, also aufpassen wenn man so einen hat!

Wenn das Thema Verdichtung und Vorverdichtung nicht angegangen werden soll, sowie links vielleicht noch das originale Ausgleichsgewicht sitzen geblieben ist, dann kann man sich ja mal auf der rechten Seite rantasten und versuchen, was sich da tut!
Bei der Backenkupplung sitzen die Gewichte weiter außen als bei der kleinen Scheibenkupplung, also wird nicht sooooo viel gebraucht! Meine persönliche Vermutung liegt so um 600 - 900 Gramm??

Da die Riemenscheibe kaum weiter außen sitzt als die Position der Ausgleichsgewichte würde ich die Innenseite der Riemenscheibe nutzen, um handelsübliche Klebegewichte aus dem LKW Bereich (200 g) probehalber zu verkleben! Natürlich darf dann die Kupplung nicht mehr getreten werden, logisch! Wenn der Wert ermittelt wurde, ab in die Flacheisenschmiede und schauen ob metrische oder zöllige Befestigungsschrauben gebraucht werden,....

Viel Erfolg,
Gruß,
Dieter
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Re: Einstieg in die Glühkopfwelt

Beitragvon BULLI » 05.12.2018, 10:57

Hi,
du meintest am ganzen Trecker können die Gewinde zöllig, bzw. metrisch durcheinander gewürfelt sein :cry:

Weiß jemand, ob die Löcher zur Befestigung der Gewichte, überhaupt ein Gewinde haben ?
Ich hatte den Eindruck es sind einfach durchgebohrte Löcher +/-16mm, da ist so viel Farbe darauf und darin ???

Sonst könnte ich auch das Flachstahl z.B.10 mm dick anfertigen und schließlich Feingewinde hinein schneiden (hält mehr aus)
um das ganze von innen nach außen zu verschrauben. Das Gewicht wäre dann außen in der Aussparung.

Gruß Güne
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Re: Einstieg in die Glühkopfwelt

Beitragvon engineer » 05.12.2018, 18:25

Hallo Güne,
die Gewinde waren original in den Gewichten,die Schrauben von innen nach außen. Feingewinde würde ich nicht empfehlen,aufgrund der Biegung mußt du schon genauestens bohren damit die nachher anpacken.

Das mit dem "durcheinandergewürfelt" darfst du dir nicht so vorstellen daß es zB.an ein und demselben Getriebe M- und Zoll gibt. Daß ein Zoll-Getriebe mit einem M-Motor ab Werk kombiniert wurde bezweifle ich. Das hätte bei der Ersatzteillieferung Chaos gegeben! "Alte" Zylinderköpfe wurden jedoch aufgebraucht.
Das Durcheinander ist erst später bei den Besitzern entstanden.

Die Standruhe eines Bulldog hängt auch sehr mit der Bereifung,Art der Felgen,Radgewichte,Luftdruck zusammen. Probier mal wie es mit weniger Luft vorne und hinten ist !

Was für ein Baujahr ist denn dein Bulldog, 1940?
Hat er eine gefederte Achse?

Schöne Grüße
Thomas Roth
engineer
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Re: Einstieg in die Glühkopfwelt

Beitragvon BULLI » 05.12.2018, 19:49

Hallo zusammen,

der Trecker ist laut Papieren, EZ 1942. Ich habe aber keinen originalbrief aus der "Hitler Zeit", :roll: mit Starrer Achse.

Mir ist etwas aufgefallen, das mir auch nicht ganz plausiebel erscheint, seht euch dazu mal mein Bild vom Schwungrad an:
Wenn der Keil in der KW (rechte Seite) oben auf 12h steht, ist der Kolben vorne - also auf OT. von mir aus auch VT.

Aber ist es nicht normalerweise so, dass die Gegengewichte zu Kolben/Pleuel (bei den meißten Motoren als Kurbelwangen ausgeführt) anders herum arbeiten ?
Also am Hubzapfen kein extra Gewicht, gegenüber aber schon.
Vielleicht habe ich einen Denkfehler drin, aber da ist es anders herum, oder :kratz:
Könnt ihr mir sagen, ob die Position von Keil (12h), Kolben (auf OT) und dem schweren Teil des Schwungrades (zeigt dann nach vorne) so stimmen ?
Ist das bei eueren Maschinen auch so ?

Danke für die wertvollen Beiträge,
Grüße Güne
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Re: Einstieg in die Glühkopfwelt

Beitragvon gft » 05.12.2018, 20:16

Ich habe bei meinem 53èr den Schmiernippel oben, bzw. den Keil unten wenn der Kolben ganz vorne (im "OT") steht!
Dann ist auch der gegossene schwere Teil des Schwungrades hinten!
Dies ist auf beiden Seiten der Fall!

Dein Kupplungsschwungrad ist auch so gefertigt, also am Rad kann es nicht liegen!

Schau dir deine Kolbenposition nochmal an, da kann was nicht stimmen,....

Gruß,
Dieter
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