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Zapfwelle D 1616 Drehzahl

Alles über Lanz-Bulldog, Halb- und Volldiesel. Beiträge ab 2010.

Zapfwelle D 1616 Drehzahl

Beitragvon Ditmar » 05.07.2015, 02:38

Hallo !!!!!
Mir ist bis heute noch unklar warum der D 1616 eine Zapfwelle hat die bei Nenndrehzahl des Motors sehr viel mehr Umdrehungen macht wie die Normzapfwelle mit 540 U/min. Ich glaub so ca 800 U/min.
Original war da eine Sperre eingebaut, die bei eingeschalteter Zapfwelle das Gaspedal auf ca. die Hälfte des Weges begrenzte..
Natürlich wurden die Sperren reihenweise ausgebaut. So konnte man wenigstens bei Bedarf mal etwas mehr Gas geben.
Wer aber heute z. B. einen Holzspalter mit Zapfwellenantrieb hat, der ja sehr leichtgängig ist , da ist die höhere Drehzahl eher ein Vorteil.

MfG Ditmar
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Re: Zapfwelle D 1616 Drehzahl

Beitragvon Ditmar » 06.07.2015, 21:49

Hallo !!!

Da ist tiefes Schweigen im Walde. Keiner weiß wohl richtig bescheid.
Da müßte man wohl die damaligen Lanz-Konstuckteure zu fragen.
Jedenfalls war wegen Kräftemangel an der Zapfwelle kein ordentlicherBetrib eines Stalldungstreuers möglich.

MfG Ditmar
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Re: Zapfwelle D 1616 Drehzahl

Beitragvon Philipp Hügel » 07.07.2015, 22:21

Hallo Ditmar,

warum keiner schreibt?

1. Hier hat doch leider keiner mehr Bock zu schreiben. Kaum ein Beitrag wo nicht wieder einer versucht Zwietracht zu säen oder Unfug zu verbreiten - meist DER eine - dadurch ist das Forum doch leider so gut wie tot! Ich schau hier (leider) kaum mehr rein...

2. Mir (und vielleicht auch anderen?) ist ehrlich gesagt deine Fragestellung nicht ganz klar. Was willst du genau wissen? Die Zapfwelle macht doch eben genau die Normdrehzahl von ca. 540 1/min. Deshalb ja die Sperre, bei Nenndrehzahl wären es ja sonst mehr.

Dein Thema finde ich sehr interessant! Lautet deine Frage:
"Warum nicht 540 1/min Zapfwellendrehzahl bei Nenndrehzahl? Oder anders gesagt, warum hat man nicht "einfach" die Zapfwellenübersetzung angepasst?",
oder:
"Warum liegt die Nenndrehzahl soviel höher als beim D 2016 oder D 1706?"?

Kurze Antwort auf die Frage nach der Übersetzung: Ich denke es ist schlicht zu wenig Platz im Getriebe um die Übersetzung entsprechend anzupassen. Ich hatte die Zapfwelle mal ausgebaut, da geht meiner Erinnerung nach sehr eng zu (Bilder)! Wahrscheinlich hat man eben "notgedrungen" die Drehzahl verriegelt...

Der D 1616 macht 552 1/min an der Zapfwelle bei 850 1/min Motordrehzahl (Nenndrehzahl ist 1100 1/min). Der D 2016 macht 545 1/min Zapfwellendrehzahl aus 950 1/min Motodrehzahl (Nenndrehzahl). Das liegt an der unterschiedlichen Übersetzung der Kegelräder von 27/23 statt 27/26. Man hat als schon die Übersetzung angepasst...

Das eigentlich interessante ist jedoch, warum der Motor 150 1/min mehr Nenndrehzahl hat, als der D 2016. Mehr Drehzahl, weniger Leistung? Richtig! Eben auch deutlich weniger Drehmoment (im Nennpunkt)!

Kurz-Zusammenfassung aus dem Marburg-Test: Knapp 110 Nm bei Nenndrehzahl beim D 1616, beim D 2016 sind es ca. 160 Nm. Das maximale Drehmoment von ca. 140 Nm hat der D 1616 bei ca. 850 1/min - richtig, der Motordrehzahl bei Norm-Zapfwellendrehzahl.

