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Ölspuckender 20 PS Glühkopf Bj. 51

Alles über den Lanz Bulldog - Glühköpfe. In diesem Forum sind auch Beiträge zu Halb- und Volldieseln bis Ende 2009 enthalten.

Ölspuckender 20 PS Glühkopf Bj. 51

Beitragvon Bulldogfreund » 17.06.2017, 10:42

Hallo, Zusammen!

Ich bekomme das leidige Ölspucken einfach nicht in den Griff.

Zur Vorgeschichte des Bulldogs gekauft vor 10 Jahren, es ist optisch ein D 3506 A in Wirklichkeit habe ich herausgefunden ist es einer der letzten D 3506, da er eine 188xxx Schleppernummer hat, Bulldog ist Nummerngleich. Soviel dazu, hat außer der höheren Endgeschwindigkeit bei gleicher Drehzahl (760U/min) durch die Allzweckreifen 8-36 anstelle der originalen Ackerluftreifen 9-24 keinen Vorteil.

So nun zum Ölspucken, das ganze fing erst an als ich den Regler und die Kupplung überholte, vorher war die Kiste am Auspuff trocken! Regler ist leichtgängig, klemmt nicht, ebenso die neu gemachten Buchsen der Daumenwelle sind Spielfrei. Stößelführung klemmt nicht, Pumpe und Ventile sind dicht. Anlenkhebel der Exzenterschubstange welche auch neue Lagerbuchsen erhielt sitzt nicht versetzt auf der Daumenwelle.

So nachdem der überholte Bulldog Reglermäßig wieder eingestellt war, folgten die ersten Fahrten, spürbar andere Motorcharakteristik hat sich also gelohnt. Aber die Freude währte nicht länge, schon nach ca. 2 bis 3 Stunden fing die Spuckerei an. Gut zugegeben vorausgegangen war eine Stunde Leerlauf auf einen kleinem Treffen, und ich hatte die Heizlampe Zuhause vergessen.

Wieder Zuhause den Bulldog mit ein paar Lappen sauber gemacht, und mir dabei gedacht, gut kommt diesemal von der langen Leerlaufphase ohne Kühlerabdeckbleche.

Ein paar Wochen später die nächste Ausfahrt, was soll ich sagen wieder Ölspucken ohne Ende. Also ab Nachhause, fahren machte so keinen Spaß mehr, und sich hier im Forum zum Thema Ölspucken eingelesen.

Meine durchgeführten Arbeiten am Bulldog

1. Auspuff demontiert und ausgebrannt -> wieder Ölspucken

2. Fördermengen vom Öler kontrolliert -> Pumpe für Zylinderschmierung fördert zuviel im Standgas ca. 2,2 bis 2,5 ml wenn der Handgashebel auf Standgas steht. Ursache war die Vorgehensweise nach Heinl, da wird die Kupplung angebaut sodaß man nicht mehr an die Einstellgabel vom Ölergestänge ran kommt. Also ebenfalls wie im Heinl beschrieben die Welle unterm Bulldog ausgebaut, mit dem Brenner erwärmt und in sich verdreht. Dabei hatte ich es etwas zu gut gemeint, und der Zeiger am Öler stand etwas über der Markierung für Standgas. Also die Welle nochmal raus, erwärmt und etwas "zurückgedreht".

3. Öler ausgelitert -> Werte passen für die Kurbelwellenlager und das Pleuellager. Werte für die Zylinderschmierung sind jetzt auch nach Werksvorgabe an der unteren Toleranz. Ideal dachte ich mir, könnte nicht besser sein, da ich ja mit dem Ölspucken geplagt bin seitdem ich am Ölergestänge zugange war, hab ich den Fehler jetzt gefunden. Leider nicht nächste Ausfahrt -> wieder Ölspucken

4. Nochmal den versifften Auspuff ausgebrannt -> wieder Ölspucken

5. Durch das nachlesen hier im Forum, mehrere Arbeiten gleichzeitig am Bulldog:
- Elektrisches Kühlerthermometer nachgerüstet, Geber sitzt an Hutmutter "oben hinten links"
- Düsenkappe überprüft -> 0,9mm Bohrung also viel zu groß -> ersetzt durch eine neue Nachbaukappe 0,7mm Bohrung
- Kühlerbleche gekauft und montiert
- Auspuff nicht ausgebrannt, da hier im Forum auch geschrieben wurde wenn der Auspuff zu sauber ist rotzt er Öl aus´m Rohr.

