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Spionmaße ?

Alles über den Lanz Bulldog - Glühköpfe. In diesem Forum sind auch Beiträge zu Halb- und Volldieseln bis Ende 2009 enthalten.

Spionmaße ?

Beitragvon Gerald » 24.09.2017, 17:12

Einen schönen guten Abend liebe Gemeinde!
Ich verpasse meinem 38er gerade mal wieder eine Frischzellenkur. Also Hauptlager, Filzringe, Pleuellager, Kolbenbolzen und Kolbenbolzenbüchse und genau dafür benötige ich die Spionmaße zum einschaben der Lager.
Pleuellager - Spionmaß 100er Zapfen also in Abhängigkeit auch davon ob Alulager, Dreistofflager usw.
Kolbenbolzen/Kolbenbolzenbüchse - Spionmaß, da gehe ich von einem Messinglager aus. Alles noch nicht vorhanden, mal schauen, was ich bei den üblichen Verdächtigen so bekommen kann.
Letzte Frage: Axialspiel der Kurbelwelle - Gibt es da von - bis - Richtwerte?
Gruß posting.php?mode=post&f=2#Gerald
Gerald
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Re: Spionmaße ?

Beitragvon oldtimerfreud » 24.09.2017, 18:28

Hallo,

wende dich an Ludger Belting der Man ist der Beste.
:fahrer: :fahrer: :beifall: :beifall:


LG
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Re: Spionmaße ?

Beitragvon gft » 24.09.2017, 19:27

Ob er der Beste ist, kann ich noch nicht beurteilen, aber habe die gleiche Nummer gerade hinter mir und stehe recht kurz vor`m ersten Anlassen!
Ich bin per Zufall noch vor Anmeldung hier auf Ludger Belting gestoßen und muss sagen, alles was er gemacht und/oder gesagt hat, hatte echt Hand und Fuß!!

Beispielsweise sagte er bei der Bearbeitung des Schwungrad, warum ich denn den Zahnkranz abgebaut hab. Antwort von mir. War so, hab doch keinen Anlasser, also wofür?
Seine Antwort: Klar brauchst den, fehlt bei der Schwungmasse, muss unbedingt einer dran, oder besser noch nen breitern tieferen Ring mit mehr Masse, da die kleine Scheibenkupplung schon relativ leicht ist für 45/55 Ps :idea: !
Nen Ring hab ich nun!! :mrgreen:

Würde ihn kontaktieren bevor de bei den "üblichen Verdächtigen" bestellst, denn vieles was von da kommt, fällt bei ihm gnadenlos durch weil nur gut aussieht, aber qualitativ nix ist,.!!! Auch das hab ich selber gesehen/erlebt!

Bei meinem 9506 (Umbaueiler 9538) wurde so eine "Frischzellenkur" vor einigen Jahren, bevor ich den kaufte, von einem angeblichen Lanz Speziallisten mit über 30 Jahren "Erfahrung" gemacht, RESTLOS MÜLL!!!!! :shock: :evil:
Alles raus, alles in die Tonne, hat wohl keine 500 Km gehalten!
Dies inkl. Kolben und Pleuel, da der Kolben schief gebüchst für den Bolzen und das Pleuel geschweisst und zu groß gebohrt wurde!(3mm außen am Bolzenlager) :evil: :evil: :evil:


Im Heinl und der Btriebsanleitung steht prinzipiell alles notwendige drin, um die Arbeiten zu machen, aber nicht jeder hat nen Maschinenbaubetrieb Zuhause und den braucht man dabei um`s richtig gut zu machen! Scheisse hab ich nun gesehen und wollt ich nicht nochmal,.......

Gruß in die Gemeinde,
Dieter
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Re: Spionmaße ?

Beitragvon Gerald » 25.09.2017, 19:35

Schönen guten Abend!
@ Oldtimerfreund, @ Dieter
Danke für Eure Bedenken und den sicher gut gemeinten Verweis auf einen mir unbekannten Herrn Ludger Belting. Sicher auch ein Meister seines Faches. Ich kann das aber weder bewerten noch beurteilen.
Die Welle habe ich nun heute herausgebaut und sie liegt fein säuberlich auf dem Bock.
Die neuen Teile sind unterwegs, Rob hatte alles auf Lager.
Die Spionmaße habe ich nun in meinem Bücher-Sammelsurium auch wieder gefunden und die sind eben wichtig bei der Arbeit mit Löffelschaber. Ein ordentliches ausgedrehtes Pleuellager ist immer nur bedingt okay. Ebenfalls die Kolbenbolzenbüchse - Reibahle durch und rein damit. So muss natürlich jede normale Werkstatt verfahren, da dies ein Bruchteil an Zeit benötigt gegenüber schaben. Kein Werkstattmeister kann die Stunden dem Kunden wirklich weiterberechnen.
Also Danke nochmal für die Aufmerksamkeit, alles in bester Ordnung.
Gruß Gerald
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Gerald
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Re: Spionmaße ?

