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Pleuellagerschaden 2816

Alles über Lanz-Bulldog, Halb- und Volldiesel. Beiträge ab 2010.

Pleuellagerschaden 2816

Beitragvon kelmi » 06.02.2017, 20:48

Hallo. Ich bin neu hier im Forum, hab auch eine kleine Sammlung verschiedener Hersteller,Lanz 1616, Hanomag R19, Fahr D22, Hela, und Lanz2816.
Mein 28er Volldiesel hat das Problem das mir im Sommer der Motor festgelaufen ist, nach dem abkühlen lies er sich schwer drehen.
Diagnose Pleuellager hat gefressen. Es ist ein Alullager verbaut gewesen und der Lagerzapfen hat ein Maß von 69,2 mit dem Meßschieber gemessen. Mein Motorenspezi schleift mir die Welle, ich muß nur das Lager besorgen. Welches Lager ( Hersteller Material ) sollte ich nehmen?
Der Kolben und das ober Lager am Pleuel sieht sehr gut aus.
Danke schon mal im vorraus
kelmi
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Re: Pleuellagerschaden 2816

Beitragvon I.A.M.E - PAMPA » 07.02.2017, 23:04

Hallo , sicher das ein Alu Lager verbaut war ?
Sollte das der Fall sein ist das nicht richtig!
Gruß
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Re: Pleuellagerschaden 2816

Beitragvon kelmi » 08.02.2017, 10:27

Hab ein Bild hochgeladen. Ich würde sagen das es Alu ist, das Pleuellager von meinem 1616 ist ein Bronzefarbend im Laufbereich vom Zapfen.
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Re: Pleuellagerschaden 2816

Beitragvon kelmi » 08.02.2017, 10:34

Ich finde auch das der Zapfen für ein Alulager ziemlich starke Laufspuren hat. Hab ein bischen den Verdacht das der Vorbesitzer schon mal ein Fresser hatte und die Kurbelwelle nicht schleifen lassen hat, sondern nur das Lager erneuert hat. Ich hab ihn ca 7 Jahre.
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Re: Pleuellagerschaden 2816

Beitragvon I.A.M.E - PAMPA » 08.02.2017, 19:16

Lager mit Bund ?
Kann es sein das du einen 2806 hast und keinen 2816 ?
Eigentlich haben die 16er keine Lagerschalen mit Bund nur die Halbdiesel und da zumindest bei den kleineren 17 / 22 PS auch nur zu Anfang später gab es da auch andere Pleuelstangen in denen Lager ohne Bund verbaut waren
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Re: Pleuellagerschaden 2816

Beitragvon kelmi » 08.02.2017, 20:51

Es ist ein 2816 Bj 57, bedeutet es das da auch das falsche Pleuel drin ist?
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Re: Pleuellagerschaden 2816

Beitragvon RT-andreas » 08.02.2017, 21:41

Hallo Leute,

sind das wirklich "Fresser" am Pleulzapfen oder nur aufgeschmiertes Alu? Bei meinem Ursus sah es genauso aus, der Oberfläche vom Zapfen hat es aber nicht geschadet. Das Alu geht leicht ab wenn man es mit Glasfaservlies umwickelt welches mit Natronlauge getränkt ist. In der Lauge löst sich das Alu auf, dem Eisen macht das nix aus. Erst danach kann man wirklich sehen ob geschliffen werden müsste oder ob polieren reicht.
Zum Material: grundsätzlich ist es bei der geringen Flächenbelastung unserer Motoren (fast) egal was fürn Lagermaterial genommen wird. Alu läßt sich im Fresserfall leicht entfernen s.o. Messing oder Messing mit Zinn drin bzw Stahl mit Messing und Zinn geht ebenso, wird zur Pflicht wenn da wirklich enorme Kräfte auftreten am Pleulfs bei denen es Alu "rausquetschen" würde. Ist aber hier eben nicht der Fall (oder hat einer nen Kompressor/ Turbo verbaut? :mrgreen: ) Die Lagerschale "trägt" im Idealfall garnix sondern nur der Schmierfilm. Also auf ideale Formgebung und glatte Oberflächen achten ohne Lunker etc. ist wichtiger als die Art des Werkstoffes. Notlaufeigenschaften könnte man mit MoS2 Spray erreichen (Wellenzapfen/ Lagerinnenbereich einsprühen), z.B. von Liqui Moly. Die Zinnschicht bei harten Lagern (Messing/Broze Stahl diente ähnlichen Zwecken, sie bettet eventuelle harte Teilchen ein und gibt so Notlauf. Zusätzlich konnte man solche Lager ohne Maschinen auch von Hand einschaben. Ist aber heute wohl nichtmehr nötig.
Fazit: Materialwahl ist hier recht egal, lunkerfrei und ideale Form ist wichtiger. Ach ja und schau ob es wirklich Riefen sind und nicht nur aufgetragenes Alu, für mich siehts nach Aluschmierspuren aus auf dem Bild.
Gruß andi
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Re: Pleuellagerschaden 2816

