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Öl vorpumpen - ja/ nein

Alles über den Lanz Bulldog - Glühköpfe. In diesem Forum sind auch Beiträge zu Halb- und Volldieseln bis Ende 2009 enthalten.

Öl vorpumpen - ja/ nein

Beitragvon Bulldogfreund » 22.06.2017, 14:07

Hallo, Zusammen!

In der Betriebsanleitung wird erwähnt man solle nach tagelangen Betriebspausen, mit Keil nach hinten und Vollgasstellung vom Handgashebel 160 bis 180 Umdrehungen Öl vorpumpen.

So nun gibt es aber die verschiedensten Aussagen dazu:
- 160 bis 180 Umdrehungen sind zu viel!
- Bulldog steht jetzt 6 Monate ich pumpe nicht vor!
- ich pumpe nur 30 bis 50 Umdrehungen vor anstelle der 160 bis 180!
- ich pumpe Öl vor wenn der Bulldog am gleichen Tag noch nicht gelaufen ist!

Was ist denn nun unter den heutigen Hobbymäßigem Einsatz der Maschine sinnvoll/ richtig? Kann das Ölvorpumpen, wenn sonst alles i.O. am Bulldog das Ölspucken begünstigen?

MfG
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Re: Öl vorpumpen - ja/ nein

Beitragvon Lanzi67 » 22.06.2017, 15:30

Hallo!
Keil nach hinten= hubzapfen nach unten damit das Öl in das pleullager laufen kann welches nach längeren stillstand rausgelaufen ist. Pumpt man nicht vor so läuft es trocken bis das Öl da mal angekommen ist dies gilt dann für alle motorlager. Ölspucken hat mit dem vor pumpen nichts zutun. Ich fahre das billigste 15 w40 schon jahrelang und Pumpe richtig vor und aus der esse kommt kein tropfen Öl raus. Ob es nötig ist sollte dann jeder für sich entscheiden je nachdem wie lange die Lager halten sollen, mir ist da die maximale Lebensdauer am liebsten
Gruß
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Re: Öl vorpumpen - ja/ nein

Beitragvon engineer » 22.06.2017, 17:33

Keil nach hinten heißt außerdem Kolbenbolzen-Schmierbohrung genau unter der Ölzufuhr.Somit wird das vorgepumpte Zylinderöl direkt auf den Kolbenbolzen geleitet und steht nicht zum Spucken zur Verfügung.
Da der Bolzen sowieso im Betrieb etwas unterversorgt ist,tut ihm,bzw der Buchse regelmäßiges Vorpumpen auf jeden Fall gut.
Und weil niemand regelmäßig den Verschleiß seines Motors nachmißt,sagen halt manche:ich hab noch nie irgendwas vorgepumpt und der Bulldog läuft immer noch!
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Re: Öl vorpumpen - ja/ nein

Beitragvon Socke » 22.06.2017, 22:22

Ich fraqe mich schon die ganze Zeit, auch beim anderen Post zu diesem Thema, was das soll:
Lanz sagt einfdeutig in der Bedienungsanleitung, was zu geschehen hat. Und bei den homöopatischen Ölmengen sind 160 oder auch 200 Umdrehungen beileibe nicht zuviel.
Ich habe es übrigens bei meinem Ursus mal ausprobiert: Nach mehreren Wochen Standzeit dauert es mehr als 50 Umdrehungen, bis, bei Vollgas, Öl am Zylinder ankommt (Ok, mein Öler ist sicher auch nicht mehr der Hit, aber bei wem ist er es denn schon...). Und den möchte ich sehen, der gleich nach den ersten Zündungen Vollgas gibt. Und ich glaube, das Pleul ist noch viel empfindlicher...
Und 50 Öler-Umdrehungen sind 50*35 = 1750 Motor-Umdrehungen. Sind bei mir im Leerlauf schlappe 7 Minuten. Da dann allerdings auch nur 1/7 der Ölmenge gefördert wird...
Also: Vorpumpen, oder?

Volker
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Re: Öl vorpumpen - ja/ nein

Beitragvon paul » 23.06.2017, 06:31

Moin Moin,

oho.... trotz alten Themas immer wieder neue und treffende Beiträge und Erkentnisse.

enineer hat volkommen Recht. Keiner misst den Verwschleiß alle 14 Tage nach und vorpumpen tut bestsimmt eher gut.
Volker hat es gar rechnerisch auf den Punkt gebracht. Nachgerechnet hab ich es allerdings nicht
Der Bergriff homöoptische Ölmenge ist eine echt tolle Formulierung und sehr wahr :lol:

Ich glaube, dass vorpumpen ( wie auch in der Anleitung steht ) richtig und wichtig ist. Ob allerdings 200 Umdrehungen sein müssen, weiß ich nicht.
Bei meinem hab ich mal nach längerer Standzeit die Leitungen abgehabt und beim Vorpumpen kam bereits nach weiniger als 50 Umdrehungen was am Kolben an.
Wie gesagt bei Vollgas. Also ich pumpe meistens vor.

