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Prototypen Reaktivierung

Restaurationsberichte von euren Maschinen

Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 02.09.2016, 17:13

Es wäre ja schön wenn einmal was ohne Probleme ablaufen könnte. Beim öffnen des Paketes mit den neuen Bremsbelägen fiel als erstes auf, dass die Bohrungen in den Belägen 4mm hatten, die Bohrungen in den Belagträgern aber nur 3 mm. 3mm Nieten in 4 mm Belägen? Hmm. :kratz: Man hätte ja jetzt einfach die Belagträger auf 4mm aufbohren können. Im Regal hatte ich aber noch diese Beläge mit 3mm Bohrungen liegen, auch noch neu und ungebraucht.Warum gibt es die einmal so, einmal so? Dann nehmen wir mal lieber diese.
In den Schraubstock wird ein passendes Rundmetall eingespannt, z.B. ein Bohrer, der in die Senkungen der Bremsbeläge paßt und somit der Hohlniet gut aufliegt. Mit einem Körner wird der Hohlniet gespreitzt und danach mit einem Durchschlag vorsichtig rundherum platt geklopft.
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 02.09.2016, 17:16

Die Bremstrommeln sollten eigentlich schon lange Auspuffschwarz sein, aber der Zustand der Innenseiten macht ein aus- bzw. überdrehen notwendig. Minimale Laufspuren... :lol:
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 02.09.2016, 17:26

Und urplötzlich wurde das Wetter dermaßen gut und vor allem dauerhaft beständig und warm, dass wir uns mal wieder an unseren Angstgegener Nr. 1 trauten. Die Motorhaube! :wink: Sie stand dort nun seit über 90 Tagen fast fertig gespachtelt in der Scheune, aber die letzten Kleinigkeiten bis zur ersten Grundierung nach dem Spachteln und Schleifen dauerten dann noch mal einige Stunden. :oops: Die Trennfugen zwischen den einzelnen Blechen wurden mit einem Metallspachtel und umwickletem 600 er Schleifpapier in Form gebracht.
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 02.09.2016, 17:32

Die gesamte Haube wurde abschließend mit 360 er Papier trocken (!) angeschliffen und eventuelle Macken noch einmal mit Feinspachtel ausgeglichen und wiederum geschliffen. Besonders schwierig waren dabei die Flächen entlang der Motorhaubensicken und die Bördelungen rund um die beiden Frontgitter. Jetzt wurde es Zeit von der Rückseite her die Löcher für die Embleme, die Zierleiste sowie für die beiden Motorhaubenhalter seitlich und das Motorhaubenscharnier vorne unter der Haube aufzubohren. Nicht zu vergessen die drei Löcher für die Rückspiegelhalterung in Fahrtrichtung rechts...warum auch immer. Prototyp- Exportversion für England? :) Danach wurde mit Pressluft entstaubt und mit Silikonentferner nachgewischt.
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 02.09.2016, 17:37

Sicherheitshalber wurden dann auch alle zu montierenden Teile an der Haube noch einmal angepaßt, oder besser gesagt geprüft, ob alles passen tut, allen voran natürlich die Zierleiste....
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 02.09.2016, 17:43

Nun wurde eine Spraydose schnell trocknende Acrylgrundierung aufgetragen...
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 02.09.2016, 17:57

Nach dem trocknen der Grundierung zeigten sich vereinzelt noch Schleifspuren vom 40 er Papier, mit dem der Glasfaserspachtel geschliffen wurde. Perfekt für den nächsten Arbeitsschritt, dem aufbringen von Spritzspachtel. Aber aufgrund schlechter Erfahrungen mit dem Spritzspachtel aus der Dose zum selber anmischen mit Härter, wie man es im Bericht hier einige Seiten vorher lesen kann, habe ich den fertig angemischten aus der Sprühdose genommen. Vergleichsweise natürlich sündhaft teuer, aber dafür sicher in der Handhabung. 6 Dosen je 400 ml Spritzspachtel habe ich auf die Haube geballert.Echte Lackierprofis werden nach dem lesen dieser Zeilen erst mal Ihren Herzschrittmacher auf 100 Prozent Funktion überprüfen lassen. :kloppe: Aber es hat super funktioniert! :D Endlich, nach gefühlten hundert oder mehr Arbeitsstunden, nur an der Haube! Besonders satt wurde rund um die Sicken der Haube angegeben. Nach dem Motto "Darf´s ein bisschen mehr sein?" staute sich der Spritzspachtel regelrecht auf. Das war aber auch so gewollt, weil durch die vielen Begegnungen mit bösen Bäumen oder dem Überschlag im Würtembergischen Walde hatte sich das alles ganz schön verdullert.
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 02.09.2016, 18:06