Beitragvon I.A.M.E - PAMPA » 08.02.2017, 22:13

Tatsächlich ein 2816 :shock:
Das Pleuel gehört da eigentlich nicht rein .
Bei denn Volldieseln wurden Werksseitig keine Alu Lager mehr verwendet da durch höhere Arbeitsdrücke die Standfestigkeit angeblich nicht mehr genügte.....
Zum Schadensbild möchte ich nur sagen das diese harten Fress bzw Lautspuren extrem einseitig sind ! Ich Empfehle mal das Pleuel als erstes zu prüfen ob es verbogen ist oder sonstiges .Ein verbogenes Pleuel ist bei den kleinen ja keine Seltenheit......... Kann natürlich auch von einem schlecht eingepassten Lager kommen ........ Es gibt auch Experten die die Deckelschale falsch herum da rauf reissen.......... Auch eine defekte Buchse oben im Pleuel kann unten solch einen Schaden verursacht haben ! Also erstmal alles prüfen prüfen prüfen
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Re: Pleuellagerschaden 2816

Beitragvon kelmi » 09.02.2017, 12:35

Hallo. Danke schon mal für die Antworten. Ich schätze das wird eine längere Reparatur.Die Lagerschale vom rechten Hauptlager lässt sich mit der Hand im Gehäuse drehen, das ist meiner Meinung auch nicht richtig. Ich werde mal sehen ob ich eine Originale Pleuelstange auftreiben kann.
Am Bund vom Pleuellager kann man sehen das es nicht winkelig zur Kurbelwelle glaufen hat, es sind deutliche Spuren ( Materiealaufwurf) zu sehen. Der Kolbenbolzen und die Buchse im oberen Pleuelauge sieht unauffällig aus ohne unnormales Spiel und mit festen sitz im Kolben. Er ist auch sehr gut angesprungen. Auf dem Pleuellagerzapfen ist die Oberfläche zwar glatt aber in Laufrichtung sehr wellig.
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Re: Pleuellagerschaden 2816

Beitragvon Pfrank » 09.02.2017, 17:37

Moin,

Nur kurz zum "Bund", es gab bei den kleinen Volldieseln beides!!
Zuerst war das Pleul schmaler und es wurde ein Bundlager verbaut, später hat man dann ein breiteres Pleul verbaut in Verbindung mit einem Lager ohne Bund!
Vielleicht hat jemand eine späte ETL zur Hand und kann mal sagen ab welchem Schlepper (Nr) das geändert wurde...!?

LG
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Re: Pleuellagerschaden 2816

Beitragvon Christian Rady » 09.02.2017, 18:56

Moin!

ETL (vorläufige Ausgabe) D1616 ab Nr. 160001, März 1955, Bestellnummer 15375: Lager mit Anlaufbund, Bleibronze.

ETL D1616/2016 ab Nr. 160001, August 1955, Bestellnummer 15376: Lager mit Anlaufbund, Bleibronze.

ETL D2416/2816 ab Nr. 550001/330001, Dezember 1956, Bestellnummer 15386/I: Lager ohne Anlaufbund, Oberschale Bleibronze, Unterschale Weissmetall.

Grüße ausm Barnim!

Christian
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Re: Pleuellagerschaden 2816

Beitragvon Rohoelzuender » 09.02.2017, 20:31

Hallo,

In der ET Liste vom D2416 und D2816 vom November 1958 steht für das Pleuellager: zwei Hälften (Bleibronze/ Weißmetall).

Die D1706 und D2206 hatten zuerst Alu- Pleuellager mit Bund, später dann Bleibronze mit Bund. Leider steht in der ET- Liste die mir vorliegt nicht ab welchen Schleppernummern die Umstellung erfolgte.

Die Alu- Lager wurden meines Wissens vom Vorgänger D5506 übernommen. Mit diesem Motor in Kombination mit dem Alu- Lager gab es Anfangs Schwierigkeiten mit festlaufen des Lagers. Laut Lanz wurde das Problem einfach durch Erhöhung der Ölmenge behoben. Ob dies der Wahrheit entspricht oder z.B. mehr Lagerluft gegeben oder an der Legierung etwas geändert wurde oder beides ist nicht bekannt.

Unser 17 er müßte noch das Alulager haben. Das läuft trotz hoher Stundenzahl immer noch einwandfrei. Warum das später geändert wurde ist daher merkwürdig. Kostengründe? Oder verträgt sich das Alu- Lager nicht mit der höheren Motor-Verdichtung, die es bei den späteren Modellen des 17 und 22 er gab?

Gruß Gordon
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