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Getriebereparatur

Bulldog, aber nicht Lanz

Getriebereparatur

Beitragvon papafox » 06.02.2012, 17:35

Hallo Ursus- und Lanzgemeinde,

die Getriebegeräusche an meinem C 45 haben mich veranlasst mal nach den Lagern zu schauen, und siehe da, die Lager der 4. Welle auf beiden Seiten sahen aus wie auf dem anliegenden Bild.
Die Kunststoffrollenkäfige waren verschmolzen, vermutlich beim Einbau zu hoch erhitzt. Alle anderen Lager und auch die Zahnräder sind einwandfrei. Das Getriebe wurde angeblich vor dem Verkauf an mich überholt und schneller gemacht.
Nun muss ich die beiden Rollenlager erneuern und möchte nur die 4. Welle ausbauen ohne den Bulldog zu trennen. Erste vorsichtige Versuche die Welle nach links auszutreiben schlugen fehl. Hier nun meine Frage: Was gibt es zu beachten beim Ausbau der Welle. Eigentlich müsste der Innenring des Lagers rechts durch die Anlage der Zahnräder am Gehäuse und dem großen Differentialrad abgestreift werden. Im Heinl-Buch ist das ja so beschrieben. Die Zahnräder sind ja auf die verzahnte Welle aufgesteckt oder gibt es da noch zusätzliche Sicherungen?
Danke für konstruktive Hinweise.

Gruß
Papafox
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Re: Getriebereparatur

Beitragvon Thomas Tisch » 06.02.2012, 18:26

Hallo,

also zaghaft geht da gar nichts. Genau das Gegenteil ist nötig.

Grüße,

Thomas Tisch
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Re: Getriebereparatur

Beitragvon Socke » 06.02.2012, 19:15

Hallo Papafox,

nur zur Sicherheit: Die Nutmutter...
Ansonsten wie Thomas sagt: Da mußt Du richtig viel Kraft aufwenden. Die Nummer im Heinl ("nehmen Sie die Welle nach rechts heraus") ist zwar niedlich geschrieben, hat mit der Realität allerdings nichts zu tun. Ich habe mir sogar einen Abzieher bauen müssen, mit schlagen (Vorschlaghammer...) war da nichts. Abzieher und warmmachen, das ging. Falls Du auf die Idee kommst, an der Passung zu zweifeln: 3/100 mm Plus waren es bei mir, völlig normal bei diesen Dimensionen. Sind eben große Durchmesser...
Viel Glück!
Volker
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Re: Getriebereparatur

Beitragvon RT-andreas » 07.02.2012, 11:27

Wie die Vorschreiber schon richtig bemerkten, zaghaft is nich. Stahl auf Stahl trotzdem vermeiden und einen Messingdorn..zwischen Welle und Hammer legen. Was auch hilft bei Lagern die gut fest sitzen (und bei deinem wo he Rollen fehlen ganz leicht zu machen) ein-3 fette Schweißpunkte auf die äußere Lagerschale. So zieht die sich zusammen und ist sehr leicht zu entfernen. Bei momentanen Temperaturen sollte man in einer geheizten Halle arbeiten, Guß zieht sich ordentlich zusammen bei Kälte und alles geht noch ein bischen "unzaghafter" raus.
Viel Erfolg

Andi
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Re: Getriebereparatur

Beitragvon Lanzi67 » 07.02.2012, 13:04

Hallo!
Also beim Einbau den Kunststoffkäfig schmelzen sollte nicht funktionieren, da dieser im Außenring sitzt und der wiederrum sollte gut gekühlt eingebaut werden. Da liegt die Ursache sicher wo anders.
Alle haben recht, ich hatte mein Getriebe erst zwischen Weihnachten und Neujahr zerlegt um eine schnelle Gruppe einzubauen, da muß man schon ordentlich draufhaun bis die Welle raus ist. Messingdorn und kurze kräftige Hiebe mit einem großen Hammer.

Gruß
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Re: Getriebereparatur

Beitragvon Heinrich.L » 07.02.2012, 21:38

Hallo papafox.

Wo hast du denn deinen Bulldog gekauft?
Der Verkäufer müsste in Rechenschaft gezogen werden.
Melde dich mal bei mir, mein Bruder ist Anwalt.

Mfg. Heinrich
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Re: Getriebereparatur

Beitragvon papafox » 13.02.2012, 15:47

An alle
also nochmals zur Erklärung: Der Außenring links war relativ leicht auszubauen, der saß nicht allzu stramm. Den Kunststoffkäfig habe ich auf beiden Seiten in zwei Teilen und die Zwischenräume sind eindeutig verschmolzen (siehe anliegendes Bild). Ich kann mir nur vorstellen, dass der Innenring zur Montage stark erhitzt wurde. Das Getriebe selbst kann nicht so heiß geworden sein, dass die Käfige schmelzen, sonst wären auch die anderen Lager beschädigt. Die neuen Lager haben Metallkäfige.

