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60er Halbdiesel mit Allrad

Alles über Lanz-Bulldog, Halb- und Volldiesel. Beiträge ab 2010.

60er Halbdiesel mit Allrad

Beitragvon Winzer » 07.03.2010, 22:02

hallo Zusammen,

hab gerade gedacht mich streift ein Bus :shock:
Es gibt soger einen zum Allrad umgebauten 60er.

http://www.youtube.com/watch?v=U_Rfw-q0Z6E

Kennt zufällig jemand den Eigentümer?
Mich würde es interessieren, ob die Allradfunktion auch geht oder nur Show ist.

Streßfreie Woche allen hier.

Gruß Michael
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Beitragvon treez » 08.03.2010, 14:50

Ein Wahnsinnsteil! Der Allradantrieb scheint funktionstüchtig zu sein, man kann deutlich erkennen, wie sich die Kardanwelle dreht. Aber wie die Kardanwelle am Getriebe befestigt sein soll, bleibt mir ein Rätsel... Wenns funktionieren sollte, müßte irgendwo das Getriebe oder die Antriebswelle angezapft worden sein.

Da hat sich einer richtig Arbeit mit dem Umbau gemacht, Hut ab! Der Radstand wurde vergrößert, die Seiterverkleidung vor den Kühlern wurde verlängert und der Auspuff umgebaut.

Gruß

Dirk
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Beitragvon Uwe Gatschke » 08.03.2010, 18:19

Hallo,
vielleicht ist Allrad über die Zapfwelle zuschaltbar. Mit einer guten Konstruktion sollte es funktionieren.
Gruß Uwe


***Viel Spass beim Schrauben***
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Beitragvon Chicken » 08.03.2010, 18:30

Hallo!

Glaube nicht, dass das über die Zapfwelle geht. Die Zapfwelle geht von der 1. Getriebewelle weg, also vor dem Fahrschaltgetriebe. Dann hätte man sozusagen nur einen Gang, auf den man die Drehzahl einstellen könnte, also auch nur einen Gang in dem Allrad funktioniert.
Ich denke wenn das wirklich funktionieren sollte geht das Getriebe für den Allradantrieb von der 4. Getriebewelle weg. Veilleicht ist statt der Handbremsscheibe da ein Abtrieb dran?
Lieber Gruß,
Dr. Alex Lange

Lanz D6006 mit Hydraulik und verlagerter Zapfwelle
Lanz D9532 (ehemals D9506)
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Informationen rund um den Pampa und Miniatur-Stationärmotoren: http://www.pampa-traktor.de
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Beitragvon Horst Fritsch » 08.03.2010, 19:15

Hallo,

der Schlepper gehört Johann Esselmann aus Oyten bei Bremen.
Er ist soviel ich weiß Vorsitzender von Lanz Bulldog Club Oyten.
Im Internet unter www.lanz-bulldog-club.de
Der Schlepper ist mit seinem Allrad voll funktinstüchtig.

Gruß

Horst
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Beitragvon Dieter.J. » 08.03.2010, 20:47

Moin, moin,

joh das ist der Johann. Den find ich auch superstark. Der Allrad funktioniert! Schnell ist der auch.

Grüße DJ.
Dieter.J.
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Beitragvon Winzer » 08.03.2010, 21:37

ich nehme den Hut vor dem Mensch, der diesen Umbau gemacht hat 8)

Einen aus den 50er Jahren stammenden Bulldog derart umzubauen, das hat was... hab erfahren, daß der Bulldog schon in den 70er Jahren umgebaut wurde, damit dann 4-scharig gepflügt werden konnte.

Klar paßt der Bulldog nun nicht so gut ins Oldtimerbild von heute, er ist ja noch höher und mächtiger geworden :lol: aber ich würde so ein Unikat auch gerne mein Eigen nennen 8)

Gruß an alle
Michael
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Beitragvon thomas schüber » 09.03.2010, 16:58

Eine Verschandelung von historischem Kulturgut.
Ein Bulldog kann nicht einzylindrig genug sein.
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Beitragvon Lanzandi » 09.03.2010, 18:35

Mich hat der Bus auch gestreift !
So ein Unfug. ! Naja das Lauf und Startverhalten des Bulldogs sagt alles.
Grotten schlechte Technik, total verbastelt.

PS. Is meine Meinung, also nicht gleich wieder Schießen. !
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Beitragvon Philipp Hügel » 09.03.2010, 18:40

thomas schüber hat geschrieben:Eine Verschandelung von historischem Kulturgut.