Gestern dann die erste Ausfahrt diese Jahr von 3 Std. 20Min. Typische Startvorbereitung -> Ölsumpf ablassen, Teile der Motorregulierung mit Fettpresse und Öl schmieren, Öl vorpumpen 180 Umdrehungen mit der Handkurbel bei Vollgasstellung anschließden Handgashebel auf erste Markierung. Die Heizlampe hängt dabei schon unterm Glühkopf. Wenn ich mit dem Schmieren fertig bin, wird die Sicherheitsschraube rausgedreht und der Motor einige Male durchgedreht bis es nicht mehr raucht. Sicherheitsschraube wieder rein, 4 bis 5 mal Diesel vorgepumpt, Handanlegen an der Anwurfscheibe und er läuft.

Erreichte Kühlwassertemperatur mit komplett geschloßener Kühlerabdeckung 80°C/ halb geöffent 70°C/ ohne Abdeckbleche 60°C soviel zum Kühlwasser.
Vom Ölspucken her aber keine Besserung wieder alles eingesifft :?

Auffällig ist halt nur, die Jahre vorher bin ich immer ohne Kühlerbleche und mit einer zu großen Düsenkappe gefahren die Fördermengen vom Öler waren mir bis zur Regler-/ Kupplungsüberholung unbekannt hab ich nie überprüft, und die Kiste war trocken. Jetzt wo eine kleinere Düsenkappe, sowie die Kühlerbleche montiert sind und der Öler auf der unteren Werksvorgabe steht spuckt die Kiste. Info zum Schluß die Windschutzdeckel am Glühnasenhalter sind vorhanden alle drei und die Rückförderpumpe fördert.

Jetzt mach ich erstmal Mittag und stelle dann Noch ein paar Bilder vom versifften Bulldog/ Auspuff ein.
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Re: Ölspuckender 20 PS Glühkopf Bj. 51

Beitragvon Bulldogfreund » 17.06.2017, 11:27

So hier die Bilder
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Re: Ölspuckender 20 PS Glühkopf Bj. 51

Beitragvon oldtimerfreud » 17.06.2017, 12:14

Hallo,


wie ist die Komprision vom Bulldog Zylindermass,es ist schon Öl,ist der Kopf dicht.
Ich finde 180 Umdrehungen vorm Start vorpumpen ist schon viel.



LG
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Re: Ölspuckender 20 PS Glühkopf Bj. 51

Beitragvon Lanz-Timo » 17.06.2017, 22:13

Hallo, also 180 Umdrehungen sind viel zu viel.
Ich hab einen 8506. Selbst wenn der 6 Monate steht pumpe ich nicht vor!
Stell mal den Zeiger der Ölpumpe genau auf Markierung und kontrolliere ob die Zugfeder an der Verstellwelle dran ist. Gruß Timo
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Re: Ölspuckender 20 PS Glühkopf Bj. 51

Beitragvon Bulldogfreund » 18.06.2017, 08:08

Hallo,

Gut Ihr sagt, daß 180 Umdrehungen viel zu viel sind. Aber warum schreibt dann Lanz in der Betriebsanleitung, man soll bereits nach einigen Tagen stillstand bei Vollgasstellung von Handgashebel und Schwungradkeil nach hinten 160-180 Umdrehungen vorpumpen?

- Kompression ist gut, man bekommt ihn kalt und warm nicht durchgedreht (also ich zumindest)
- Kopf ist Dicht, man sieht von außen nichts undichtes weder Kühlwasserverlust noch Verbrennungsgase
- Zylindermaß ist mir unbekannt, hab ich noch nicht gemessen, und damals beim Kauf nicht nachgefragt
- Zeiger steht schon auf Markierung, und die Zugfeder ist verbaut
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Re: Ölspuckender 20 PS Glühkopf Bj. 51

Beitragvon Theo S. » 18.06.2017, 10:07

Hast Du einmal geprüft, ob die Ölpumpe das Öl aus dem Kurbelgehäuse auch vorschriftsmäßig zurückfördert? Ist der Filter im Kurbelgehäuse sauber?
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Re: Ölspuckender 20 PS Glühkopf Bj. 51

Beitragvon Lanz-Timo » 18.06.2017, 10:29

Bei meinem 35er stand der Zeiger nur ein halben Millimeter über der Markierung. Schon hat er geölt.
Jetzt steht er minimal unterhalb der Markierung. Alles gut!
Der Öler sollte bei 3 Umdrehungen mit der Kurbel nur einen Tropfen bei Standgas bringen.
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Re: Ölspuckender 20 PS Glühkopf Bj. 51

Beitragvon GuidoKri » 18.06.2017, 16:36

Hallo !

