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Prototypen Reaktivierung

Restaurationsberichte von euren Maschinen

Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 20.04.2016, 20:10

Vor der Demontage der Bremsankerplatten muss auf der Außenseite der kleine Bremshebel abgenommen werden. Da er auf einer Vielzahnwelle sitzt sollten Markierungen übereinstimmend auf beiden Teilen eingemeißelt werden, damit bei der späteren Montage alles wieder so zusammenkommt wie es mal gesessen hat. Ob das dann wirklich auch so Werkseitig war weis man natürlich auch nicht, denn es kann ja sein, dass da schon mal geschraubt wurde ohne vorher eine Kennzeichnung zu machen. Wir konnten jedenfalls keine ausmachen. Mit dem Meißel kann man dann auch den Spalt leicht aufweiten und mit dem Hammer gleichzeitg nach außen runter treiben, nachdem der Sicherungsring entfernt wurde.
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 20.04.2016, 20:11

Die Ankerplatte ist raus...
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 20.04.2016, 20:15

Jetzt ging es auf der Radseite weiter mit dem abschrauben des Portalgetriebes. Dafür sitzen im Deckel zwei M8 Gewinde, in die man Schrauben zum abdrücken einschrauben kann. Zuvor müssen die Gewindebohrungen aber von Jahrzehnte altem Schmutz befreit werden. Bei uns war das so hartnäckig, dass wir nach der groben Vorreinigung mit einem Drahthaken einen Gewindeschneider eingedreht haben.
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 20.04.2016, 20:18

Aber die Kraft der beiden eingedrehten M 8 Schrauben reichte nicht aus. Nur ganz leicht wurden die Deckel gelüftet. Weiter ging es mit einem Vorschlaghammer und einem Stück Holz, dass auf die Radnaben gesetzt wurde. Mit drei bis vier satten Schlägen wurden die Bauteile dann getrennt...
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 20.04.2016, 20:29

Nun wurden die Kugellager über den Stirnrädern abgezogen, kein Problem, aber dann... :shock: Nach meinem Verständnis werden die beiden Stirnräder über in die dafür vorgesehenen Gewindebohrungen abgezogen, wenn man sich passende Schrauben eindreht und daran einen passenden Halter für einen Abzieher anschweißt. Na gut. Für einen Hobbykollegen hatte ich mal zwei solcher Abzieherarme gebaut. Nach seiner Aussage ging es damit, zwar ließ sich der Abzieher nur sehr schwer drehen, aber mit leichten Schlägen auf das Stirnrad hat es dann gefluppt. Das war ein ZP- Getriebe A5/5 an einem Güldner ALK. Rein optisch sieht das sogar identisch aus. Na gut. Dran damit und ziehen. Nix! Mit einem Lötbrenner 2000 Grad Celsius beigegeben...
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 20.04.2016, 20:55

Dann oben kleines Radkreuz auf den Kukko aufgesetzt und gedreht. Ergebnis war, dass sich der Abzieher aus der waagerechten Lage zur Seite legte. Keine Chance. Dann bei einer Lama- Werkstatt einen Abzieher zwei Nummern größer ausgeliehen und extra dafür zwei neue Abzieherschrauben gebaut mit 15 mm Stahl! Montiert, richtig schön heiß gemacht, großes Radkreuz drauf und dann gedreht, gerissen ist wohl er das Wort der Wahl :oops: . Doch dann fluppte es...Ergebnis? Gewinde Raus gerissen im 450 Euro teuren Abzieher. :beifall: Also normal ist das nicht. Vermutlich einfach zu wenig Wärme eingebracht. Das Ganze haben wir dann zur Lama- Werkstatt gebracht, der exakt baugleiche Abzieher (400mm mit 25 mm Gewindedurchmesser, zieht ca. 10 Tonnen!) wieder aufgesetzt, auf den Abzieher links und rechts je zwei 1 Meter Stahlrohre als Verlängerung aufgesetzt, auf den 27 er Maulschlüssel ein 1,5 Meter langes Verlängerungsrohr geschoben und dann das Zahnrad mit einem Schweißbrenner fast bis zur Rotglut erhitzt. Drei Mann, frisch gefrühstückt und "Gib Ihm"! Jetzt muss es aber klappen... :lol: Da staunte die Fachwelt: Das Zahnrad rührte sich nämlich trotzdem keinen Millimeter! :shock: Auch nicht mit Schlägen auf den Abzieher, was ja eigentlich nicht die feine englische Art ist. Bevor wir aber auch noch den zweiten 500 Euro teuren Abzieher an der Backe haben haben wir dann an dieser Stelle abgebrochen. Wir haben uns dann für den eher ungewöhnlichen Weg entschieden und die beiden angeschraubten Radnaben mit einer 52 er Nuss und Schlagschrauber abgeschraubt. So konnte die Welle samt festem Zahnrad aus dem Lagerdeckel gezogen werden. Auch gut. Die Frage warum sich trotz aller Maßnahmen die Stirnräder nicht abziehen ließen bleibt natürlich. Aber das war noch nicht alles. Zum zweiten mal große :shock: gab es dann beim abziehen der Radnaben von der Welle. In einer Radnabe ist eine nahezu doppelt so breite Nut wie in der anderen. Was soll das jetzt? In der breiteren Nut lagen dann auch zwei Keile nebeneinander. Also immer wenn man denkt bei diesem Prototyp gibt es keine Überraschungen mehr entdeckt man die nächste. :kratz: Sagenhaft! :D