Das ist wohl Auffassungssache!

Wenn da jemand aktuell einen intakten Halbdiesel so umgefrickelt hätte, würde ich dir zustimmen. Wenn es aber stimmt, dass der Schlepper vor ca. 30-40 Jahren so umgebaut wurde um ihn bestimmungsgemäß - auf dem Acker - einzusetzen, so stellt genau dieses Unikum für mich historisches Kulturgut dar. Die alternative wäre wahrscheinlich für den Besitzer ein modernerer Schlepper und für den Lanz der Hochofen gewesen - dieses Schicksal hat ja leider viele Bulldogs ereilt.

Es ist ja leider so, dass sämtliche Bulldogbesitzer sich den "Erhalt landwirtschaflicher/historischer Kulturgüter" auf die Fahnen schreiben und oft dann genau dieses zerstören. Viel zu oft werden Umbauten die im Laufe der Jahre an den Schleppern vorgenommen wurden um damit arbeiten zu können beim angeblichen "Erhalt des historischen Kulturgutes" zurückgebaut.
Nicht immer ist mit dem Wiederherstellen des Zustandes bei Auslieferung das historische Kulturgut bewahrt. Ich denke da an z.B. DDR-Kotflügel, Holzkabinen/-Winschutzscheiben oder Lichtmaschinen auf dem Wasserkasten (von den hässlichen Funkensieben ganz zu schweigen). Diese, zugegebenermaßen zum Teil sehr unvorteilhaft aussehenden historischen Kulturgüter, sehen mit Blechen aus Holland/Polen etc. dann hinterher meist aus wie jeder andere 08/15 "Verkehrsbulldog". Die Bleche werden ja so inflationär auf den Markt geworfen, dass diese Unart zum Teil schon auf andere Fabrikate übergegriffen hat. Ich habe schon Deutz, Allgaier, Hanomag, etc. mit "LANZ-Blechen" gesehen.

Oft wird ja leider nicht mal der Originalzustand wiederhergestellt sondern dieser ominöse 08/15-Phantasiebulldog gebastelt. Es ist ja ein ungeschriebenes Gesetz, dass der gerade Auspuff am späten Ursus und der Tropenauspuff an Exportlanz und Pampa durch den Doppelkegel ersetzt werden muss. Das gleiche gilt für Kotflügel und Windschutzscheibenrahmen und alle anderen Blechteile die man so käuflich am Markt erwerben kann - einmal quer durch den Katalog bestellt und fertig ist der "Einheits-Lanz". Als Laie muss man ja heutzutage den Eindruck gewinnen: "LANZ? Das waren doch die, die nur diese Ausführung mit all dem Blech und all den Hutmuttern gebaut haben."

Ich möchte mich was das Rückbauen angeht gar nicht ausnehmen. An meinem 17er war so ein "hässlicher" und unvollständiger Zapfwellen-Kraftheber verbaut - den hab ich damals als erstes demontiert und verachtungsvoll in irgend eine Ecke geworfen (zum Glück liegt er noch genau dort - wahrscheinlich kommt er irgendwann wieder dran). Ich kenne einen großen Halbdiesel der hatte eine riesige Seilwinde (Hersteller unbekannt) und eine Sitzbank mit zwei original Lanz Sitzschwingen verbaut - der sieht heute ohne Winde aus wie jeder andere und ist seiner Historie beraubt. Fast jeder schmeißt bei der "Restauration" als erstes das Fritzmeier-Verdeck runter, auf das der Besitzer damals stolz war wie Oskar und das er wahrscheinlich teuer bezahlt hat. Genauso ergeht es den meisten Mähwerken und sonstigem lästigem landtechnischem Kulturgut (um mal von dreigang Ackerbulldogs ganz zu schweigen) - man will ja schließlich spazieren fahren - und nicht wie so oft vorgegeben irgendetwas der Nachwelt erhalten.