Ich vermute auch, dass die Ölmenge einfach zu hoch ist bzw. zuviel gefördert wird.
Das 'Auslitern' liefert nicht immer auch die nachher im Betrieb tatsächlich geförderte Ölmenge. Hatten da auch mal einen 'hartnäckigen Ölspucker'...und ich musste bzw. habe mich auch intensiver mit der Thematik beschäftigen müssen. Die Suchfunktion im Forum sollte da einige Beiträge liefern können.
Im Betrieb dreht der Öler nämlich andersrum, als beim Vorpumpen mit Kurbel. Die Steuerzeiten des Ölers können so zu einer unterschiedlichen Fördermenge führen. Manch einem Bulldog ist es egal wieviel Öl er bekommt, er 'schluckt' das weg...ein anderer Bulldog reagiert empfindlich auf jeden cm^3 mehr...
-> Öler ggfs. von jmd. mit Prüfstand messen lassen, instandsetzen lassen.

Im Öler vom 'hartnäckigen Ölspucker' war das Federblech / Anschlagblech in der Ölerkappe gebrochen und hatte keine Wirkung mehr. Eigenes Auslitern brachte die 'richtigen' Werte (0,5 - 1,5 cm^3 für Standlauf Zylinderschmierung). Sind sogar exakt an die 0,5 cm^3 Einstellung rangegangen und dennoch blieb das Problem bestehen. Dem Pumpenkolben für die Zyl.schmierung fehlte durch das fehlende Blech ein definierter Anschlag. Im Betrieb dreht der Öler ja auch einiges langsamer und so konnte der Kolben weiter hinauswandern (Gegendruck) und förderte dann auf seinem Pumphub hinein natürlich auch eine höhere Ölmenge.

Gruß Guido
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Re: Ölspuckender 20 PS Glühkopf Bj. 51

Beitragvon Andi » 18.06.2017, 19:26

Bulldogfreund hat geschrieben:Hallo,

Gut Ihr sagt, daß 180 Umdrehungen viel zu viel sind. Aber warum schreibt dann Lanz in der Betriebsanleitung, man soll bereits nach einigen Tagen stillstand bei Vollgasstellung von Handgashebel und Schwungradkeil nach hinten 160-180 Umdrehungen vorpumpen?


Gefühlt fand ich das bisher auch zuviel, auch wenn's die BA so vorsieht. Wieviel Umdrehungen machen denn die anderen hier so?

Gruß

Andi
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Re: Ölspuckender 20 PS Glühkopf Bj. 51

Beitragvon oldtimerfreud » 18.06.2017, 20:53

Hallo,

ich mache so ca. 50 Umdrehungen.

:fahrer: :fahrer:

LG
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Re: Ölspuckender 20 PS Glühkopf Bj. 51

Beitragvon oldtimerfreud » 18.06.2017, 20:59

noch was,

ich kenn einen 10l Bulldog der hat ca.3,5-4mm Laufspiel am Kolben den kannst ned durchdrehen
zumindest nicht nenenswert leichter als manch andere und die Kolbenringe haben ziemlich Luft in
der Nut und er fährt sich gut und hat auch einigermassen Leistung und er hat den Öler überholt
und darauf hin gin auch das Ölspucken brutal los.

LG
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Re: Ölspuckender 20 PS Glühkopf Bj. 51

