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Lanz Eiler Neu reichen 100000?

Hier können alle Themen diskutiert werden, die sich mit Lanz-ähnlichen Nachbauten jeglicher Art befassen.

Re: Lanz Eiler Neu reichen 100000?

Beitragvon Lanzi67 » 24.03.2013, 10:18

Hallo!

Timo ich stimme dir 100% zu, es sollte doch jeder für sich entscheiden was er baut, aber es sollte ganz offen und ehrlich gesagt werden haupsächlich bei Ausstellungen dass es sich um einen Nachbau handelt.
Plagiator geht doch hier offen und Ehrlich mit der Sache um also warum nicht! Wenn er die Motorteile schonmal hat ist es doch egal welches Getriebe drann kommt, ein Original wird es so und so nicht mehr. Wichtig ist dass man zufrieden ist mit dem was man hat und der Faktor Spaß ist vordergündig.

Gruß
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Re: Lanz Eiler Neu reichen 100000?

Beitragvon Franzm » 24.03.2013, 11:22

Servus :fahrer:

bekommt man einen Neueiler der Gattung

- Motor vom Lanz Bulldog, Ursus, Pampa (zusammengebaut aus Vorkrieg, Nachkrieg, Ursus, Pampateilen, neue Vorderachse)
- Getriebe Nachguss (Schnelle Getrieberäder, Nachguss Bremsen)
- der Neueiler läuft und fährt einwandfrei nach dem Motto "ich will nur meinen Spaß haben, original ist mir nicht wichtig"

TÜV angenommen und zugelassen, wenn ich das angebe? Welche Schleppernummer, welche Typenbezeichnung und welches Baujahr sollte im Kfz-Brief (und Typenschild) vergeben werden :?:

MFG.

Franz :fahrer:
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Re: Lanz Eiler Neu reichen 100000?

Beitragvon Rohoelzuender » 24.03.2013, 13:14

Hallo,

Schwere Frage. Wie ist das überhaupt mit der Sachmangelhaftung bei den nachgebauten Getrieben? Im KFZ- Brief steht ja drin, wer was gebaut hat und wer für was verantwortlich zeichnet. Besonders bei der Anhängerkupplung und deren Aufnahme. Wenn da etwas beim Betrieb abreißt und es kommt zum Sach- oder schlimmer zu Personenschaden...?

Normalerweise dürften die nachgebauten Eiler und auch andere aus "selbstgefertigten" elementaren Teilen zusammengebaute Schlepper überhaupt keine Strassenzulassung bekommen, wenn man´s genau nimmt. Es sei denn eine Prüforganisation hat den nach dem Zusammenbau wieder bis zur letzten Getriebeschraube zerlegt und analysiert. Was ich mir aber beim besten Willen nicht vorstellen kann. Eine normale Vollabnahme ist aber meines Erachtens nicht genug.

Bei der Versicherung ist die Frage einfacher zu klären. Für Replika gibt es keine Oldtimerversicherung.

Aber mal wieder zurück zur Ausgangsfrage. Ja, es reichen 100000 Euro für einen Replika Eiler, wenn man nur die normale Vollabnahme braucht.

Gruß Gordon
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Re: Lanz Eiler Neu reichen 100000?

Beitragvon Franzm » 24.03.2013, 14:41

Servus miteinand,

ich hatte vor einiger Zeit auch den Plan, mir einen Neueiler aufzubauen. Dann kamen neben den Kosten zwangsläufig auch die anderen Fragen auf. Als Beamter kann ich mir nichts erlauben, ohne harte Konsequenzen zu fürchten.
Daher überlegt: Ist es Täuschung (Betrug), wenn ich dem TÜV und der Zulassungstelle verheimliche, dass mein Neueiler aus verschiedenen Teilen zusammengebaut ist? Er stattdessen ein komplett neues Nachgussgetriebe (keine Lanz Herstellung) hat, die Typennummer D2531 wäre, Baujahr 1942 und eine Lanz Mannheim Schleppernummer xyz "irgendwo eingeschlagen" ist :?: Der Schlepper wird dann als Lanz Mannheim oder Deere typisiert. Zahlt meine Versicherung beim Unfall, wenn das herauskommt :?: Wenn ich schon soviel für die Replika investiere, wollte ich auch sicher und zulässig damit auf der Straße fahren dürfen :fahrer:
Ich habe ein paar D2531 Replika Besitzer darauf angesprochen. Die meisten stehen zum Neueiler, aber in dem Papieren, auf Typenschld usw. steht nichts davon. Man könnte eher von einem Lanz Eiler ausgehen. Auf der Straße wird gefahren, mit satten 40km und mehr, mit Tüvplakette usw....
Mir scheint das eine ziemliche Grauzone zu sein.

