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Motorölflammpunkt und Realität

Motorölflammpunkt und Realität

Beitragvon RT-andreas » 08.07.2014, 12:04

Hallo Leute,

warum ist es denn für viele so schwer mal vom hohen Roß des niedrigen Flammpunktes runter zu kommen bei unseren Motoren? Es sind doch wirklich nur ganz wenige Dinge die man da mal verstehen muss.
Flammpunkt heißt es verdampfen Stoffe/Anteile vom Öl die sich entzünden lassen mit! einer offenen Flamme ein paar mm über der warmen Flüssigkeit!
Die Flamme die das entzündet muß aber mindestens die Zündtemperatur aufweisen für Diesel wäre das:
Dieselkraftstoff 67 (pr ISO 3679) 255 (ASTME659-78)
Also mus schon Diesel(Dampf) mindestens 255 °C Zündquelle haben sonst brennt nix! ob da dann 67°C stehen oder beim Motoröl 180°C Flammpunkt ist schnurz, es brennt erst bei Zündtemperatur.
Wer also gaaanz tolles Motoröl haben will nach der verqueren Ansicht wenig Flammtemp wäre Garant für Verbrennen und kein Ölspucken kann ja einfach Diesel reinmischen ins Öl, oder Benzin, noch besser Ether, der zündet bei ~180° und Flammpunkt liegt bei super ~-40°C!!
Das dem so ist zeigt die Gefahrstoffeinordnung von Altöl/Diesel. reiner Stoff über 55°C also schwer entflammbar, gemischt mit Benzin oder anderen leicht sieden Stoffen wirds hochgestuft zu leichtentflammbar eben wegen der möglichen entzündlichen Dämpfe.
Fazit bei Motoröl, wenn da was drin ist von 1% was schnell verdampft und angezündet! werden kann ist der Flammpunkt niedrig. Zündtemperatur kann dennochsehr hoch sein.
Andererseits wenn im Möl Stoffe schon bei niedriger Temp verdampfen wie soll das dann vernünftig schmieren? da kannst gleich Petroleum oder Diesel als Schmierstoff nehmen, kommt nicht so gut. Wenn Diesel schon min 255°C braucht um zu brennen sollte man das besser auch nicht als Treibstoff nehmen da es ja schlecht zündet? Ein tolles flampunktniedriges Motoröl brennt dagegen ja vieeel besser gelle?
Wenn, dann müsste man nach einem Verdampfungsbereich sehen beim Motoröl, denn nur verdampft kann ne (ehemalige) Flüssigkeit brennen und die Siedepunkte liegen für Motoröl-Moleküle soweit nicht weg von den höheren Siedeanteilen im Diesel (beginn ca > 67°C (aha Flammpunkt von gaaanz wenig Stoffanteil) sonst von 170° bis hin zu 400°C (weit über viele Motorölmoleküle hinaus) Wenn die Flammpunkttheorie stimmen würde wär Diesel ein denkbar schlechter Treibstoff und eher die Ursache fürs "Ölen" als ein Motoröl. Ist das denn sooo schwer zu verstehen?
Gruß andi


nen paar Links dazu:
http://www.chemieunterricht.de/dc2/auto/flamzuen.htm
http://www.chemieunterricht.de/dc2/auto/siedep-c.htm
http://www.kfz-tech.de/Dieselkraftstoff.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Dieselkraftstoff (da ist ein Siede-Diagramm von Benzin bis Heizöl S drin um zu vergleichen)
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Re: Motorölflammpunkt und Realität

Beitragvon Chicken » 08.07.2014, 15:53

Hallo!