Beitragvon gft » 25.09.2017, 21:29

Hallo Gerald,
ich werde sicherlich nicht dafür bezahlt, für andere Leute hier Werbung zu machen, hab nur berichtet was ich erlebet habe!

Mein Kolben ist in den Bolzenaugen leicht schief ausgebüchst worden, was das Pleuel krumm gezogen hat und somit das Pleuellager bei der erstbesten Belastung gefressen hat, wie gesagt wurde das gemacht von einem, der mit 30 Jahren Erfahrung bei der Überholung von Lanz bei dem Verkauf seines Eilers wirbt!!!! :evil:

Die qualitäten der "Rob" Teile sind teils gut, teils na ja, halt unterschiedlich!
Mein Pleuellager hab ich auch von ihm, das ist gut! Aber ist schon ne Plage, wenn de so bis zu 3 mm aus dem recht harten Zweistofflager schaben willst, Dreistoff hat er nicht (oder hast Alu/Zink gewählt?) Zudem müsstest ja wohl im Block ständig anpassen, damit de gerade bleibst! Das ist sau Malloche, ständig wieder zu verschrauben und wieder raus zu nehmen!

Zudem frage ich mich gerade, wie du mit nem Spion arbeiten willst, da kommst nicht mit klar! Wenn schon geschabt, damm mit Tuschierpaste auf Tragbild ohne Zwischenscheiben auf -0- Maß, dann das Spiel und die Zitronenform mit den Blechen einstellen!
Heinl läst grüßen!!!!! :mrgreen:

Bei der bei mir nun wieder notwendigen Überholung bin ich auf Anraten des von mir favorisierten L. B. von Filzringen (welche bei mir etwa 2 cm zu kurz waren :shock: ) auf Radialwellendichtringe bei beiden Hauptlagern und Ausrücker gegangen!
Kolben war eh Müll, Pleuel auch (da zudem noch am Pleuelbolzenlager AUSSEN 3mm ausgebohrt und rumgeschweisst wurde) Lager und Bolzen logischerweise sowieso Neu, nutzt ja nix!

Wenn die Welle selber einwandfrei ist und der Zapfen astrein rund, dann macht es viel mehr Sinn, den zu messen und danach beide Lager im Pleuel in einem Arbeitsgang ohne umspannen mit einer geeigneten Maschine auszuspindeln, dies mit der Zitronenform ohne die Bleche und mit einer geeigneten Passung am Kolbenbolzen!! Das passt wenigstens, ist vor allem garantiert gerade und ist qualitativ weit besser als Tagelang zu "Löffeln"!

Natürlich werden die Leute ihre Tricks und Kniffe hier nicht Preis geben, wären ja schön blöd wenn sie`s tun würden!

Mach wie de magst, jeder ist seines Glückes Schmied, werde aufhören dich belehren zu wollen,........
Währ nur schön, ehrlich zu hören wie es geklappt hat,..... :?:

Gruß,
Dieter
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Re: Spionmaße ?

Beitragvon Gerald » 28.09.2017, 18:52

Hallo Dieter,
ich bin kein Vielschreiber, wie sich ja auch hier ablesen lässt, Jahre und Beiträge. Aber ich entspreche Deinen Wunsch und werde von Zeit zu Zeit über den Fortlauf und Erfolg oder Nichterfolg berichten.
Von einer Grundsatzdiskussion, ob Robs Teile gut oder schlecht sind, möchte ich mich voll distanzieren, auch wenn das durchaus forumsüblich ist.
Alle Lanz-Schrauber können sich glücklich schätzen im Jahr 2017, dass es Leute gibt, die in komischen Kellergewölben, Hinterhöfen und merkwürdigen Scheunen Lanz-Teile nachbauen und zum Verkauf anbieten. Eine Qualitätsdiskussion darüber, ob nun Rob, Delegro, Bausch, Damme & Co. besser oder schlechter sind, muss jeder mit sich selber ausmachen. Es kann überhaupt gar kein Nachbauteil geben, was nicht in irgendeiner Form nachgearbeitet werden muss. Dazu sind die Bautoleranzen und Jahrgangstypen bei Lanz viel zu unterschiedlich. Es wäre eher eine zufällige Seltenheit, wenn etwas von der Stange passt.
Mach wie de magst, jeder ist seines Glückes Schmied