Zurück zum Thema: Mir gefällt der Schlepper ästhetisch nicht, falls er aber so eingesetzt wurde hat er meiner Meinung nach gerade dadurch einen besonderen historischen Wert.
Ich habe irgendwann mal Bilder gesehen (ich meine aus Australien) von einem (bzw. zwei :D ) Tandem-Halbdiesel. Bei diesem Allrad-Halbdiesel waren "einfach" die Vorderachsen rausgeworfen und die beiden Schlepper hintereinander gehängt worden - keine Ahnung wie das mit der Schaltung/Lenkung gemacht wurde. Das Ergebnis war aber sicher wieder besser als der Hochofen und vielleicht leistungsfähiger als so mancher zum Zeitpunkt des Umbaus erhältliche moderne Schlepper.
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Beitragvon Pelle » 09.03.2010, 19:37

Hallo Philipp,

http://www.traktorhof.com/forum/viewtopic.php?t=9709
Hier ist ein Thema darüber ..

MFg Philip
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Beitragvon Michael Bach » 12.03.2010, 11:01

Guten Morgen an alle,

zum Thema 60er-Halbdiesel mit Allradantrieb: das Ding ist definitiv mindestens 30 Jahre alt, denn ich habe den Bulldog bei einem Treffen der Oytener zu Beginn der 80er Jahre dort gesehen. Soweit ich mich erinnere, stand er aber nur und lief nicht einmal. Das will nichts heißen. Im Einsatz habe ich ihn nicht erlebt und ihn danach, bis jetzt das Bild auftauchte, auch nirgendwo mehr wieder gesehen.
Was ich sagen will: eindeutig ein Umbau aus jenen Tagen, in denen man so etwas noch nicht nur um der Spielerei wegen tat. Müßte demnach also durchaus eine praktische Bedeutung gehabt haben. Wem er genau gehört(e), weiß ich nicht. Aber Johann Esselmann ist das nötige know how allemal zuzutrauen.
Gefallen hat r mir damals nicht, gefallen tut er mir heute nicht. Aber danach geht's nicht, s. o.

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Beitragvon Rohoelzuender » 12.03.2010, 16:52

Hallo,

Naja, ob es so sinnvoll ist einen 60 PS Schlepper nachträglich auf Allrad umzubauen sei dahin gestellt. Ich denke schon, dass es sich dabei um eine technische Herausforderung handelte, um es mal positiv auszudrücken.

Das es schon in den 80 er Jahren Schlepper auf Treffen gegeben haben soll die gerade mal 30 Jahre alt waren haut mich jetzt gerde echt vom Hocker! Das ist ja Ungeheuerlich! :D

Gruß Gordon
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Beitragvon Pampa T 02 » 12.03.2010, 17:17

Moin,
von der 4.Getriebewelle geht eine 1"Kette zu einem Winkelgetriebe von dem dann die
Kadernwelle angetrieben wird.
Vorne 13-30 hinten 15-38 Bereift und knappe 7,5 Tonnen Gewicht.
Der Motor wurde natürlich entsprechend auch angepasst.
knapp 13 Liter Hubraum 17,5:1 Verdichtung mit Schiffsdieselkolben.
Und viele weitere kleine Änderungen. Der stärkste Bulldog überhaupt neben den Tandembulldogs aus Australien.
Ich finde er ist schon ein schönes Spielzeug welches von Technischer Seite einmalig gut gemacht ist.
Mittlerweile hat er wieder ein normalen Zylinder und Kolben.

Gruß Benny :wink:
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Beitragvon Winzer » 12.03.2010, 21:16

hallo Benny,
Der Motor wurde natürlich entsprechend auch angepasst.
knapp 13 Liter Hubraum 17,5:1 Verdichtung mit Schiffsdieselkolben.

Würde mich mal interessieren, wie das technisch gelöst wurde und dann der Rückbau: :?:
Mittlerweile hat er wieder ein normalen Zylinder und Kolben.

Woher stammte der Zylinder für die knapp 13 Liter? Kann mir so was nicht vorstellen, denn Kurbelwelle und Zylinder müssen ja irgendwie zusammenpassen (vielleicht von einem 9006 :idea: ?)

Für mich ist der Umbauer ein Tüfftler 1. Grades und ziehe meinen Hut davor, denn das ganze umzusetzen kostet nicht nur eine Portion Verstand, sondern auch eine Menge Geld. Angefangen von der Vorderachse, der Kardanwelle, Winkelgetriebe, Reifen und Felgen, Kotflügelversatz, Hauben usw... ok manche haben so was in der Ecke liegen :wink: und es kostet dann doch nicht viel, aber das ganze funktionierend über mehrere Jahrzehnte technisch zu realisieren... ganz große Klasse.

Freue mich schon jetzt, wenn ich den Bulldog in natura mal fahrend sehen kann :D

Allen ein schönes Wochenende hier.

LG Michael
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