Der Flammpunkt ist uninteressant. Das stimmt. Vielmehr geht es um die Siedekurve des Stoffgemisches, sprich Siedebeginn und Siedeende. Das wird bei Motoröl leider nicht angegeben.
Es ist schon richtig, dass Hochlegierte Öle mehr schwerverdampfbare Zusätze und damit ein wesentlich höheres Siedeende haben als unlegierte Öle und unter Umständen möglicherweise ein Ölspucken verstärken können. Da die Siedebereiche der Grundöle aber sehr ähnlich sind (hier ist es egal ob HCO oder Mineralöl) macht das jedoch fast nichts aus und es macht praktisch keinen Unterschied ob man nun ein Mineralisches SAE 30 Einbereichsöl oder ein Vollsynthetisches HCO 10W40 Mehrbereichsöl fährt.
Von der Schmierfähigkeit und Scherstabilität übertreffen die modernen Öle die alten zu Lanz Zeiten gängigen Öle ohnehin um Größenordnungen, also kann man fahren wozu man gerade lustig ist.

Die Hauptgründe für das Ölspucken:

- Falsche Einstellung der Ölpumpe
- Verschlissene Kolbenringe
- Defekte Rückholpumpe
- Zu sauberer Auspuff, Ölkohle hat sehr gutes Aufsaugvermögen
- Zu niedrige Last und daher zu niedrige Abgastemperatur

Letzteres trifft besonders auf die Halb- und Volldiesel zu. Diese haben im Vergleich zum Glühkopf immer eine um etwa 150 bis 200 °C niedrigere Abgastemperatur aufgrund des um längen besseren Wirkungsgrads. Daher sind auch die Halb- und Volldieselbulldogs mit Ölabscheidern im Auspuff ausgestattet. Das Ölproblem gab es also auch damals schon, nicht nur heute und Lanz hat versucht das Problem so gut wie möglich durch die Ölabscheider in den Griff zu bekommen. Besonders erwähnenswert ist hier das Abgassystem der Mittleren Halbdieselbaureihe. Diese hatten insgesamt 3 Ölabscheider um Ölflug weitestgehend zu verhindern.
Bei allen anderen Typen bringen die Funkensiebe eine deutliche Reduzierung des Ölflugs.
Dennoch halte ich es für normal, dass besonders die Halb- und Volldiesel Lanz im Nulllastbereich (spazieren fahren) bei normaler Ölpumpeneinstellung nach Sollwerten nach stundenlanger Fahrt etwas Öl aus dem Auspuff schmeißen.
Lieber Gruß,
Dr. Alex Lange

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Re: Motorölflammpunkt und Realität

Beitragvon Rohoelzuender » 08.07.2014, 19:03

Hallo,

Wie schon an anderer Stelle geschrieben. Unser D1706 und D2416 spucken so gut wie kein Öl. Egal ob die eine halbe Stunde im Leerlauf vor sich hin bubbern oder ob Sie bei Normallast spazierengefahren werden. Ich kann´s mir selber nicht erklären, ist aber so. Ölpumpe beim D1706 ist noch original verplombt. Beim D2416 weis ich es ehrlich gesagt gar nicht. Wir haben den so gekauft, lief einwandfrei und haben den so gelassen. Vielleicht spuckt unser D1706 deswegen so gut wie kein Öl, weil der nur eine Ölpumpe hat. Die späteren D1706 hatten ja dann zwei Ölpumpen, wobei die zweite das rechte Kurbelwellenlager versorgte. Eventuell ist das genau die Ölmenge, die der Motor nicht mehr "verarbeiten" kann. Hinzu kommt noch, dass unser 17 er die erste Auspuffvariante hat, die Ebersspächer für die Motoren entwickelt hat. Neben dem Funkensieb sind auf der Innenseite noch einmal zwei Röhren im Schalldämpfer eingeschweißt. Im Funkensieb selbst sitzt etwas über der Mitte eine Verschlußkappe. Die Abgase werden hier gestoppt und durch das Funkensieb in den Schalldämpfer geleitet, durch die beiden Röhren hindurch und von da aus in den oberen Teil des Funkensiebes, der mit kleineren Bohrungen versehen ist wie der Teil des Funkensiebes bis zur Verschlußkappe. Der Weg des Abgases dürfte also durch Umlenkung länger sein als bei den späteren Modellen und somit ist die Ölabscheidung vermutlich besser. Man hat diese beiden Röhren bei späteren Bulldog weggelassen, weil sich das Auspuffsieb immer sehr schlecht zur Reinigung nach oben herausziehen ließ. Vor allem wenn man zu lange mit der Reinigung wartete und sich Ölkohle an den Außenwänden der beiden Röhren sowie dem Funkensieb gebildet hatte. Als meiner Oma im Herbst 1953 der Auspuff zum ersten Mal beim pflügen ausgebrannt ist, ließ sich das Funkensieb schon nicht mehr aus dem Schalldämpfer ziehen. Es blieb dann drin bis etwa 2005. Nur durch abschrauben des kompletten Schalldämpfers und herausprügeln des Funkensiebes mit einem 10 kg Hammer konnte man den Auspuff ordentlich innen reinigen. Was war passiert? Das Funkensieb hatte sich durch die hohe Temperatur beim ausbrennen verzogen und paßte nicht mehr zwischen den beiden im Schalldämpfer eingeschweißten Röhren hindurch.