Beitragvon Marcel Füten » 19.06.2017, 12:02

Als weiterer Tipp, bitte mal das Spaltmaß messen. Ein zu großes Spaltmaß begünstigt ebenfalls das Ölspucken. Desweiteren kann auch ein Problem mit dem Regulierkolben in der Pumpe vorhanden sein. Möglicherweise klemmt er im Betrieb oder die eingebaute Feder, die ihn zurück drücken soll ist zu schwach oder gebrochen. Ein nicht ordnungsgemäß arbeitender Regulierkolben kann jedenfalls für die zu hohe Födermenge verantwortlich sein.
Ebenso die Saug- und Druckventile ganz peinlich auf Dichtheit prüfen. Wenn das Saugventil auch nur leicht undicht ist, wird beim Pumpenhub nicht die gesamte Menge Kraftstoff zur Düse gedrückt, sondern ein Teil entweicht durch das undichte Druckventil zurück in den Filter. Dadurch kann es sein, das der Motor zu mager läuft und nicht die gewünschte Verbrennungstemperatur erreicht.
Die Ölregulierung arbeitet wie an anderer Stelle bereits beschrieben nicht völlig proportional sondern ab einem bestimmten Punkt steigt die Fördermenge sprunghaft an. Man muss prüfen, ob man im Leerlaufbereich weit genug unterhalb dieses Punktes liegt, denn es kann sein das 1 bis 2 Zacken mehr am Handgassegment gleich die doppelte Fördermenge Öl hervorruft.
Zu guter letzt, das leidliche Thema welches Öl verwendet wird. Es gibt Öle, die schon bei relativ geringen Abgastemperaturen als gasförmiger blauer Dunst den Auspuff verlassen. Bei anderen Ölsorten / Marken könnte der Krümmer glühend sein und es fliegt immer noch flüssig oben raus (eigene Erfahrung!)
Dann kann man noch versuchen mit verschiedenen Zündsäcken zu experimentieren. Wie hast Du überprüft ob die Düse ordnungsgemäß arbeitet? Ausgebaut und mit Handhebel den vollen Stoß vorgepumpt? Dann zerstäubt bzw. verteilt jede Düse die riesige Menge Kraftstoff. Simuliere mal den Daumenwellenschlag: Düse ausbauen und anschließen, vorpumpen bis entlüftet, dann den Handhebel bis zur fühlbaren Position bewegen wo die Förderung beginnt und festhalten. Mit einem kleinen Handhammer einen leichten Schlag gegen den Handhebel geben, so das etwa der Leerlaufpumpenhub eingehalten wird. Diese kleine Menge muss von der Düse ordentlich vernebelt werden. Tut sie es nicht, Düse besser machen (lassen). Wie sieht die Düse aus nachdem Du einige Zeit gefahren bist? Bildet sich an der Düsenöffnung Koks? Wenn ja, dann sitzt die Düse wahrscheinlich zu tief und ragt mit der Kappe in den Brennraum. das darf nicht, weil sie im Fahrbetrieb zu heiß wird und der nachtropfende Kraftstoff dort sofort Koks bildet und die Funktion relativ schnell im Standlauf beeinträchtigt. Die Düse sollte 1 - 2 mm im Kopf zurückstehen, kann man durch entsprechend starke Kupferringe sicherstellen. Bin mal gespannt, was zum Erfolg führt.
http://www.lanz-kundendienst.de Ihr kompetenter Ersatzteillieferant für Lanz Bulldog und John Deere-LANZ Schlepper.
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Re: Ölspuckender 20 PS Glühkopf Bj. 51

Beitragvon D8506_49 » 19.06.2017, 14:13

Hallo Bulldogfreund,

ich tippe, wie Marcel auch, auf das Schmieröl, hast Du mal die Marke gewechselt? Wenn das Öl nur einen geringen synthetischen Anteil hat, dann kann es sein, daß das Öl nicht mehr verbrannt wird...

VG,
Simon
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Re: Ölspuckender 20 PS Glühkopf Bj. 51

Beitragvon Bulldogfreund » 19.06.2017, 19:42

Hallo, Zusammen!

Erstmal vielen Dank für Euer Interesse und natürlich Eure vielen Antworten!

Zum Thema Öl, ich fahre seit 10 Jahren ein SAE 30 unlegiert von Wagner Spezialschmierstoffe. Habe mir damals gleich einen 20 L Kanister davon bestellt. Da beim Bulldogkauf nur ein unbeschrifteter halb voller 5 Liter Kanister Öl dabei war. Der Vorbesitzer meinte, ich sollte am besten wie er ein unlegiertes 30er Öl fahren. Daher meine Kaufentscheidung, daß Öl machte bis zur Überholung von Regler/ Schubstange/ Daumenwellenbuchsen und Kupplung keine Probleme.

Meine Vermutung es kommen jetzt am 2. Betriebsort mehrere Faktoren zusammen, unter anderem daß von mir nachgearbeitete Ölergestänge welches ein paar Ausfahrten lang bereits im Standlauf 2,2 bis 2,5 cm² förderte.

Morgen kommen ausführlichere Info´s zum 1.Betiebsort und den geänderten Bedingungen am 2.

P.S. Mit 1. Betriebsort meine ich nicht den vom Vorbesitzer, da war der Bulldog schon bei mir und mußte umziehen zusammen mit mir :mrgreen:

MfG
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Re: Ölspuckender 20 PS Glühkopf Bj. 51

Beitragvon Bulldogfreund » 20.06.2017, 19:23

Hallo, Zusammen!

