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Dichtfläche der Luftklappen bearbeiten

Alles über den Lanz Bulldog - Glühköpfe. In diesem Forum sind auch Beiträge zu Halb- und Volldieseln bis Ende 2009 enthalten.

Dichtfläche der Luftklappen bearbeiten

Beitragvon Frank K. » 13.08.2017, 19:54

Hallo zusammen.

Im Forum habe ich keine Diskussion gefunden, welche mir weiterhilft. Darum Folgendes: Meine Fragen richten sich an alle, die den Luftklappensitz an Ihrem Bulldog überarbeitet haben. Und zwar geht es um die Überarbeitung der Dichtfläche, auf welcher die Luftklappen aufliegen.

-Habt Ihr den Luftklappensitz in einer, speziell dafür angefertigten, Halterung eben eingespannt und anschliessend auf einer Flachschleifmaschine flachgeschliffen?

-Oder habt Ihr den Luftklappensitz auf einer grossen Läpp-Platte mit grobkörniger Läpp-Paste eben geläppt? (ich befürchte eine allzu geringe Oberflächen Rauheit könnte für ein «ankleben» der Membrane sorgen…?)

-Oder habt Ihr den Luftklappensitz auf einem Frästisch eben ausgerichtet und mit einem schnittigen Planfräser oder scharfen HSS-Stirnwalzenfräser Plangefräst?


Bin um viele detaillierte Antworten froh, am liebsten mit eingestellten Fotos vom Bearbeitungsprozess.
Oder vielleicht hat jemand eine Anleitung aus dem "Anweisungsbuch für den techn. Aussendienst" von der Firma Lanz... Apropos, wie komme ich an eine Kopie von diesem Anweisungsbuch?

Im Voraus vielen Dank und mit freundlichen Grüssen, Frank.
Frank K.
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Re: Dichtfläche der Luftklappen bearbeiten

Beitragvon RT-andreas » 14.08.2017, 08:56

Hallo Frank,

da braucht es keine Diskussion überlege einfach mal um was es geht. Die Dichtfläche sollte nicht gerade buckelig sein also sauber und eben aber nicht zum Extrem treiben, bringt nix. Bei 10 l Hubraum und 200-800 U/min und dem Öffnungsquerschnit der maximal beim Ansaugen entsteht, was machen da Zehntelbruchteile "Spalt" an den Lamellen denn aus bei der Füllung? In der Praxis nix. Ankleben kann da auch nichts, selbst wenn man es läppen würde, dazu müsste Öl, Fett auf der Flächen verharzen und dann klebt es auch bei rauher Oberfläche.
Beim Bulldog darf man nicht den Fehler machen alles möglichst passgenau und geläppt zu restaurieren, das geht bei Funktion und Haltbarkeit meist nach hinten los. Überall etwas Spiel, dazu gut Fett/Öl und der Motor läuft und läuft.
Qick und dirty, wenn stark korrodiert alles fein Glasstrahlen und wenns sein muss noch mit Klotz/Glascheibe und Schleifpapier abziehen, fertig. Weniger Ansaugunterdruck durch geeigneten und sauberen Luftfilter bringt entschieden mehr als bei dieser Dichtfläche sich zu verkünsteln nach meiner Erfahrung.

Viel Erfolg andi
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Re: Dichtfläche der Luftklappen bearbeiten

Beitragvon Frank K. » 14.08.2017, 21:56

Hallo Andi.

Mir ist sehr wohl bewusst, dass ein 10Liter Bulldog grundsätzlich auch noch mit krummen/undichten/rostigen/offenen/durchgerosteten Luftklappen läuft. Der Motor lässt sich einfach schlecht andrehen. Bei mir habe ich versehentlich die schlecht zugeschnittene Dichtung so montiert gehabt, dass der innere Rand sehr nahe an den Luftklappen war. Nach dem ersten öffnen der Luftklappen stellten diese beim zurückfedern an der Dichtung an und sie blieben immer Minimum 0.25mm geöffnet. Beim Fahren merkte ich nichts.

