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Hydraulik Steuergeräte und Druchweiterleitung

Hydraulik Steuergeräte und Druchweiterleitung

Beitragvon Chicken » 28.09.2014, 11:27

Hallo!

Habe bei meinem D6006 jetzt noch einen Kipperanschluss nachgerüstet. Damit werde ich kommendes Wochenende bei Mais silieren die Anhänger fahren können. Ich habe dazu einfach noch ein zweites Steuergerät zwischen Pumpe und Hydraulikblock von der Dreipunkthydraulik gehängt.
Ich habe dazu die einfachste Variante gewählt, und einfach den Tankanschluss des neuen Steuergeräts mit dem Eingang des alten verbunden. Eine Druckweiterleitungspatrone ist nicht installiert, denn dann hätte man ja zusätzlich noch eine Rücklaufleitung von dem neuen Steuergerät gebraucht. Warum ist diese Schaltung nicht empfehlenswert (siehe 1. Schaltung der 3 Möglichkeiten im angehängten Bild)

ifbnd5.jpg


Ich habe nicht vor beide Steuergeräte gleichzeitig zu benutzen, also nur entweder oder. Ich habe gestern probehalber einen Anhänger gekippt, sowie 5 Personen auf der Ackerschiene hochgehoben. Beides Problemlos.

298.JPG


Warum können sich bei dieser Schaltung unerwünschte Druckspitzen ergeben?

Vielen Dank für eure Infos!
Lieber Gruß,
Dr. Alex Lange

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Re: Hydraulik Steuergeräte und Druchweiterleitung

Beitragvon Jerry » 28.09.2014, 12:35

Hallo Alex,

beim Absenken des Kippers muss das Steuergerät ja irgendwohin mit dem rückströmenden Öl.
Da an der Tankleitung aber das bisherige Steuergerät angeschlossen ist, ist dieser bei Nullstellung
verschlossen. Somit baut sich im neuen Druck auf....
Hier ist das etwas verständlicher beschrieben...

https://www.fk-soehnchen.de/out/media/m45_mit_hebel.pdf
Gruß

Christian
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Re: Hydraulik Steuergeräte und Druchweiterleitung

Beitragvon Chicken » 28.09.2014, 12:52

Hallo!

Beide Steuergeräte arbeiten im offenen Kreislauf. D.h. in Ruhestellung ist einfach druckloser Umlauf. Beim Absenken des Kippers geht es also einfach drucklos über das alte Steuergerät -> kann nichts passieren.
Das neue Steuergerät hat ein Druckbegrenzungsventil welches auf ~ 180 Bar voreingestellt ist. Das funktioniert auch, sonst hätte man ein Problem, wenn der Kipper nicht angesteckt ist und man an den Hebel kommt. Das funktioniert auch problemlos, habe ich ausprobiert.
Das neue Steuergerät geht in Neutralstellung einfach von P nach T, also wird der Druck weitergeleitet zum alten Steuergerät. Dieses hat auch ein Druckbegrenzungsventil welches bei ~ 150 Bar öffnet.
Wird also nun das Steuergerät der Dreipunkthydraulik verwendet, kann ein maximaler Druck im System von 150 Bar anliegen.
So wie ich das sehe kann doch hier nichts schief gehen?

Das einzige Problem gibt es wenn man beide Steuergeräte gleichzeitig verwendet: Liegt an dem alten Steuergerät maximaldruck an (Anschlag oder zu schwer) und stellt gleichzeitig das neue Steuergerät auf heben, addieren sich die Drücke der Druckbegrenzungsventile (180 + 150 Bar = 330 Bar), was dann zur Zerstörung des neuen Steuerventils oder der Pumpe führen kann.

Das habe ich aber nicht vor. Es wird entweder das eine oder eben das andere benutzt. Also sollte es doch keine Probleme geben?
Lieber Gruß,
Dr. Alex Lange

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Re: Hydraulik Steuergeräte und Druchweiterleitung