Viele Grüße aus Münster

Paul
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Re: Öl vorpumpen - ja/ nein

Beitragvon erwin » 23.06.2017, 11:44

Hallo,

meiner Meinung nach sollte man das mit dem Vorpumpen ernst nehmen. Ich mache auch mindestens 160 Umdrehungen, mehr oder weniger je nach verzählen :lol:
Wer gut schmiert der gut fährt. Ein Motorschaden ist teurer wie die paar tropfen Öl.
Das überschüßige Öl ist ja nicht einmal verlohren sondern kommt der Kolbenschmierung zu.

Grüße und schönes WE
Hubraum ist durch nichts zu ersetzen, außer durch noch mehr Hubraum
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Re: Öl vorpumpen - ja/ nein

Beitragvon Bulldogfreund » 23.06.2017, 22:46

Hallo,

Vielleicht ist der Titel des Themas etwas verwirrend. Ich wollte eigentlich damit erfahren wann, das Öl vorpumpen sinnvoll ist. Daß das Vorpumpen natürlich besser ist für die Lagerstellen, stelle ich nicht in Frage.

Mich würde halt der kürzeste Zeitraum interessieren, ab dem man wieder Ölvorpumpen muß bzw. ab wann ihr wieder vorpumpt. Wenn der Bulldog z.B. nur über Nacht steht, und am nächsten Vormittag wieder angeworfen wird pumpt ihr dann auch schon vor?

MfG
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Re: Öl vorpumpen - ja/ nein

Beitragvon paul » 26.06.2017, 07:18

Moin Gemeinde,

ich glaube, es gibt wenige, die nach 24 Stunden schon wieder pumpen.
Mit der längeren Standzeit ist gemeint (meine Interpretation) eine Standzeit von mehr als einer Woche. Ist ja bei unserem Hobby nicht selten.
Wie gesag: Das sind meine Vermutungen.

Hab gestern mal was ausprobiert:
Der Bulldog hat 2 Wochen gestanden.
Den Öltank randvoll gemacht, an einen Tischtennisball ne 4er Mutter angeklebt und 2 Striche angebracht.
Den Ball auf das Öl gelegt. Dann bei Vollgas gekurbelt und den Ball beobachtet:
Fast sofort ging es mit dem Ball abwärts.
Das heißt für mich, wenn das Öl in den Schmierleitungen nicht zurückfließt, müsste relativ schnell was an den Schmierstellen ankommen.
Daher sind (meiner!! Meinung nach) 150 Umdrehungen reichlich.
Ich hab aus Spaß mal 150 gemacht da fehlte schon ne Espresso Tasse Öl.
Und NEIN, ich habe kleine Espressomaschine im Schuppen ;-)
Rücklaufleitung abgeschraubt und Bulldog getartet. Sofort kam ne große Menge Öl oben an.
Nach einigen Umdrehungen reduzierte sich das aber auf das normale Maß.

Vielleicht hat meine Aktion Jugend forscht ja Erkenntnisse, nen Schnunzeln oder was Ähnliches gebracht.

Viele Grüße

Paul
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Re: Öl vorpumpen - ja/ nein

Beitragvon engineer » 26.06.2017, 08:26

Man muß auch immer berücksichtigen daß die Anweisungen in den Betriebsanleitungen für Maschinen im härtesten Einsatz genügen mußten.Wenn ein Bulldog nach dem Starten tagelang den Dreischarer ziehen sollte,freute er sich über täglich 180 Umdrehungen (Espresso) am Morgen.Und auch über den Schluck Petroleum am Abend (Schnäpsle).
Für unsere Zwecke genügen meines Erachtens 50 Umdrehungen nach mehrtägigem Stillstand.

Grüße
Thomas
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Re: Öl vorpumpen - ja/ nein

Beitragvon RT-andreas » 27.06.2017, 08:11

Leute ihr könnt nicht heutige Öle und die Anweisungen von damals vergleichen. Die Viskosität von dem Zeug damals war schon arg unterschiedlich, im Handbuch wird eine Vorgehensweise beschrieben für Sommer und Winter. Also pumpt mal ein 30 Einbereichsöl im Herbst, Winter, da ist nix mit nem Tässchen Öl nach 180 Drehungen. Wenn man dann heute = Sommer bzw. ein 15 W40 nimmt ist klar, dass da ganz andere Mengen bei rauskommen.
Ist aber egal, der Motor verträgt das bischen mehr oder weniger Öl problemlos, also vorpumpen solange es nicht nach dem Start spritzt. Gerade bei Pleul mit der Messingbuchse ist Öl lebenswichtig. Nicht umsonst laufen die billigen Chinazweitakter mit Messinbuchse am Kolbenbolzen mit 1:15 bis 1:25 ! Modernere mit Nadellager erlauben eigentlich durchweg 1:50 bis 1:100 mit Sonderöl sogar darüber. Das zeigt doch, dass da bei unseren Motoren mit den Gleitlagern etwas mehr Öl durchaus Sinn macht und das Vorpumpen eben schon vom Start ab für bessere Schmierung sorgt.
180 Drehungen sind dabei nicht Pflicht s.o. aber da man eh vorheizen/glühen muss sollten die Minute mit 60+ Umdrehungen schon drin sein

Gruß andi
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