Bilder folgen...

Hier erst mal die selbstgebauten Abzieherarme, die man vielleicht bei einem anderen Schleppertyp noch gebrauchen kann, wo die Stirnräder nicht so extrem fest sitzen...Das ausgerissene Gewinde in der Spindel kann man oben im Bild auch noch erkennen...

Gruß Gordon
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 13.05.2016, 18:01

Hallo,

Momentan stocken die Arbeiten gerade so ein bißchen. Einmal aus beruflichen Gründen und die letzten beiden Wochen mußte der D1206 noch für den Weltrekordversuch in Odershausen vorbereitet werden. Sprich, Regler mit neuen Teilen versehen und abdichten, Standgasdrehzahl runter regeln, neuen Limaregler montieren und aus zwei defekten Einspritzdüsen eine halbwegs funktionierende zusammenbasteln :oops: und weitere Kleinigkeiten. Die Arbeiten haben sich gelohnt. Der Weltrekord der längsten Traktorparade ist geschafft! :D Nur die Ladekontrolle ging schon während der Hinfahrt schon wieder an und den ganzen Tag nicht wieder aus. Da wird wohl noch eine Inspektion der Lima selbst fällig. Im Augenblick wird die Düse mit neuen Teilen bestückt und neu abgedichtet und eingestellt, dann dürfte das Rauchverhalten auch etwas gemindert werden. Ich warte noch auf den bestellten Kompressionsdruckmesser. Bin mal gespannt wieviel Marmelade da noch im Zylider ist.

Beim 13 er wurden schon mal die Bremsenteile sowie die Achstrichter innen grob von Ablagerungen befreit.

Im Bild eine Ankerplatte vor der Reinigung:
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 13.05.2016, 18:02

Alle Teile wanderten in das obligatorische Benzinbad....
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 13.05.2016, 18:05

Die gereinigten Teile wurden in je zwei beschriftete Kartons gelegt, um eine Verwechslung der beiden Seiten bei der späteren Montage auszuschließen...
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 13.05.2016, 18:07

So sahen beide Achstrichter unter der Bremsankerplatte vor der Reinigung aus:
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 13.05.2016, 18:09

Die Reinigung erfolgte erst mit einem Meißel und danach mit Pinsel und Benzin. Bilder folgen.
Gruß Gordon
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 22.07.2016, 09:10

Hallo,

So langsam aber sicher geht es auch am Prototypen weiter. Die neue Lenkradwelle ist fertig. Grund für die Neuanfertigung war, dass die neuen Lenkräder die momentan auf dem Markt erhältlich sind nicht auf das originale Lenkrohr passen. Das alte gerissene Lenkrad, dass über eine wesentlich dickere Ummantelung verfügt, möchte ich aber aus historischen Gründen genau so belassen wie es ist. Es scheint ebenso wie der Schlepper selbst in seiner Beschaffenheit einmalig zu sein. Selbst ein direkter Vergleich mit dem Lenkrad unseres D1706 brachte das Ergebnis, dass es eine andere Nabenform hat. Warum man an dem 13 er Prototyp nicht einfach das Lenkrohr samt Lenkrad von den HE- Bulldogs genommen hat, die seinerzeit parallel gefertigt wurden, bleibt vermutlich unbeantwortet. So hätte ich jetzt einfach ein neues Lenkrad für die kleinen Halbdiesel bestellen können. Aber es geht auch so...