Das werde ich tun. Es liegt in meiner Grundeinstellung als Hobbyschrauber, Lanz fahren und natürlich auch den Lanz selber schrauben. Und Probleme sollte es eigentlich nie geben. Immer nur Lösungen.
Ein Lanz-Schrauber darf schon mal mit seiner Ölpumpe schlafen, damit er die auch richtig versteht :roll:
Lagertechnik hat ja nun weiß Gott nix mit Lanz zu tun, auch wenn hier der Augenmerk auf einer relativ einen Punkt Belastung (Zapfen) liegt. Selbst AMG-Dünnwandlagertechnik ist da fast Spaß dagegen. Die Königsklasse für Lagertechnik liegt jedoch in NH3-Hochverdichtungskompressoren.
Das aktuelle Arbeitsfeld - die Welle. Ja, die Welle lohnt sich.
http://www.directupload.net/file/d/4859/uvrkgnil_jpg.htm
http://www.directupload.net/file/d/4859/5pbgz4f4_jpg.htm

qualitativ weit besser als Tagelang zu "Löffeln"

Dem kann ich nicht beipflichten. Jedoch muss das jeder für sich selber entscheiden. Das ist, was ich meine mit dem Werkstattmeister, der die Sache unmöglich dem Kunden berechnen kann.
Ich kalkuliere ca. 30 - 45 Stunden für das Pleuellager. Kolbenbolzenlager etwas weniger.
Gruß Gerald
PS: Alsfeld winkt schon mit der Fahne und viele interessante Schraubergespräche.
Gerald
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Re: Spionmaße ?

Beitragvon Frank K. » 06.10.2017, 17:55

Guten Abend.

Hier zwei Kleinigkeiten am Rande. Hoffe es lassen sich beide Sachen öffnen.
http://www.oskarsellschopp.de/Technik/L ... piele.html

Anmerkung zu meinem (Egelmeers)Alu-Pleuellager: Bei den Alu-Lagerschalen 0.2mm unterlegt (Lager bei Trennstelle angepasst). Dann den Pleuel so auf der Fräsmaschine gerichtet, dass das Bronce-Kolbenbolzenlager exakt fluchtete. Dieses war noch in der Toleranz.
Dann das Alulager ausgespindelt. In meinem Fall waren es glaub ca 0.29mm grösser als Hubzapfendurchmesser. Habe mich an die Angaben aus der Automobiltechnischen Zeitschrift von 1939 gehalten. Mit HSS-Viertelkreisfräser R6mm den Radius beidseitig nachgefräst. Ich glaube die Breite (Achsial) habe ich auch Bearbeitet, um ein Achsialspiel von ca 1mm oder mehr zu erreichen. Danach die 0.2mm Bleche entfernt und das Lager an der Trennstelle wieder nachgearbeitet, sodass das Achsialspiel (Längsspiel) ca 0.09mm war und das Radialspiel ca 0.29mm.
(Meine Massangaben habe ich so im Kopf, daher evtl nicht auf 0.01mm genau. Hätte die Ist-Masse wohl notiert, finde die entsprechenden Notizen aber gerade nicht...)
Die Tragfläche des Alulagers habe ich mit Tuschierfarbe vor der "endgültigen" Montage geprüft. Das Ergebnis hat mich positiv überrascht, musste nichts mit Schaber Nacharbeiten.
Bisher hatte ich mit diesem Lager von Egelmeers noch keine Probleme (obwohl die Oeltaschen nicht mit originalen Lagerschalen identisch sind).

Übrigens den Abstand von Mitte der beiden Bohrungen im Pleuel soll 520mm betragen. Dies hat Einfluss auf das Spaltmass, dies soll beim 10L GK meines Wissens 1.5-2.0mm im eingebautem Zustand sein. Ohne Kupferring am Zylinderkopf am "einfachsten" Spaltmass 0mm, dann mit neuem 3mm Ring ergibt es 2.0mm...theoretisch...( Nicht ganz einfach in der Praxis).