Beitragvon Schwabenlanz » 01.10.2014, 15:14

Hallo Chicken,
die Schaltung funktioniert schon, aber wie beschrieben nicht optimal.Der Grund liegt daran, daß jedes Absicherungsventil oder jeder Wegeschieber eine Reaktionszeit hat. Wenn das Absicherungsventil z.B. auf 150 bar
eingestellt ist ,gibt es kurzzeitig eine Druckspitze ,bis das Ventil aufmacht.Ich schreibe es einmal vereinfacht.Erreicht der Druck 150 bar "merkt" das Ventil: ich muß aufmachen ! (erst dann !!).Bis das Ventil dann öffnet
bzw.offen ist ,steigt der Druck weiter an .Diese Druckspitze kann dann wesentlich höher sein.(auch kurzzeitig 400 bar und mehr je nach Verrohrung).
Je größer die Druckdifferenz zwischen dem Hochdruck und der Tankleitung ist umso schneller reagiert das Ventil . Auch wenn Du schreibst ,daß das alte Steuerventil auf Tank geschaltet ist ,hast Du vor dem Steuerventil einen
höheren Druck als danach. Man kann ja nicht frei durch das Steuerventil schauen,sondern das Öl geht über den Steuerkolben durch interne Kanäle einen "Umweg".Dadurch ergibt sich ein etwas höherer Staudruck vor dem alten Steuergerät.Wenn Du dort einen Manometer anbauen würdest , könntest du es sehen. Nun ist die Druckdifferenz am Absicherungsventil kleiner geworden und das Ventil reagiert langsamer. Die Druckspitze wird höher und wird langsamer abgebaut.Es ist nicht gesagt,daß Du es bemerkst,aber alle Bauteile werden höher belastet.Da dies sehr schnell geht wird ein Manometer diese Spitzen kaum anzeigen .Dazu bräuchte man einen Druckaufnehmer. Bei korrekter Verrohrung zum Tank steigt die Druckspitze zB. für 0,1 sec auf 180 bar (kein Problem) ,während sie bei der anderen Verrohrung auf 350 bar hochgeht und 0,5 sec ansteht,bis das Absicherungsventil voll offen ist.Auch wenn
dies immernoch kurz erscheint, ist es für die Lebensdauer der Bautteile nicht optimal. Gerade bei Traktoren werden zB. die Leitungen oft in leichter Baureihe ausgeführt (dadurch größerer Durchflussquerschnitt).Diese Leitungen haben dann je nach Ausführung 210 oder 250 bar Höchstdruck.Auf den Verschraubungen steht dann zB.10 L (L für leicht) Bei höheren Drücken muß an auf "schwere Baureihe " umbauen . 12 S ist dann für Drücke bis 630 der sogar 680 bar zugelassen.
Trotzdem kann es sein,daß deine Verrohrung sehr lang funktioniert , da wir die tatsächlichen Druckspitzen ohne nachmessen nicht kennen.
Grüße aus dem Schwarzwald :)
Günter
Theorie und Praxis unterscheiden sich in der Praxis mehr als in der Theorie :P :idea:
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Re: Hydraulik Steuergeräte und Druchweiterleitung

Beitragvon LanzLinde » 01.10.2014, 20:09

Hallo Alex,

so wie ich das sehe hast du ein falsches Steuergerät, das nicht für eine Druckweiterleitung wie in deinem Fall geeignet ist. Sollte dies der Fall sein, hast du für die Druckweiterleitung den Anschluss P1. Das heißt, dass dein Steuergerät im Rücklauf keinen Staudruck verträgt - wenn dann max. 25 bar und keine 150 - 180 bar.
Bei solch einem Steuergerät ist auch ein zusätzlicher Rücklauf in den Tank erforderlich!

MFG Markus
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Re: Hydraulik Steuergeräte und Druchweiterleitung

Beitragvon Chicken » 01.10.2014, 20:19

Hallo!

Ja, an die Stoßwellen hab ich jetzt nicht so gedacht. Aber nachdem alle Leitungen kurz sind und vor dem ersten Steuergerät eine Schlauchleitung ist denke ich das eventuell auftretende Druckstöße hier gut abgefangen werden. Ich habe das mittlerweile auch auch ausprobiert und die Dreipunkthydraulik auf Anschlag laufen lassen damit das Regelventil öffnet. Ist nichts passiert.

@Markus:
In das Steuergerät kann man eine Druckweiterleitungspatrone einschrauben. Dann hat man einen zweiten Tankausgang. Die Patrone verbindet nur P mit der Weiterführung und A mit dem Tankausgang. Weiter nichts. So wie ich es jetzt habe ist P mit der Weiterführung und der Tankleitung verbunden, die Weiterführungsleitung ist einfach mit einem Blindstopfen verstöpselt. Die Angabe mit den 25 Bar ist nur auf das Druckregelventil bezogen, denn je größer der Gegendruck desto Größer der Druck am Ausgang A.
Daher ist bei dieser Schaltung denke ich die größte Gefahr, wenn man beide Steuergeräte gleichzeitig benutzt und beide auf maximale Last gleichzeitig laufen, denn dann addieren sich die beiden Drücke der Regelventile und das mag evtl. die Pumpe nicht so. Das neue Steuergerät ist aber bis 350 Bar ausgelegt, also denke ich ist alles im grünen Bereich. Vorher macht da bestimmt die Pumpe schlapp, aber man muss eben nur immer darauf achten nur eines der beiden Steuergeräte zu benutzen, dann kann meiner Meinung nach nichts passieren.

Danke für die Infos!
Lieber Gruß,
Dr. Alex Lange

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Re: Hydraulik Steuergeräte und Druchweiterleitung

Beitragvon VONS » 13.10.2014, 11:58

Hallo Alex,

nachteilig ist natürlich auch, dass beim Betätigen des zweiten Steuerblockes immer das gesamte Druckniveau am ersten Steuerblock angehoben wird. Über Lecköl an den Schiebern kann dann auch Öl zu deinen Arbeitsanschlüssen durchdrücken, oder ein auf Schwimmstellung stehendes Ventil mit angeschlossenem Anhänger würde zum Abkippen führen.
Ich würde die Variante mit dem drucklosen Rücklauf bevorzugen, schon wegen möglicher Fehlbedienung anderer.

Dann mal Happy-Mais-Häckseling.

Ralf
Steter Tropfen ölt den Stein. ;-)
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