Spannendes Thema.

Gruß Gordon
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Re: Motorölflammpunkt und Realität

Beitragvon Chicken » 08.07.2014, 23:13

Ich rede hier nicht von einer halben Stunde Leerlauf oder mal kurz spazieren fahren, sondern von mehrstündiger (20-30 Stunden) intensive Fahrt innerhalb sehr kurzer Zeit. Nach einem Ackern habe ich bei meinem 60er auch ca. 15 Stunden Ruhe, aber dann wird es langsam oben wieder feucht. Während dem Ackern dauert es ca. 30-40 Minuten, bis der Auspuff vollkommen trocken ist.
Mit meinem 60er fahre ich etwas über 100 Stunden pro Jahr, daher kann ich das gut vergleichen. Habe schon mehrere Öle verwendet, das Öl spielt aber keine Rolle.
Lieber Gruß,
Dr. Alex Lange

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Re: Motorölflammpunkt und Realität

Beitragvon Rohoelzuender » 09.07.2014, 08:46

Hallo,

Auch unter den von Dir zuletzt beschriebenen Umständen wirst Du bei unseren Bulldog keinen merklichen Ölauswurf feststellen. Das der Auspuff oben unter gewissen Bedingungen feucht wird ist wieder etwas ganz anderes. "Feucht" werden und Ölspucken sind nicht vergleichbar.

Gruß Gordon
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Re: Motorölflammpunkt und Realität

Beitragvon Chicken » 09.07.2014, 14:31

Bei meinem 45er Glühkopf kenne ich das Problem auch nicht, der ist immer trocken. Aber beim 60er Halbdiesel wird es erst feucht und irgendwann nass. Die Öltröpfen sind zwar so fein, dass man am Bulldog selbst nichts sieht, aber besonders der Beifahrer hinter dem Auspuff hat nach längerer Fahrt ein paar Sommersprossen. Außer man belastet den Bulldog regelmäßig alle ~ 20 Stunden, dann gibts beim 60er auch keine Probleme. Leider schaffe ich das nicht immer so regelmäßig.
Lieber Gruß,
Dr. Alex Lange

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Re: Motorölflammpunkt und Realität