Hoffe es lässt sich was nützliches aus meinem Beitrag herausnehmen. Viel Erfolg, ruhige Hand und Geduld beim Schaben. Würde mich über ein paar Fotos vom Lagerbearbeiten freuen.
Mit freundlichen Grüssen, Frank.
Dateianhänge
atz_24_1939.pdf
(1.12 MiB) 123-mal heruntergeladen
Frank K.
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Re: Spionmaße ?

Beitragvon Eicher3010 » 06.10.2017, 18:08

was ist ein Spionmaß ??
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Re: Spionmaße ?

Beitragvon Gerald » 08.10.2017, 13:05

Einen schönen Sonntag zusammen!

@Eicher3010
Ein Spionmaß ist so etwas wie ein Lagerspiel in vielerlei verschiedener Form.
Tools dazu findest Du für kleines Geld z. B. hier: https://www.louis.de/artikel/fuehlerlehre-20-blatt-0-05-1-0-mm/10003927?utm_source=google&utm_campaign=Onmacon&utm_medium=PSM&utm_term=Fuehlerlehre%2020%20Blatt

Erst mal einen riesengroßen Dank an Frank für seinen Link. Den sollte man glatt ausdrucken, einrahmen und sich in die Werkstatt hängen.

@ Dieter
Natürlich werden die Leute ihre Tricks und Kniffe hier nicht Preis geben, wären ja schön blöd wenn sie`s tun würden!

Da hast Du natürlich recht. Auch uns ist es einmal so ergangen, dass wir bei einer wirklich großen Schrauberbude nicht mal einen Blick in die Werkstatt werfen durften.
Aber solch ein Forum sollte ja für einen offenen und fairen Gedankenaustausch da sein.

Danke auch nochmal an Frank für seine Arbeitsdokumentation an seinem Bulldog.

Vorwort:
Es gibt ja immer einen Grund, warum man etwas macht am Bulldog oder auch nicht, oder eventuell auf später verschiebt, da eventuell dies und das und jenes noch im Grenzbereich liegt. So eben auch bei uns. Der Hauptgrund, der Bulldog schmiss Öl heraus. Die Pumpe schon bei 0,6 und 8,0 bei einem 30er Öl, wo ja bekanntermaßen der Flammpunkt nochmal 17°C tiefer liegt als beim 50er. Also irgendwann ist Schluss mit lustig und die Kolbenringe müssen raus. Ist das alles nun schon mal raus, kann man auch gleich mal den Rest mit überarbeiten, wo man schon lange wollte, was man aber immer vor sich hergeschoben hat. Und das sind eben Pleuellager, Kolbenbolzen, Hauptlager usw., was sich vor allem bemerkbar macht bei Bergabwärtsfahrt. Natürlich unter Beachtung, das ein Glühkopfmotor keine Motorbremswirkung aufweist.
Die Arbeiten schreiten voran. Besonderen Augenmerk gilt dabei erst einmal der Aufarbeitung des Kolbens, Entfernung der Kokskohle in den Schlitzen für die Kolbenringe ohne Schaden zu verursachen, damit die neuen Kolbenringe wieder ein schönes Arbeitsspiel bekommen.
Nebenbei haben wir gleich auch nochmal mit an das Gasgestänge Hand angelegt. Wie auf dem Bild im Anhang zu erkennen ist, wurde die Einstellschraube für das Standgas zur Ölpumpe verschweißt. Dies habe ich schon bei vielen Bulldogs so gesehen. Dies ist ein Feingewinde und kann (so meine Vermutung) "schnell" ausklappern. Wir haben das mal wieder in das Originale versetzt, um die Ölpumpe wirklich feinst schon für das Standgas einstellen zu können. Landläufig wird das unter dem Bulldog mit zwei Zangen über das Gestänge (Torsionsverdrehung) gemacht. Das geht jedoch nicht oft. Nachteil an dieser original Einstellungsmöglichkeit - bei Bulldogs mit kleiner bzw. großer Scheibenkupplung muss alles runter. Bei Bulldogs mit Backe geht das, aber nur mit Kinderhänden. Ebenfalls haben wir gleich mal das Ausgangsloch für die Welle zur Ölpumpe frisch ausgebüchst, damit die Führung wirklich sauber ist. Ob diese Büchse überhaupt original vorhanden ist, kann ich nicht mal sagen, da bei den allermeisten Bulldogs, die ich gesehen habe, lediglich ein kunterbuntes Loch darin ist ohne jegliche Führung. Dies sollte aber im Allgemeinen nicht so die wichtige Rolle spielen. Immerhin kann da gleich bei leckenden Bulldogs das Öl aus der Tonne ablaufen. Als wichtig empfinde ich, dort eine saubere Führung zu haben, nicht für den Leer- oder Volllastbereich, sondern für die gemütliche Kaffeefahrt bei 400 bis 500 Umdrehungen, da ja ohnehin noch Spiele in diversen Kreuzgelenken dazukommen.
https://picload.org/view/dgcioaww/dsc06150.jpg.html