Einsatzbedingungen am 1. Betriebsort:
Sehr bergige Region, auf meinen Standardstrecken kam zusammengerechnet gut immer ein Kilometer an reiner Steigung. Mein Auto Audi A 3 mit 1,6er Benziner 102 PS kommt da nur im 2.Gang hoch!
Nur 4 bis 5 Ausfahrten (jeweils ca. 1,5 bis 2 Std.) im Jahr, hab da immer die 180 Umdrehungen Öl vorgepumpt
Bin immer ohne Kühlerabdeckbleche gefahren
Daß die Düsenkappe um 0,2mm zu groß war wußte ich noch nicht


Einsatzbedingungen am 2. Betriebsort:
Sehr flache Region, auf meinen Standardstrecken keine einzige Steigung.
6 bis 7 Ausfahrten (jeweils ca.1,5 bis 2 Std.) im Jahr, hab da immer die 180 Umdrehungen Öl vorgepumpt
Bin immer ohne Kühlerabdeckbleche gefahren
Daß die Düsenkappe um 0,2mm zu groß war wusste ich immer noch nicht

So jetzt kommt der Punkt an dem auffiel, daß der Regler die Exzenterschubstange und die Daumenwelle ordentlich Spiel haben. Also alles überholt, wie Ihr sicher wisst muß man um die Buchsen der Daumenwelle wechseln zu können die Kupplung abbauen. Hier war auch ordentlich Spiel vorhanden, also gleich miterledigt. Wie ich in meinem Beitrag weiter oben bereits erwähnte, das Ölergestänge, mit dem Brenner erwärmt und in sich verdreht. Dabei hab ich es etwas zu gut gemeint, und der Zeiger stand minimal über der Markierung. Ist mir aber damals gar nicht aufgefallen.
Jetzt plötzlich spuckt die Kiste Öl! Also Fehlersuche, siehe Beitrag weiter oben von mir.
Öler ausgelitert, siehe da 2,2 bis 2,5 cm² im Standgas! Stellung vom Ölergestänge überprüft, steht wie bereits erwähnt minimal über der Markierung. Einstellung korrigiert! Jetzt sind alle Ölmengen auf der unteren Toleranzangabe von Lanz.
Darum das elektrische Fernthermometer nachgerüstet, damit man sieht wie warm das Kühlwasser überhaupt wird. Kühlerabdeckbleche gekauft um die Temperatur dementsprechend einregeln zu können. Düsenkappe überprüft war 0,9mm ist jetzt 0,7mm.

Meine Vermutung!
Hauptgrund:
Der Bulldog begann zu Ölen, weil ich das Ölergestänge „zu weit“ verdreht hatte und er so bereits 2,2 bis 2,5 cm² erhielt anstatt 0,5 bis 1,5 cm² im Stand.
Nebensache:
Die anderen Sachen, wie ständig die 180 Umdrehungen Öl vorpumpen, oder daß ständige fahren ohne Kühlerbleche und die um zwei Zehntel zu große Düsenkappe sind vorher (am 1. Betriebsort) gar nicht ins Gewicht gefallen, da die Kiste immer eine ordentliche Abgastemperatur durch die vielen Steigungen erreicht hat. Motor begann trotz ordentlich Spiel in den Teilen der Motorregulierung, an den Steigungen bei Vollgas zu klopfen.

Jetzt wo die Kiste nur noch im Flachland unterwegs ist, kommen die oben genannten Sachen und zusätzlich die zu große Ölmenge im Stand. Das war dem Bulldog natürlich zu viel, und er begann mit der Spuckerei.

Habe dann mit dem Auto die Umgebung im Umkreis von 30km nach bergigen Strecken abgesucht, und bin auch tatsächlich fündig geworden. Also ab nachhause und den Bulldog ohne Ölvorpumpen und mit geschlossenem Kühler gestartet und über die Bergstrecke gejagt. Kühlwasser wurde dabei 90°C warm, und die Abgastemperatur stiegt auch mal wieder ordentlich, so wie früher. Das habe ich erkannt als der Bulldog mitten im Berg weiß zu rauchen begann, und fast gleichzeitig begannen die außen versifften Blechteile vom Auspuff weiß zu rauchen, also das verdampfte. Am Ende dieser Ausfahrt im Vergleich zu den Fotos von oben nur noch sehr wenige Ölspritzer am Bulldog, und das Funkensieb wenn man von oben mit der Taschenlampe reinschaut nicht mehr Ölfeucht sondern „Mattschwarz“ sprich also trocken. Am Sonntag Pause, aber am Montag die gleiche Strecke gleich nochmal, mit dem gleichen Ergebnis weißer Rauch aus dem Auspuff und der letzte Rest außen verdampfte. Gesamtbild noch weniger Ölspritzer am Bulldog, fast wieder akzeptabel.
Schlußwort:
Ich bin mir sicher es lag Hauptsächlich an der falschen Einstellung vom Ölergestänge, und der ewigen rumtuckerei im Flachland.
Er wurde zu einer Legende unter den Ackerschleppern, der Lanz Bulldog aus Mannheim.
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