Beitragvon RT-andreas » 10.07.2014, 21:55

Hallo,
was ist Ölen eigentlich? Da kommt eine flüssige Masse aus dem Auspuffende. Gehen wir mal davon aus dass Öl schmieren soll und nicht brennen und zudem das Öl träger ist als Luft, erreicht das meiste Öl ja wohl nienicht den Brennraum. Kolben runter, Abgas raus, Frischluft rein und dann mit etwas Verzug auch noch Öltröpfchen/Nebel? aus dem KG hinterher. Da das Öl nach der Theorie zum Schluß kommt kann es sozusagen als "fetteLuft" auch je nach Fahrweise/Last sozusagen direkt in den Auslassschlitz gehen, nennt man Spülverlust und ist immer gegeben. Nächste Bedingung, Kolbenschmierung ist lastabhängig ja aber die ganzen Lager sind ja "fest" in der Menge während die Luftmenge bzw deren Strömung und die Zeit die dafür nötig ist mit der Drehzahl variiert. Nächste Bedingung, je mehr Last um so heißer das Abgas, das wird unterstützt durch die Tatsache, dass die Glühköpfe eher trocken sind als Halbdiesel mit höherem Wirkungsgrad und denentsprechend kühlerem Abgam.
Kurz und gut: könnte es nicht so sein, dass Motoröl einfach als Spülverlust mit in den Puff geht und bei richtig heißem Abgas eben verdampft, so wie Wasserdampf bei Kaltstart tropft beim Auto und wenn wärmer ne Wolke gibt im Winter während bei Last/Motor warm auch bei -10°C es sich so schnell in der Luft verdünnt, dass nix mehr zu sehen ist? Eventuell könnte man dann durch Isolierung vom Auspuffrohr die Sauerrei etwas begrenzen oder sogar ganz vermeiden da das Öl dann nicht kondensiert und als Tropfen ausgeworfen wird. Nen Versuch bei den "Öleren" wäre es wohl wert zumal ja kaum Aufwand, Mineralwolle und Hasendraht sollte versuchsweise reichen.
Ausbrennen mit Last ist nicht immer möglich, aber es gibt ja für LKW so schöne Flammkerzen für den Kaltstart (hatten auch die älteren 2,5 l Ford Transit drin) wenn die Nichtoriginalität nicht allzusehr stört könnte man damit alle paar Stunden ja man unter Teillast den Restsauerstoff nutzen und den Puff von unten her innerlich beheizen und ausbrennen. Wären jetzt auf die Schnelle mal 2 Ansätze die man verfolgen könnte und nicht zuviel Aufwand erfordern, jedenfalls weniger (wenns denn klappt) als jedesmal zu putzen.
Weitere-/Gegenvorschläge dazu sind willkommen

Nachtrag da ich schon sehr unterschiedliche Dichtungen gesehen habe, was ist denn für ne Abgaskrümmerdichtung bei den Ölern verbaut? Wenn Kupfer/Metall also thermisch gut leitend wirkt der gekühlte Zylinder ja auch als Kühlkörper, während "Asbest"/Keramikdichtung eher isoliert. Das könnte auf einfache Art auch etwas zum Ölen einiger Maschinen beitragen. Sicher ist es mehr als nur 1 Grund aber es summiert sich halt und auch hier wäre Abhilfe eher einfach. Bei Rennzweitaktern jedenfalls setzen die gern ne thermische Isolierung Zylinder/Krümmer rein entweder als freistehender Rohrstutzen innen ohne Wandkontakt oder Keramikdichtung/Hülse.

Gruß andi
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Re: Motorölflammpunkt und Realität

Beitragvon Rohoelzuender » 11.07.2014, 13:36

Hallo,

Unser 17 er und 24 er haben eine Kupferdichtung drin.

Gruß Gordon
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Re: Motorölflammpunkt und Realität

Beitragvon Socke » 11.07.2015, 23:41

Ich geb zu diesem schon etwas betagten Thread mal was zum besten:
Ich hab immer behauptet, mein Ursus spuckt nicht mit Öl.
Stimmt(e) bis vor kurzem. Da ist aufgrund hoher Belastung der Auspuff ausgebrannt und komplett leer geworden (man kann es sogar am Klang des Bleches des Auspuffrohres hören).
Siehe Beitrag von Chicken v. 08.07.2014.
Und seitdem rotzt sie. Nicht mal dezent, sondern man hat die ganze Zeit das Gefühl, es tröpfelt etwas.
Die Frage ist nur: Weniger Öl geben oder abwarten???
Qualmen tut der Motor nicht besonders, die Kühlerelemente sind abgedeckt, Motor ist neu... nur eben ist der Auspuff supersauber...

Volker
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Re: Motorölflammpunkt und Realität

Beitragvon Rohoelzuender » 12.07.2015, 08:01

Hallo,

Das ist lustig :D ... Stand nicht in der Verkaufsanzeige vom "geklauten" 38 PS Eiler sinngemäß drin, "Auspuff trocken, Kenner wissen was ich meine!" ?