Soweit erst einmal ein schönes Restwochenende
Gerald

PS: Lanz Getriebeöl 680er und für Leute, die Wartungsarbeiten an Steckachsen, Schalthebeln und Handbremsscheiben aufschieben möchten: Ambroleum / Fließfett oder dessen Generikas.
Gerald
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Re: Spionmaße ?

Beitragvon Mibl Lanz D7531 » 08.10.2017, 15:51

Hallo,

Du hast ja den Hebel für einen 30/35er an der Ölregulierung, nicht für den 38er. Das hast du unter Last zu wenig Öl. Dies zur Info. Ist natürlich deine Entscheidung was du machen möchtest.

Gruß
Mibl Lanz D7531
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Re: Spionmaße ?

Beitragvon Gerald » 08.10.2017, 17:28

Einen schönen Guten Abend!
Hallo Mibl Lanz!
Danke für diesen Hinweis. Man lernt eben nie aus. Wie viele andere auch, haben wir diesen Bulldog halb zerlegt / Schrott vor dem Schlimmsten der Presse bewahrt. Die abgebauten Teile auf dem Boden in der Scheune und im umgebauten Schweinestall auf einem Hof zusammengefunden. Natürlich sind solche alten Bulldogs während ihres Arbeitslebens durch so einige Schlosserhände gegangen und damals galt: Hauptsache er läuft wieder irgendwie.
Deinem Hinweis werde ich natürlich tiefer auf die Spur gehen - eventuell mit Deiner Hilfe?
Es wäre nicht das erste falsche verschraubte Teil an diesem Bulldog. Zu Beginn der Arbeiten an diesem Bulldog fanden wir schon einen 80er Hebel (Porsche-Verzahnung) Daumenwelle zur Exzenterschubstange bei einer 15er Einspritzpumpe. Wie der so mal gelaufen sein soll - keine Ahnung. Original ist das eben 100 mm.
https://picload.org/view/dgcprrgl/dsc01039.jpg.html
Dein Einwand ist völlig berechtigt. Das aktuelle Längenmaß Mitte zu Mitte ist 65 mm. Wie sollte es Deiner geschätzten Meinung nach original sein?
Da wir die Ölpumpe Grundlast und Volllast am Bulldog selbst einstellen und dementsprechend auslitern spielt das eigentlich keine Rolle. Jedoch - und da liegst Du jedenfalls voll im grünen Bereich - verändert sich das Regulierverhalten, vor allem im mittleren Drehzahlbereich für die Fördermenge der Ölpumpe.
Für eine nähere Ausführung Deinerseits wäre ich Dir sehr verbunden. Vielleicht kann man ja in Alsfeld noch einen originalen Hebel erhaschen.
Mit Schraubergrüßen
Gerald
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Re: Spionmaße ?

Beitragvon Mibl Lanz D7531 » 08.10.2017, 21:11

Hallo Gerald,

Der Originale Hebel für den 38er ist ca. Mitte Mitte Bohrung 15-20mm kürzen, ist geschätzt, wenn du es genauer wissen möchtest muss ich mal nachmessen. Die Hebel Gibt es aber im Nachbau, diese sind leicht Halbmondförmig gebogen. Am besten du fragst mal bei den Teilehändlern in Alsfeld, die haben sicher was.
Dein Bulldog scheint ja einige Betriebsstunden auf dem Buckel zu haben, dein Kupplungspadal hat ja schon ein Loch in der Platte, wie ich auf dem Foto gesehen habe.
Mein 35er hat das auch, ich habe da auch nix gemacht, es soll ja von einem harten Arbeitsleben zeugen.

Gruß Mario
Mibl Lanz D7531
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Re: Spionmaße ?