MFG.

Franz
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Re: Lanz Eiler Neu reichen 100000?

Beitragvon mogmuli » 24.03.2013, 15:09

Vielleicht liegts daran dass ich ebenfalls Beamter bin, aber ähnliche Gedanken hatte ich aber auch schon... Hab mir ein Zugmaul ( Nachguss ) aus Holland gekauft und denke dass es im Schadensfall am besten niemand mitbekommt, dass es sich um ein Neuteil aus einer polnischen Hinterhofwerkstatt handelt...

Gruß Daniel
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Re: Lanz Eiler Neu reichen 100000?

Beitragvon Rohoelzuender » 24.03.2013, 19:10

Hallo,

Die Typenbezeichnung bei Lanz Mannheim D.... sagt ja schon klar aus, um welchen Hersteller es sich eigentlich handelt oder handeln müßte. Insbesondere das D vor der Zahlenkombination besagt, dass das Fahrzeug aus dem Fertigungsbereich D der Heinrich Lanz AG stammt. Das D schließt das komplette Fahrzeug mit ein, nicht nur den Motor. Wenn in den Papieren dann D.... steht und z.B. das Getriebe von Baujahr 2010 ist und aus Polen, Holland oder China kommt, ist das ja nur die halbe Wahrheit. Vielleicht ist man auf der sicheren Seite, wenn man einfach das D vor der Zahlenkombi weg läßt? Oder ein R davor schreibt, für Replika? Dennoch muss doch der Prüfer wissen was er vor sich hat. Wenn er da was unterzeichnet und es passiert etwas, könnte es ja auch auf den Prüfer zurückfallen?

Nur ein simples Beispiel aus dem Autobereich. In unserem Ort hat jemand seinen VW Bus selber umgebaut auf einen Ford V6 Granada Motor und den VW Boxer ausgebaut. Der Ford paßte aber nicht in die originalen Motorhalterungen. Kurzerhand hat er sich die Motorhalterungen selber gebaut. Das System funktionierte einwandfrei und er ist so mit dem normalen Kennzeichen zum nächsten TÜV. Obwohl alle Beteiligten genau wußten das es funktioniert und auch keine Risse oder sonstige Schäden aufgetreten sind, hat der TÜV das Auto verworfen. Er sollte die Motorhalterungen technisch überprüfen lassen und eintragen lassen. Das waren damals so um die 4000 Mark für zwei kleine Halterungen. Er hat dankend abglehnt und wieder den VW Boxer eingebaut.

Wenn eine Prüforganisation bei selbgebauten Getrieben nicht weis das es ein Nachbau ist und glaubt es sei original Lanz...

Wie bekommt man eigentlich eine Anhängerkupplung ohne Prüfzeichen durch die technische Abnahme?

Das wird ja immer abenteuerlicher....

Gruß Gordon
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Re: Lanz Eiler Neu reichen 100000?

Beitragvon Franzm » 24.03.2013, 19:40

:kratz:

eine EG Baumusterprüfung wäre erforderlich, hat man damals gesagt. Eine kostenspielige Sache. Siehe Google. Sonst darf ein Kraftfahrzeug nicht im Straßenverkehr in Betrieb genommen werden. Wie sieht es mit den D2531 Neueilern aus, die mit TÜV auf der Straße fahren? Alle in der Grauzone? Oder anders ausgedrückt, hoffen das nichts passiert? Ich hatte von einem "Neuen" in der Oldenburger Gegend gehört, dem im Standlauf ein Hinterrad weggeknickt war. Der Flansch der neuen Steckachse war gebrochen. Aber schon 10 Jahre her.

MFG.

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Re: Lanz Eiler Neu reichen 100000?

Beitragvon Lanzi67 » 24.03.2013, 20:35

Hallo Gordon!

Eine Anhängerkupplung ohne Prüfzeichen bekommt man durch das BJ bzw. Erstzulassung vor dem 01.01.1954 durch den TÜV!
Vor diesem Stichtag gab es sowas nicht, und alles vorher hat Bestandsschutz.
Alles gans einfach, wenn der Prüfer der das Vollgutachten macht falls erforderlich fit ist weis der das und trägt dies ein!