Gruß Gordon
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 16.08.2016, 14:08

Hallo,

Heute geht es ein wenig an der Vorderachse weiter. Problem sind die stark eingelaufenen Achsschenkel. Da die Reparatur über 1000 Euro kosten soll haben wir erst einmal abgewartet. Heute morgen rief mich ein Hobbykollege an der gleiches Problem an seinem Lanz Bulli D1106 hat. Da dieser nur rund 40 Kilometer entfernt wohnt und ich für ihn die Einspritzpumpe in Reparatur hatte bot er mir an, meine Vorderachse vom 13 er mitsamt Achsschenkel vorbeizubringen. Er kennt jemanden der ihm die Buchsen der Vorderache aus einem beständigen Kunststoff drehen will. Die eingelaufenen Bolzen der Achsschenkel werden aus Ihren Aufnahmen herausgefräst, und dann entweder überarbeitet durch abdrehen und wiedereinschweißen oder durch die Anfertigung komplett neuer Bolzen. Und? Kostaquanta? "Wenig..!" Hmm, hmmm, was bedeutet das? :oops: Na, ich muss die Gunst der Stunde nutzen, sonst kommt der Schlepper ja nicht wieder auf die Räder.

Morgen geht es dann endlich mal wieder an den hinteren Radnaben und den Achstrichtern weiter, die alten Lager abziehen, neue aufpressen, usw....

Bremsbackenfedern müssen noch bestellt werden. Zwei sind gebrochen...

Gruß Gordon
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 18.08.2016, 20:17

Hallo,

Eigentlich sollten heute schon wieder aktuelle Bilder kommen, aber meine Akkus in der Kamera befinden sich im Streik. Sowieso wundert mich da der enorme Energiebedarf. 10 Bilder mit Blitzlicht, Akku leer. :cry: Da muss ich wohl mal spezielle Batterien für kaufen, die sollen angeblich länger halten als die normalen Akkus. Na ja, über Nacht mal wieder ein Windrad abbremsen, dann eben morgen neue Bilder.

Heute hat es wieder einen kleinen Ruck getan. Nachdem wir festgestellt haben das man die Kugellager auf den Achsstummeln doch nicht so ohne weiteres mit dem Abzieher abziehen kann und dafür doch die großen Stirnräder runter müssen, wurden die Stirnräder richtig heiß gemacht und dann unter einer 20 Tonnen Presse abgedrückt. Heftig! :shock: Nachdem die neuen Lager drauf waren hieß es wieder Stirnräder warm machen und dann so aufsetzen, dass der eingelegte Keil in der Welle mit der Nut im Stirnrad fluchtet und dann drücken... :oops: Die beiden Lager auf den Antriebswellen wurden auch gleich getauscht. Danach wurden die alten Bremsbeläge von den Belagträgern entfernt. Darunter war teilweise Blattrost. Der Rost wurde entfernt und auch die beiden Radnaben, die Bremstrommeln und weitere Kleinteile der Bremse wurden gereinigt. Zwei der großen Bügelfedern waren gebrochen. Sicherheitshalber wurden gleich vier neue bestellt die jetzt auf Ihre Montage warten. Morgen geht es dann an das grundieren bzw. lackieren der Bremsenteile. :)

Gruß Gordon
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Re: Prototypen Reaktivierung

Beitragvon Rohoelzuender » 02.09.2016, 17:02

Hallo,

Endlich mal wieder neue Bilder! :D Ich fange einfach mal in der Reihenfolge an wie die Arbeiten voran geschritten sind. Da wären zuerst die Bremsenteile, die grundiert wurden. Sicherheitshalber mal alle Teile vom linken und alle Teile vom rechten Achstrichter separat an der Leine aufgehängt. Die Anlaufscheibe, ganz vorne im Bild, ist z.B. auf der anderen Seite nicht einmal halb so stark.
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