Die Frage ist, was bringt überhaupt eine Übersetzung die die Nenndrehzahl auf 540 1/min an der Zapfwelle herabsetzt? An der Riemenscheibe (und da ist nochmal ein zweites Winkelgetriebe dazwischen) kommen beim D 1616 immernoch fast 15,5 PS an. Nicht so schlecht! Beim D 2016 kommen von den ca. 22 PS an der Kurbelwelle sogar noch 20 PS an der Riemenscheibe an.

Bei Lanz war man stolz auf diese "Technische Besonderheit" des D 1616 und hat sie als Vorteil beworben: LANZ-Bulldog-Diesel ...wie beste Schiffsdieselmaschinen

Zum "Kräftemangel" an der Zapfwelle - da müsste man sich eben mehr Kraftstoff genehmigen, so wie der D 2016. Schon hat man mehr Power - aber den 20er wollte Lanz ja als eigenen Schlepper verkaufen, obwohl der sich am Motor weniger unterscheidet als am Getriebe. Am Motor liegt es "nur" an der Reglereinstellung, der 16er ist halt "gedrosselt". Nicht wie bei den Umbaumotoren - weniger Leistung durch Drehzahlbegrenzung (z.B. 42 PS bei 540 1/min statt 50 PS bei 630 bzw. 650 1/ min) - sondern durch eine Drehmoment- bzw. Einspritzmengenbegrenzung. Man kann ja den Regler aufmachen...

Ich hoffe das klärt deine Frage(n)?

Grüße
Philipp
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Re: Zapfwelle D 1616 Drehzahl

Beitragvon Rohoelzuender » 08.07.2015, 12:27

Hallo Philipp,

Dein Beitrag war doch gar nicht mal so schlecht, dafür das Du keinen Bock mehr hast zu schreiben. :wink:
Abzüge in der Wertung gibt es natürlich für Punkt 1. Hat mit den Thema überhaupt nichts zu tun.

Der D1706 hat mit einem Stalldungstreuer z.B. keine Probleme.

Gruß Gordon
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Re: Zapfwelle D 1616 Drehzahl

Beitragvon Ditmar » 09.07.2015, 04:32

Hallo Leute, die noch an Bord sind !!!
Die höhere Drehzahl der Zapfwelle ist schön, solange keine hohe Kraft vom Zapfwellengerät gefordert ist. Schließlich haben moderne Schlepper zusätzlich zu der 540iger auch eine Drehzahl von 1000 U/min oder sogar auch noch 750 U/min.
Bei einem Holzspalter z. B. braucht man wegen der relativen Leichtgängigkeit bei Betrieb weniger Motordrehzahl einzustellen was ein Vorteil ist.

Beim Lanz D 1616 hatten wir schon beim Betrieb mit dem Getreide-Bindemäher in unserer bergigen Eifel Probleme, die durch
Herausnahme der werksseitigen Drehzahlsperre bei eingeschalteter Zapfwelle gemildert waren.

Die Eifel ist schön! Und wann kommst Du?
Nähere Auskünfte gibt's kostenlos im Internet z. B. bei Google.
Die Einladekarte (Text als Sprechblase einer Kuh) darf isch wohl hier aus urheberrechtlichen Gründen nicht veröffentlichen.

MfG Ditmar
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Re: Zapfwelle D 1616 Drehzahl

Beitragvon Rohoelzuender » 09.07.2015, 08:18

Hallo,

Unter diesen Bedingungen wäre der D2016 vielleicht doch die bessere Wahl gewsesen? Rund 1000 DM mehr gegenüber dem D1616 waren in den 50 er Jahren natürlich nicht von schlechten Eltern, aber wenn es die Bedingungen erforderten? Der Hinweis mit dem Holzspalter ist schön und gut. Doch für diesen Zweck hat ein Landwirt den Schlepper in den 50 er Jahren nur äußerst selten gekauft. Da bestand der Holzspalter vornehmlich noch aus einem Mann, einer Axt und einem Haueklotz. :D

Gruß Gordon
Rohoelzuender
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