Gruß Gordon
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Re: Motorölflammpunkt und Realität

Beitragvon Harry0369 » 06.08.2015, 10:19

Hallo Zusammen,

ich habe das gleiche Problem wie Volker, bin eigentlich schon fast am Verzweifeln.
Bei mir ist auch alles gemacht, Kolben, Ringe, Zylinder alles neu, Öler habe ich überholen lassen von jemandem der hier im Forum positive Bewertungen hat (Namen darf man ja nicht nennen !?).
Da Volker nun das mit dem Auspuff erwähnt hat (meiner ist neu, also nichts mit Kohle innen), könnte es evtl. tatsächlich daran hängen ? Mit dem Ackern ist es bei mir genauso wie Alex auch schon geschrieben hat, nach ca. ner halben Stunde wird er trocken, was ja eigentlich darauf deutet, daß die Einstellung vom Öler stimmen sollte. Danach ca. 2 Stunden Spazierfahrt und die Ölschleuderei geht wieder los. Nach mehreren Telefonaten mit dem Herrn der den Öler gemacht hat, habe ich mich dazu entschieden den Kolben nochmal rauszumachen und habe nochmal einen Satz neue Ringe gekauft reingemacht. Diesmal habe ich die Ringe bei einer Spezialfirma in Berlin gekauft, da die Qualität der andern (die mit dem Kolben mitgeliefert wurden) zweifelhaft war. Auspuff hatte ich ber der Gelegenheit wieder getrocknet, damit ich sehe ob sich was geändert hat. Leider keine Verbesserung, der Ölfug ging nach kurzer Zeit wieder los….. !
Rückhohlpumpe geht auch und im Kurbelgehäuse läuft nach einiger Standzeit die normale Menge an Öl zusammen.
Im Auspuff ist bei mir der Prallteller verbaut, Funkensieb habe ich keins drin.

Jetzt habe ich im Heinl nochmal durchgeblättert, da steht auf Seite 236, daß man die Vollgasmenge auf 10ccm bei 50 Umdrehungen zurücknehmen kann, das wäre bei den heutigen Betriebsverhältnissen und den modernen Ölen ausreichend. Mein Öler wurde auf 15 ccm eingestellt und von weniger hat mir der der Mann der ihn überholt hat, wegen der Kolbenbolzenschmierung abgeraten.

Aktuell fahre ich immer mit Mütze, Jacke und Handschuhen jeweils in der Farbe schwarz, somit muß ich nur das Gesicht mit Bremsenreiniger abwaschen….. !

Nun die Frage, ist es normal, daß die Dinger Ölen und man muß einfach damit leben, oder hängt es damit zusammen, dass der Motor einfach noch nicht richtig eingelaufen ist und sich das Ölen irgendwann von selbst einstellt ? Aktuell ist er ca. 20 Stunden gelaufen, wovon ich 3 mal mit ihm jeweils über eine Stunde auf nem Acker war.


Vielen Dank schonmal für Eure Antworten

Mit öligen Grüßen

Harry
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Re: Motorölflammpunkt und Realität

Beitragvon Lanzi67 » 06.08.2015, 16:44

Hallo Harry!
Die Ölfördermenge bei Vollgas kannst du nicht einfach zurücknehmen!
Eingestellt wird im Leerlauf die erforderliche Menge und nach oben ergibt sich dann proportional die geförderte Menge.
Nimmst du bei Vollgas Öl weg bekommt er im Leerlauf keines mehr.
Wenn du Zylinder und Kolben neu hast dann mußt du mit einer gewissen Einlaufzeit der Garnitur rechnen. Einfach in einen längere Zeit gelaufenen Motor neue Kolbenringe rein und alles gut ist nicht, die müssen sich erst dem Zylinder anpassen.