Jedoch an der Leistungsbremse erreichte mein D8506 nicht so viel PS, wie er sollte. Nun möchte ich die möglichen Fehlerquellen beseitigen. In Verdacht steht auch der Luftklappensitz, da auf dessen Dichtfläche fühlbare Stellen vorhanden sind, welche im Laufe der Jahrzehnte durch die Luftklappen verursacht wurden. Nur mal angenommen es entweichen 5dl Luft so sind dies 5% weniger Volumen. Diese stehen dann der Verbrennung im Motor nicht mehr zur Verfügung, ob dies auch mit 5% Leistungsverlust einhergehen würde weiss ich nicht.

Als Anmerkung zum Thema «nicht zu passgenau» und «überall etwas Spiel» habe ich meine Erfahrungen gemacht. Nahezu alles was ich nicht bestmöglich, sauber und exakt bearbeitet und revidiert habe, nahm ich mindestens ein zweites Mal auseinander. Übrigens Metallstücke können aneinanderkleben, man denke an die Endmasse aus der Messtechnik, welche man «ansprengen» (anschieben) kann. Diese können sogar Kaltverschweissen.

Danke für den Tipp mit dem Luftfilter. Habe meinen mit losen, in Benzin gewaschenen, getrockneten(!) Kokosfasern gefüllt und mit warmem Motorenoel bestrichen. So wie in der Betriebsanleitung angegeben. (Dies muss sich ja tausendfach bewährt haben, sonst wäre dieser Füllstoff nicht Jahrelang von der Firma Lanz vorgeschrieben worden). Aber so wie mir in Erinnerung ist, habe ich allerdings nicht ganz dasselbe Gewicht hineingebracht, wie in der Anleitung/Ersatzteilliste angegeben ist. Eventuell hätte ich die Kokos-Füllung fester hineinstopfen müssen. Etwas loser sollte aber die Frischluft besser durchströmen können.

Mit freundlichen Grüssen, Frank.
Frank K.
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Re: Dichtfläche der Luftklappen bearbeiten

Beitragvon Funkel56 » 15.08.2017, 11:53

Hallo,

ich hatte vor einiger Zeit auch den Luftfilter überprüft. Nur zur reinen Kontrolle. Bei der Gelegenheit das Gehäuse unter dem Luftfilter mit den Federmetallplättchen gereinigt. Beim Auseinanderbauen zeigte sich ein nicht guter Zustand der Bleche. Zwei oder drei Bleche waren schon eingerissen. Die Anlageflächen am Gehäuse waren gut sichtbar eingelaufen. Ein Freund hatte mir geraten das Gehäuse müsste unbedingt plan geschliffen werden. Neue Federplättchen wurden besorgt. Alles in allen sollte es nach der Überholung dem Neuzustand entsprochen haben. Mein Bulldog startet und läuft aber genauso gut wie vorher. Eine veränderte Leistung konnte ich nicht feststellen. Allerdings hatte ich auch keine Leistungsmessung gemacht.

Gruß
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Re: Dichtfläche der Luftklappen bearbeiten

Beitragvon Socke » 15.08.2017, 22:56

Ich habe sie schleifen lassen. Hat bummelig 70€ gekostet, meine ich.
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Re: Dichtfläche der Luftklappen bearbeiten