Nach dem trocknen konnte nass geschliffen werden mit 600 er Papier. Die Schleifaktion dauerte insgesamt vier Stunden. Das spart übrigens auch den Griff zur Nagelschere und Feile. Einige Fingernägel waren "Hollywood Cut" :lol: Dagen hilft übrigens das überziehen von Einweghandschuhen. Aber wenn man gefühlsecht agieren will geht das fühlen nach erhabenen Stellen in dem Spritzspachtel ohne Überzug besser... Profis legen dazu zwischen Objekt und Finger noch einmal sehr dünne Plastikfolie. Das verstärkt den Effekt Unebenheiten zu spüren, aber wir wollen es ja auch nicht übertreiben. Zuerst wurden die Linien entlang der Sicken geschliffen...
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 02.09.2016, 18:23

Abschließend wurde die Haube komplett mit klarem Wasser und Schwamm abgewaschen, um den Schleifschlamm zu entfernen. Mit Druckluft und einem Staubbindetuch wurde nachgeholfen. Die Verwendung von Silikonentferner ist nicht unbedingt ratsam, denn wie ich feststellen mußte, kann sich der Spritzspachtel dadurch anlösen, wenn man unvorsichtig ist. Zumindest der Spritzspachtel aus der Dose bei vermutlich zu sattem Auftrag und nicht vollständiger Trocknungszeit.

Danach wurde ganz normal aber wirklich satt grundiert mit Kunstharzgrundierung. Auch die Innenseite der Haube. Bilder davon wurden glatt vergessen. Na ja, die rot-braune Grundierung eben. Nach drei Tagen Trocknungszeit konnte die Grundierung mit einem grauen Schleifpad angeschliffen werden. Eventuelle grobkörnige Sachen die aus der Lackpistole geschleudert wurden, konnten mit 600 er Papier trocken geschliffen und somit entfernt werden. Nun wieder ein Durchgang mit dem Staubbindetuch. Wichtig ist dabei, dass man immer Einweghandschuhe anzieht. Sonst verreibt man den Handschweiß auf der gesamten Haube.

Nun war Herzklopfen angesagt! Nach den unzähligen Stunden Arbeit an der Haube und nach einigen Rückschlägen kam die Stunde der Wahrheit! Augen zu und durch! Erst wurde außen einmal dünn vorgelackt damit das schon mal anziehen kann und danach wurde die Haube zuerst innen komplett fertig lackiert. Insgesamt wurden rund 1,8 Liter Lack aufgebracht.

"....das man sich drin spiegeln kann!"... :beifall: :D
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 02.09.2016, 18:25

Motorhaubenseite... :D
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 02.09.2016, 18:26

Stirnseite... :D

Gruß Gordon
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 03.09.2016, 06:24

Hallo,

Nun ging es an den beiden hinteren Radnaben weiter. Hatte ich schon erwähnt das es zwei unterschiedliche sind? Nicht nur die Gussform ist bei beiden anders, die in Fahrtrichtung rechte Nabe hat einen Gussansatz in dem Gewindebohrungen eingebracht sind. Hier sollte oder besser gesagt konnte ein Kettenrad montiert werden, dass über eine aufgelegte Kette eine Arbeitsmaschine wie z.B. einen Drillmaschine oder einen andere Fahrtstreckenabhängige Maschine angetrieben hat. Die Idee ist vermutlich im Prototypenstadium steckengeblieben. Die Serien 13 er haben die Drillmaschine über einen an der rechten Felge außen montiertes Kettenrad angetrieben. Die Idee die Drillmaschine über eine auf der Innenseite laufende Kette anzutreiben wäre die eindeutig elegantere Lösung gewesen. Diese funktionierte aber nur in Kombination mit den umgedrehten Alldog Felgen und dieser von Lanz gegossenen Radnabe. Auch Kostengründe werden dazu beigetragen haben, dass man in der Serie ausschließlich auf ZP- Radnaben und gewöhnliche Lemmerz Felgen zurückgriff.

Rechte Radnabe:
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 03.09.2016, 06:29

linke Radnabe, die durch die Auspuffgase schön konserviert war...
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 03.09.2016, 06:34

Da das Lackierpavillon mit der Motorhaube belegt war und ist wurde mal zur Abwechslung der Pinsel geschwungen und in zwei Durchgängen grundiert. Auf dem Bild kann man auch schön die beiden unterschiedlich breiten Nuten der Radnaben sehen.
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 03.09.2016, 06:39

Parallel dazu wurden die Lagerdeckel von ihren alten Simmerringen befreit und mit Dichtungsmittel neue eingebaut.
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