Beitragvon Frank K. » 10.10.2017, 18:19

Guten Abend.

So wie ich das Ganze verstanden habe, wird der alte Kolben weiterverwendet. Als Tipp volgendes:
Vor dem Reinigen des Kolbens würde ich den Zylinder mit einem 2-Punkt-Innen-Mikrometer und einem 3-Punkt-Innen-Mikrometer exakt vermessen.
Einerseits den vordersten Teil des Zylinders, da wo kaum Verschleiss entstehen kann.
Und andererseits den Bereich der Ein- und Auslass-Schlitze.
Vielleicht ist dies ja schon gemacht worden...

Denn bei meinem Motor war die sogenannte Anlaufkante ungefähr 0.35mm hoch.
Dies würde einen Durchmesserunterschied zum Neumass von ca. 0.7mm bedeuten.
Jedoch im Bereich der Spülschlitze war der Zylinder am meisten ausgeleiert.
Beim Überarbeiten der Zylinderbohrung wurde so wenig wie möglich ausgedreht.
Nach anschliessendem Honen betrug das Mass der Zylinderbohrung 226.92mm (Zylindrizität 0.02mm).
Dies als Hinweis. Wenn schon so viel gemacht wird, finde ich dass ein Übermasskolben in Betracht gezogen werden sollte (falls notwendig).
Die Verschleissgrenzen sind glaub in der Liste drin.

Übrigens gilt der Dank denjenigen, die solche technische Angaben ins Internetz stellen und zugänglich machen...

Mit freundlichen Grüssen, Frank.
Frank K.
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Re: Spionmaße ?

Beitragvon bulli1706 » 11.10.2017, 15:35

Hallo Frank.
Schau mal in diese Liste.
http://www.oskarsellschopp.de/Technik/Lanz/Laufspiele.html
Schönen Gruß von Oskar :wink:
kiek nich int Muuslock ... kiek nah de Sünn !
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Re: Spionmaße ?

Beitragvon Gerald » 19.10.2017, 20:27

Schönen Guten Abend!
@ Mibl Lanz
Zur weiteren Verifizierung bezüglich des kleinen Stückes Gashebel zur Ölpumpe habe ich mal ein Bild mit Nummer gemacht. Für mich stellt sich da jetzt noch die Frage: der 38er ist ja aus dem 35er erwachsen, eventuell hat man das damals vielleicht sogar original so verbaut? Aber eventuell gibt es ja auch andere Gedanken.
http://www.directupload.net/file/d/4880/ouwjpgyl_jpg.htm
Weiter zum Lagerwechsel:
Die Teile sammeln sich so langsam auf der Werkbank zusammen. Die Welle bekommt noch zwei neue Anlaufscheiben, hauptsächlich aus dem Grund, weil eine Scheibe gerissen ist (siehe Bild) und aus einer Art Pertinax besteht.
Frage: Wurde so etwas mal original verbaut oder ist es ein recourcenschonender Service in Kriegszeiten gewesen?
http://www.directupload.net/file/d/4880/l5cyse2o_jpg.htm
http://www.directupload.net/file/d/4880/v2sejp4q_jpg.htm
Also nur noch Bohren, Senken, Nieten und über die Tuschierscheibe.
Zur Welle:
Zapfen vermessen und ich bin erstaunt, dass der Zapfen so etwas von rund ist (weit unter einem Hundertstel), obwohl das alte Lager so etwas von viel Spiel hatte - sehr bemerkenswert.
Das neue Lager wird ein 2-K-Lager
http://www.directupload.net/file/d/4880/d6i5u572_jpg.htm
Die Rohmaße sowohl vom Pleuellager (95... Das sind dann etwa 2,5 mm) als auch von der Kolbenbolzenbüchse sind schon extrem, um sie von Anfang an durchzuschaben. Ich werde hier
Franks Hinweis beachten - erst mal bis kurz unter Nullmaß ausspindeln (natürlich mit Pleuel) und den Rest per Anpassung schaben, eventuell die zwei, drei letzten Aufschnallungen für das Tragbild mit Kolben bei eingebauter Welle, um auch noch das eventuell vorhandene Winkelmaß zwischen Kurbeltriebgehäuse und Zylinder mit zu beachten. Auch wenn es eventuell mühselig ist, den Kolben zwei, drei Mal rauszuholen, vor allem zu verschrauben.
Soweit erst mal.
Gruß Gerald
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