Beitragvon RT-andreas » 16.08.2017, 08:37

Hallo Frank,
mein Beitrag von gestern ist wohl nicht angekommen, also nochmal Kurzversion:
0,25 mm Spiel sind keine leichten Erhebungen mehr, mir ging es um leichte Rostnarben etc bzw eben die Rauhigkeit nach einfachem Fräsen/Sandstrahlen. Schleifen ist überflüssig. Überleg einfach wann der neue Motor mit welchen mitteln im Werk gebaut wurde und dann im Feld überholt, CNC und Co war nicht, ist mechanisch genau wie beim leidigen Öl man kann es auch übertreiben.
Noch 2 Sachen zur Luft/Leistung. Wenns bei Vollgas rußt und doch keine Leistung kann man nach der Luft sehen. Rußt es nicht reicht die Luft (erstmal) aus. Meine 3 anderen Diesel aus der Zeit haben alle ne Toleranzangaben 5-6 PS oder 2 bis 14, man darf also auch bei Lanz nicht soo pingelich sein mit 40, 45, 55 PS....
Die Klappen sollten gut anliegen, also auf beiden Seiten gleiche Höhe des Einlassrahmens => in deinem Fall 0,3 mm überfräsen und gut. Teil 2 aus leidiger Erfahrung auf anderer Baustelle: Die Federstahlblättchen sind oft nicht gleich. Je nach Quelle können sie bei gleicher Stärke durchaus in der Federrate abweichen. Sind die zu hart öffnen sie erst garnicht voll bzw ist mehr Unterdruck nötig als normal => keine Volleistung. Also evtl auch mal andere Blättchen probieren, evtl dünner das bringt womöglich mehr als anderswo riesen Aufwand zu treiben. Die Dinger gibts auch in Federbronze, evtl eben selbst zuschneiden aus ner Platte.
Lufi und Kokos ist Ok, hat sich bewährt ist aber aufwendig. Ich hab nur mehrere Lagen Vlies von Dunstabzugshauben drin, mittlere Lagen geölt. Son Vlies als Strumpf über deinen Kokosfilter gezogen (leicht geölt) verhindert, dass sich der zu schnell mit Staub zusetzt und ist zudem leicht zu reinigen/ersetzen. Sowas wird im Modell/Motocrossbereich auch gemacht "Vorfilter" überzieher gegen Staub.
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Re: Dichtfläche der Luftklappen bearbeiten

Beitragvon Thomas Tisch » 16.08.2017, 09:29

Hallo,
das mit dem Filter kann man aber auch übertreiben. Vielleicht sollte man sich ja mal fragen, wofür ein LANZ ursprünglich verwendet wurde und jetzt verwendet wird. Wer fährt denn heute noch tagelang auf nem staubigen Acker rum, oder ist beim Dreschen von Spreu eingenebelt? Ich glaube die paar Pollen, die der LANZ im Frühling beim Spazierenfahren "einatmet", würde er sogar ganz ohne Filter verdauen.
Grüße,
Thomas Tisch
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Re: Dichtfläche der Luftklappen bearbeiten

Beitragvon RT-andreas » 16.08.2017, 15:26

[quote="Thomas Tisch"]Hallo,
Ich glaube die paar Pollen, die der LANZ im Frühling beim Spazierenfahren "einatmet", würde er sogar ganz ohne Filter verdauen.
Grüße,
Thomas Tisch[/quote]
Pollen, das ist es! Ich habe mich schon immer gewundert woher die ganzen Bienen, Wespen und Fliegen kommen beim Motorrad und Bulldog bzw Auto wenn ich den Filter reinige :mrgreen: (da sind immer 3 bis 18 Flieger drin, echt)
Mit dem Übertreiben hast du schon recht, deswegen bei mir das Vlies. da wird innen seit Jahren nix gemacht nur außen der Strumpf weg und neu drauf, fertig. Andereseits kommt bei der Agria ganz schön Schlamm zusammen wenn man den Ölbadfilter mal reinigt. Soo wenig ist es dann doch nicht selbst bei hauptsächlich Straße, OK saugt auch rund 1,50 m tiefer unten an - dafür aber entschieden weniger Volumen.

Gruß andi
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Re: Dichtfläche der Luftklappen bearbeiten

Beitragvon oldtimerfreud » 16.08.2017, 18:09

Hallo,


ich habe seit ungefähr 7Jahren ein normales Filterflies drin und die
Verschmutzung des Flies ist sehr minimal also ich meine ganz leichte
Verfärbung habs legedlich mal mit des Luft ausgeblasen.Hab zwar seit
2 Jahren ein Luftansaugrohr dran.Also meiner Meinung nach ich das mit
dem Dreck im Ansaug so wie Thomas es beschreibt sehr sehr minimal.


LG
oldtimerfreud
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Re: Dichtfläche der Luftklappen bearbeiten

Beitragvon Frank K. » 16.08.2017, 21:06

Vorab mal Danke für all die Antworten.