RT-andreas: da fehlen keine Rollen, die sind nur durch die fehlenden Abstandhalter des Käfigs zusammen gerutscht.
Heinrich: Rechtsanwalt ist sinnlos, der Kauf liegt schon zu lange zurück und dem Verkäufer (privat)nachzuweisen, dass er von dem Schaden gewusst hat ist nicht möglich.

Ich werde jetzt erst mal wärmere Temperaturen abwarten und dann mein Glück versuchen. Ich melde mich wieder.

Gruß
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Re: Getriebereparatur

Beitragvon Lanzi67 » 13.02.2012, 21:00

Hallo!
Wenn der Innenring so erhitzt wurde dass der Käfig schmilzt ist dieser ausgeglüht und müßte ja fast glühend mit samter Welle eingebaut worden sein, das ist fast unmöglich da die Welle schon viel Hitze aufnehmen würde. Die Ursache liegt meiner Meinung nach wo anders, aber wo?
Auf jeden Fall sind Lager mit Metallkäfig die bessere Wahl solange das keine China-Lager sind wie sie auch angeboten werden.
Ich hab meine für die 3. u. 4. Welle von Thomas Knabenschuh, ausgezeichnetes Preis-Leistungsverhältnis.

Gruß
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Re: Getriebereparatur

Beitragvon RT-andreas » 13.02.2012, 21:57

Hallo,

also so wie die Lagerteile aussehen denke ich nicht, dass das ein Montageschaden ist. Wenn das so wäre müssten die Ringe auch was abbekommen haben, es sind aber auf dem Bild nur die Stege weggekokelt. Das spricht für enorme Hitzeentwiklung an/in den Rollen selbst und wohl während des Betriebs. Könnte es sein, dass da das Axialspiel nicht stimmt (andere Ritzel, andere Distanzhülsen, keine Unterlegbleche) sprich waren die Deckel auf "Press" und die Rollen radierten dann zumindest wenn betriebswarm und Welle gedehnt am Ringrand (da müsste man Spuren sehen können, erhitzten sich und schmolzen die Käfigteile auf?
Auf jeden Fall solltest du das abklären bvor du mit den neuen Lagern startest. Lieber etwas zuviel Spiel als zu wenig! das sind ja keine Kegelrollen und die Zylinderlinge sind da deutlich toleranter in der Richtung, Press dagegen mögen die nicht.


Gruß

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Re: Getriebereparatur

Beitragvon Lanzi67 » 14.02.2012, 17:20

Hallo!
Wenn man das Bild mit dem eingebauten Lager so genau betrachtet sieht es so aus als wären die Rollen hart am Anschlag vom Außenring gelaufen. Mittig der Rollen die Verfärbung Anlaßfarben? und am Rand abradiert?
Ich gehe davon aus, dass RT-andreas mit seiner Vermutung recht hat.
Beachte beim Einbau der neuen Lager das Axiale Spiel, das sollte 0,5-0,9 mm betragen, die goldene Mitte ist sicher das beste.
Besonders die 4. Welle ist da zu beachten da die Handbremsscheibe sich erwärmen kann wenn das Bremsband leicht schleift und da ist Wärmedehnung schon ein Thema. Ich glaube deshalb sollte auf dieser Seite ein C4 Lager eingebaut werden.

Gruß
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Re: Getriebereparatur

Beitragvon papafox » 27.02.2012, 10:47

Liebe Lanzer,

das Problem ist gelöst und Rt-andreas hat mit seiner Vermutung recht. Nach vorständigem Ausbau der Lager und nochmaliger genauer Untersuchung stelle ich fest, dass auch die Innenringe wie die Rollen blau angelaufen sind - Überhitzung!!!
Warum? Weil ein Spezialist die Getriebelwelle ohne Axialspiel eingebaut hat. Es waren auf der rechten Seite zwei Distanzringe mit insgesammt 2 mm Stärke verbaut. Nach provisorischem Zusammenbau passten die Lagerdeckel nicht mehr auf das Gehäuse, da war die Sache klar. Ohne die Distanzringe hat die Welle nun ca. 1mm Axialspiel, bei einem Rollenlager unbedenklich.
Das Getriebe wurde nach Aussagen des Vorbesitzers bei einem namhaften Reparaturbetrieb überholt und eine schnellere Gruppe eingebaut.
Zum Ausbau habe ich eine hydraulische Vorrichtung gebaut und mittels 10 t Wagenheber die Welle ausgedrückt.

Allen Forumsteilnehmern Dank und Gruß
Papafox
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