Gruß
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Re: Lanz Eiler Neu reichen 100000?

Beitragvon Lanz-Timo » 24.03.2013, 21:06

Hallo,
ich wusste garnicht, dass alle Schlepper die auf dem Typenschild ein "D" vor der Zahlenkombination von Lanz waren?
Also unser Deutz "D 7206" hat definitiv noch nie Mannheim gesehen!
Soviel zu dem "D" welches Auskunft über den Hersteller gibt.
Wenn jetzt jemand seinen neuen Eiler unter D2531 angibt ist das völlig in Ordnung, wenn er diesem Baumuster entspricht. Das mit dem Baujahr und dem Hersteller ist mir pesönlich eigentlich ziemlich egal.
Ich kann Orginal und Nachbau gut unterscheiden und lasse mir die Seckel nicht vollmachen mit irgendwelchen Stories.
Gruß, Timo
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Re: Lanz Eiler Neu reichen 100000?

Beitragvon Schorsch » 24.03.2013, 21:23

Habe ich mit irgendeinem Wort den Plagiator kritisiert? Im Gegenteil, ich habe sogar Verständnis gezeigt, dass er auf seine Arbeit stolz ist. Ich habe nur geschrieben, dass mich als Lanz-Fan solche Maschinen nicht interessieren. Und das ist mein gutes Recht.
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Re: Lanz Eiler Neu reichen 100000?

Beitragvon Lanz-Timo » 24.03.2013, 21:48

Hallo Schorsch,
du hast Recht. Wer so eine Arbeit auf sich nimmt kann stolz drauf sein, egal ob ein Orginal restauriert oder einen neuen Bulldog erschaffen wird.
Ich hab ja schon gesagt, dass es gut ist das es für Jedermann was gibt.
Die Einen mögen kleine Volldiesel und wollen nichts mit der Heizlampe zu tun haben,
die Anderen schwören auf den Benzinstart bei Halbdieseln,
die Die einen Glühkopf, egal welcher Typ, haben freuen sich auch drüber
und es gibt auch welche die gerne im Bulli-Knatter-Qualm hocken.
Also für jeden was dabei und es ist gut so!!!!!!!!!!!!!!
Gruß, Timo
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Re: Lanz Eiler Neu reichen 100000?

Beitragvon Rohoelzuender » 25.03.2013, 20:04

Hallo,

Es geht ja nicht darum das nicht für jeden was dabei wäre. Wenn ich mir einen Bulli Rahmen selber baue und der bricht mir unterm Popo zusammen und hatte vorher selber die Fahrgestellnummer eingeschlagen, sprich gefälscht, gibt es da auch bestimmt rechtliche Probleme. Das hat doch mit dem Fahzeug nichts zu tun, ob nun Eilbulldog, Ackerluft oder Ackermoped.

Bezüglich der Anhängerkupplung habe ich auf die Frage von mogmuli geantwortet. Ich habe das so verstanden, als sei das ein Nachguss, also vermutlich nach 1954 und somit eigentlich "Prüfzeichenpflichtig".
Die Kernfrage ist doch, wie man damit umgehen sollte. Wer haftet im Schadensfall? Der Prüfer weil er ein nicht geprüftes Zugmaul eingetragen hat? Der Besitzer, weil er das Zugmaul vielleicht erst nach der Hauptuntersuchung montiert hat? Der Hersteller des Zugmaules? Wie läuft sowas. Ich finde das ist eine wichtige Frage die man klären sollte.

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Re: Lanz Eiler Neu reichen 100000?

Beitragvon eumel » 02.05.2013, 21:11

Was auch schade ist (wurde schon geschrieben) das eine "Eiler-Schwemme" solche Bulldog's dann auch langweilig machen.

Dem kanni ch nur zustimmen und finde es schade....
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Re: Lanz Eiler Neu reichen 100000?

Beitragvon bulldogfan » 12.06.2013, 17:04

Das D vor der Nummer bedeutet dass der Traktor aus der Abteilung D der Lanzwerke kam. B war für die Dampfmaschinen, C war Dreschmaschinen, E andere Geräte und A weiß ich nicht. Auf das Typenschild von einem Replika kann man auch Hersteller Mickey Maus drauf schreiben.
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