@ Funkel56 und Socke: Könnt Ihr beschreiben (evtl. mit Bild), wie die Aufspannweise des Luftklappensitzes auf der Schleifmaschine erfolgt ist? Und ob die Arbeit auf einer Flachschleifmaschine mit Magnet-Tisch gemacht worden ist?

@ RT-andreas: Hier würde mich die Aufspannweise auf der Fräsmaschine auch interessieren (evtl. mit Bild). Habe mittlerweile eine Idee im Kopf, wie aufspannen. Aber die Vorgehensweise anderer kann mir auch eine Hilfe sein.
Die Sache mit dem Biege-Verhalten des Federstahls ist mir nicht in den Sinn gekommen, interessante Überlegung. Dies werde ich aber (noch) nicht berücksichtigen…
Zur Teilefertigung in den Lanz-Werken darf man aber sagen, dass es erstaunlich ist, wie gewisse Sachen sehr genau und in hoher Güte hergestellt werden konnten. Zum Teil erkennt man dies wegen den Spuren der Acker-Arbeit nicht mehr genau...

@ Thomas Tisch: In den häufigsten Fällen ist die Staubbelastung gering. Das hintereinanderfahren auf trockenen Kies-wegen/Strassen ist häufig das Höchstmass an verunreinigter Luft.

@oldtimerfreund: mit so einem Luftansaugrohr wird ja relativ hoch oben staubarme Luft angesaugt. Dadurch bleibt das Filtermaterial zusätzlich noch länger sauber. Habe meines hauptsächlich wegen Sichtbehinderung abgeschraubt…


Kleine Info zu den Kokosfasern, diese brennen sehr gut!
Mit freundlichen Grüssen, Frank.
Frank K.
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Re: Dichtfläche der Luftklappen bearbeiten

Beitragvon Frank K. » 10.10.2017, 21:19

Schade gab es nicht mehr detaillierte Beiträge.
Nachträglich hier noch meine Ausführungen zu diesem Thema. Ich beschreibe hier meine Vorgehensweise bei der Überarbeitung des Luftklappensitzes als mögliche Variante. Vielleicht ist dies für jemand eine Hilfe.

-Luftklappensitz komplett von allen Schrauben befreien.

-Mit grosser, planen Fläche nach unten auf Fräsmaschinentisch legen. Falls uneben, mit Blechstreifen unterlegen (Fühlerlehrband o.Ä.) und mit Spannpratzen sanft festziehen.

-Der obere Rand, bei welchem die Luft in der Mitte hineinströmt, überfräsen. Der Rand sollte auf dem ganzen Umfang plangefräst sein.

-Luftklappensitz auf den Kopf stellen (auf Planfläche des besagten Randes) und Stück mit Spannpratzen vorsichtig auf Maschinentisch spannen. Die grosse Sitzfläche der Klappen muss frei sein.

-Grosse Sitzfläche minimal überfräsen. Mit scharfem Fräser (z.B. Durchmesser 16mm), geringem Vorschub und geringster Zustellung. Anschliessend entgraten.

-Werkstück mit grosser Planfläche nach unten auf den Magnettisch einer Flachschleifmaschine spannen und den Rand exakt Planschleifen.

-Stück mit der grossen Planfläche nach oben auf den Magnettisch spannen. Achtung: Das Teil hält nicht sonderlich gut, weil es nicht besonders stark magnetisch ist…

- Mit frisch abgerichteter Schleifscheibe ganz vorsichtig überschleifen (Zustellung ca. 0.001mm pro Schleifdurchgang) bis die Fläche überall bearbeitet ist. Bei Bedarf zwischenabrichten der Schleifscheibe. Wenn alles plangeschliffen ist, nochmals Schleifscheibe abrichten und lange Ausfunken lassen (ohne Zustellung leer überschleifen lassen)… fertig.

Die Federbleche habe ich in geradem Zustand montiert. Mit der Dichtwirkung bin ich sehr zufrieden.

Mit freundlichen Grüssen, Frank.
Frank K.
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