Gruß
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Re: Motorölflammpunkt und Realität

Beitragvon Harry0369 » 06.08.2015, 19:48

Der Motor hat komplett ca. 20 Stunden seit der Restaurierung (wenn überhaupt). Den 2ten neuen Satz Ringe habe ich vor ca. 4 - 5 Stunden rein gemacht.
Der Gund für den Tausch der Ringe war, daß die Ringe welche mit dem Kolben mitgeliefert wurden, auf einer Seite eine Phase hatten. Was die Phase für eine Funktion hat .... ?
Nach den Telefonaten mit dem sehr netten Herrn, der mir den Öler gemacht hat, kam ich ins Grübeln, ob es evtl. an den Ringen hängen könnte, daß diese das Öl nicht richtig in Kurbelgehäuse zurückstreifen.... ?

Eins wäre noch zu erwähnen, als ich die neuen Ringe drin hatte, hab ich ihn mal, ca. 2 Stunden im Stand vor sich hin laufen lassen. Als ich dann losgefahren bin und ne Runde gedreht habe, hat es Öl "geregnet", so als hätte jemand 1 oder 2 Liter Öl in den Auspuff geschüttet. Ich sah aus wie die Sau !

Wenn es am einfahren hängt, dann muß ich halt damit leben und mir mehr Zeit zum Fahren nehmen. Ich werde weiter berichten, wenn ich ein Paar Stunden mehr drauf habe.

Danke
Harry0369
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Re: Motorölflammpunkt und Realität

Beitragvon Lanzi67 » 06.08.2015, 20:39

Hallo!
Hast du schon mal gemessen wie viel Öl er im Leerlauf im eingebauten Zustand fördert? Steht der Zeiger vom Öler bei Leerlaufstellung am Handgas auf der Markierung am Ölergehäuse?
Als ich meinen Ursus restauriert hatte und diesen eingestellt habe lief er auch stundenlang im Leerlauf und als ich dann die erste fahrt gemacht habe regnete es auch Öl, da wurde mir himmelangst. Als ich eine Zeit gefahren war hörte es auf und seit dem (April 2008) hat er so gut wie keinen Tropfen Öl ausgespuckt.

Gruß
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Re: Motorölflammpunkt und Realität

Beitragvon GuidoKri » 06.08.2015, 21:53

Hallo !

Ich würde den Öler auch mal an der Maschine messen. Er muss ja bzw. das Gestänge muss ja justiert werden. Standlauf, 1. Marke am Zahnsegment = Markierung am Öler für Standlauf...dass die Sprittmenge bzw. Standlaufdrehzahl an der laufenden Maschine eingestellt wird, versteht sich ja von selbst.
Mengen dann mal auslitern ggfs. Gestänge nachjustieren (Öler sollte ja voreingestellt sein).
Um welchen Öler handelt es sich ? Wenn ein Ursusöler verbaut ist, können die Werte vom selbst-Kurbeln und Prüfstand etwas abweichen...
In manchen Ölerdeckeln war eine Anschlagscheibe verbaut. Fehlt diese, erhöhen sich die Förderwerte, da die Kolben durch das Fehlen mehr Hubweg machen. Hatte dieses Problem mal an einem 25er. Der mal ölte, mal nicht. Ausgeliterte Ölmengen passten, nur im Betrieb dann nicht. Anschlagscheibe eingebaut, und das Ölen war vorbei..
Es gibt aber auch Öler (bei späten - und Exportmodellen), da ist der Ölerdeckel etwas anders gefertigt und ohne diese Scheibe...
Wie sieht deine Düse aus ? Gibt da auch sehr viele Unterschiede. Vernünftige Einspritzung, Zerstäubung und Verbrennung ist wichtig ! Temperatur 80-90 °C...ggfs. Kühler 'dicht' machen.
Blanker Auspuff ist nachteilig, auch vom Klang. Guck', dass der Bulldog ordentlich Betriebsstunden bekommt und gebe ihm was Zeit. 20 Stunden ist doch noch gar nichts. Die hat unserer komplett ohne Last gelaufen.
Nach 100 Stunden, sprechen wir uns mal wieder.
Ich bin mir sicher, dass auch dein Bulldog-Ölproblem gelöst wird...

Gruß Guido
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