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Riss im Zylinderkopf (Alldog)

Alles über Lanz-Bulldog, Halb- und Volldiesel. Beiträge ab 2010.

Riss im Zylinderkopf (Alldog)

Beitragvon Hannes1980 » 15.07.2016, 13:41

Ich habe einen Alldog zum Ausschlachten erstanden und beim Zerlegen festgestellt, dass der Zylinderkopf im Bereich der Glühkerze einen Riss hat. Kann der Kopf in dem Zustand verwendet werden, bzw ist sowas reparabel?

Bild

Und noch eine Frage hätte ich: gibt es den Anlasser noch neuwertig, oder kann man nur den alten Starter überholen lassen?
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Re: Riss im Zylinderkopf (Alldog)

Beitragvon Hannes1980 » 15.07.2016, 14:29

Es handelt sich um einen 1315.
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Re: Riss im Zylinderkopf (Alldog)

Beitragvon bulli1706 » 15.07.2016, 22:02

Hallo Hannes1980
Den Riss haben viele TWN-Motoren an der gleichen Stelle. Ursache ist Eindrehen oder gewaltsames Rausdrehen der Kerze bei verrußtem Gewinde.
Ich hab selber einen Alldog mit dem gleichen Fehler wieder zusammengebaut und danach auf langer Strecke gefahren und nichts Nachteiliges bemerkt. Der Motor sprang auch gut an.
Die Stabilität ist also trotz des Risses gewährleistet und sollte auf keinen Fall durch Aufschleifen für Schweißarbeiten unnötig gefährdet werden.
Ob der Schaden durch einen Aluschweißer zu beheben ist, weiß ich leider nicht. Vielleicht gibt es eine Möglichkeit, den Riss mit einem hitzefesten Material zu verfüllen.
Falls Du einen gebrauchten noch heilen Zylinderkopf von einem Mitteldruck-TWN-Motor bekommen kannst, solltest Du ihn aber ein paar mm von unten abschleifen.
Vielleicht kennt Gordon Jenner als Alldog-Spezi, hier als Rohölzünder bekannt, Deinen Riss aus seiner Praxis und weiß die nötigen Antworten für Dich.
Ich drück Dir die Daumen.
Schönen Gruß von Oskar :wink:
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Re: Riss im Zylinderkopf (Alldog)

Beitragvon Rohoelzuender » 16.07.2016, 08:56

Hallo,

Ja, das mit der Rissbildung ist eine interessante Thematik. Wie schon in meinem Bulli/D1206 Restaurationsbericht geschrieben habe ich selber einen Kopf der ähnlich und an genau dergleichen Stelle gerissen ist. Da der andere Kopf mit den Kolbenringeinschlägen gerade in der Dreherei ist zum plandrehen, habe ich den mit dem Riss für den Besuch der letzten Oldtimerschau montiert. Mittels Überpüfung durch aufgebrachtes Spüliwasser konnte ich keine Blasenbildung, sprich Undichtigkeiten erkennen. Die Besonderheit bei diesen Rissen ist allerdings, dass sie im kalten Zustand eher noch dicht sind bzw.halten als im warmen Zustand. Das Material dehnt sich im betriebswarmen Zustand aus und führt dann eher zur Undichtigkeit. Es ist auch nicht unbedingt gesagt, dass der Riss im Laufe der Zeit größer wird, da keine großartige dynamische Belastung auf dem Teil wirkt. Im Gegensatz zu Flugzeugtragflächen z.B., deren natürliche Rissbildung und Ausbreitung in regelmässigen Abständen kontrolliert wird. Dennoch werde ich den gerissenen Kopf von einem Schweisser mal reparieren lassen, der auch über einen Wärmeofen verfügt. Das Teil wird darin ganz langsam erwärmt, geschweißt und danach sofort wieder im Wärmeofen ganz langsam auf Raumtemperatur gebracht, um Spannungen im Material zu minimieren. Danach muss eventuell noch die Naht abgedreht werden. Muss man sehen inwieweit die in den Brennraum hineinragt und wie groß der Kolbenunterstand ist.

Gruß Gordon
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