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Halbdiesel startet schlecht

Alles über den Lanz Bulldog - Glühköpfe. In diesem Forum sind auch Beiträge zu Halb- und Volldieseln bis Ende 2009 enthalten.

Re: Halbdiesel startet schlecht

Beitragvon Socke » 20.03.2011, 20:59

So, nun sind wir etwas weiter.
Mittlerweile ist er zumindest öfters zum Leben zu erwecken, wenn auch nur mit "Tricks".
Ein Problem lag am Kerzeneinsatz, der so weggegammelt war, daß die Glühkerze nicht ganz die Leistung hatte...
Das aber reichte immer noch nicht, ich habe zwei Düseneinsätze, die verschieden gut einspritzen, wobei gut auch noch relativ ist, besser gesagt, eine spritzt schlecht, die andere etwas besser ein. Und mit dem funktioniert es leidlich mit folgendem Trick: während des Startens muß man vorpumpen, dann kommt deutlich Leben hinein. Und wenn man den richtigen Punkt erwischt, springt er sogar an. Auf Benzin genauso wie auf Diesel.
Nun bin ich mit der Düse an mehreren Stellen gewesen, die alle meinten, die wäre ok. Sogar ein Händler dabei, der mir eine neue hätte verkaufen können.
Ich habe leider keine Vergleichsmöglichkeit, wie andere Düsen einspritzen, deshalb mal folgende Fragen:
1.) Ich habe bei einem anderen (echter Diesel-)Motor (Direkteinspritzer) die Düse gesehen, die zerstäubt den Diesel so fein, daß es fast wie eine Staubwolke aussieht. Bei unserer sind es im wesentlichen 6 (oder 7?) Strahlen, mit leichter Nebelbildung, mehr je weiter man von der Düse weg ist(logisch). Aber eben nur ein bischen Nebel. Das erreicht z.B. die Zündkerze nie... Und die, die mehr nebelt, mit der geht es auch. Allerdings nicht ohne zusätzliches Vorpumpen. Wie würdet Ihr das Spritzbild Eurer Düsen beschreiben?
2.) Was passiert, wenn der Druck höher ist, als spezifiziert? Z. B. 150 bar? Klar ist mit höherem Verschleiß zu rechnen, weiß aber jemand, ob das System so "auf Kante" genäht ist?
3.) Welches Gewinde hat die Düsenanschlußleitung? Bzw. wie wäre die Bezeichnung einer Anschlußleitung für ein Düsenprüfgerät??

Danke!
Volker
Socke
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Re: Halbdiesel startet schlecht

Beitragvon mechatroniker » 08.06.2011, 14:47

Hallo Socke ,

150 bar hatte ich auch mal auf dem Prüfstand eingestellt und die Düse vernebelt viel besser als bei den Vorgeschriebenen 120 , aber du veränderst damit den Zündzeitpunkt und die Charakteristik , das mußt du bedenken .
Je höher der Druck , desto später wird der Diesel eingespritzt , darum kann es auch sein , das der Pendelanlasser es erst garnicht schafft , die Kurbelwelle bis zum einspritzpunkt zu bringen , also nur beim anlassen !!
Hab auch schon versuche gestartet zum optimieren und es ist echt interessant wie sich die Eigenschaften verändern .
Hab ne Orginal Bosch und eine Holländer Düse und muß sagen das die alte Bosch bei ca. 90 Bar fast am besten gearbeitet hat , der Lanz lief bei 2-3 mal Pendeln an , 45 sekunden vorglühen bei meiner Glühkerze z.B. bis sie vollständig glüht und der Motor hat sehr spritzig hochgedreht wie man es bei 2 Taktern gern hat .
Hat allerdings gern aus dem "Kamin" gespritzt .
Deshalb hab ich auch den Versuch unternommen den Druck der Düse auf 120bar wie vorgeschrieben höher zusetzten und damit die Motortemperatur zuerhöhen
um wiederum eine säuberer Verbrennung zu erreichen was in der Praxis auch sehr gut funktioniert .
Allerdings hab ich jetzt beim anlassen das ähnliche Problem das der Motor nicht mehr so locker anspringt .
Jetzt werde ich die Düse , sobald ich wieder Zeit habe , auf den Prüfstand nehmen und halt solange probiern bis ich für mich persönlich einen guten Kompromiss gefunden habe .
Da es sich um alte Maschinen handelt muß man halt kompromissbereit sein ,da es keine High-tech Maschinen sind..............natürlich mag ich es auch gern
perfekt und deshalb gibt es am Lanz auch immer was zuschrauben !!
Vielleicht konnte ich Dir und auch anderen weiterhelfen.

Gruß Steffen Frank
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Re: Halbdiesel startet schlecht

Beitragvon Socke » 08.06.2011, 16:44

Aha, der Thread lebt ja doch noch.
wir haben die Ursache (hoffentlich) gefunden, aber leider noch nicht vollumfänglich gelöst.
Es ist, wie ich schon seit Jahren vermutete, die Einspritzung und, so meine ich, insbesondere der Düseneinsatz.
Der vernebelt einfach nicht fein genug. Mittlerweile hilft folgender Trick: Neuer Düseneinsatz und einfach maximal Halbgas geben. Offenbar ist die Kraftstoffmenge bei Vollgas aufgrund der zu großen Tropfen zu groß und die Kerze erkaltet bzw. der Zündfunke erlischt...
Bei den derzeitigen Temperaturen ist das Starten natürlich keine Kunst (ging vorher auch nicht), im Winter wird es wohl auch schon schlechter, aber wir arbeiten dran.
Ich denke aber, das größte Problem sind die "China-Einsätze", die sind wohl etwas gröber mit Ihren Rauhtiefen, was weiß ich. Vielleicht läuft sich das auch noch ein.
Alles andere, wie Spalötmaß etc. hat mit dem Startvorgang meiner Meinung nach nur ganz zuletzt zu tun. Bei dem bischen gependel erreicht der Motor sowieso keine hohe Temperatur...
´Vielen Dank für alle Eure Bemühungen.
Socke
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Re: Halbdiesel startet schlecht

Beitragvon Chicken » 08.06.2011, 21:14

Hallo!

Ich habe bei meinem 60er neues Pumpenelement und Düseneinsatz vom Delegro eingebaut, vermute auch die chinesischen.
Springt sehr gut damit an. Springt auch im kalten zustand von selbst an, wenn man den Motor gegen Kompression dreht, ca. 10 mal einspritzt und dann die zündung einschaltet dann läuft er ohne Anlasser.
Düse ist auf 125 Bar eingestellt.
Glaube jetzt nicht, dass die nachbaudüsen allzu schlecht sind.
Lieber Gruß,
Dr. Alex Lange

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Informationen rund um den Pampa und Miniatur-Stationärmotoren: http://www.pampa-traktor.de
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Re: Halbdiesel startet schlecht

Beitragvon Rohoelzuender » 12.06.2011, 06:42

Hallo,

Selbst diese Teile kommen schon aus China. Respekt! :D

Gruß Gordon
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Re: Halbdiesel startet schlecht

Beitragvon Lutz » 22.04.2015, 14:09

Hallo,
ich habe gerade meinen 2806 zusammen und nahezu die selben Probleme wie hier schon mehrfach beschrieben.
Der erste Probelauf war nur durch Anschleppen möglich. :oops:
Den Anlasser habe ich noch nicht fertig. Mit der Hand den Schlepper zu starten war unmöglich.
Gezündet hat er ab und zu mal, aber an eine volle Umdrehung war nicht zu denken.
Der Motor selbst läuft hervorragend. Hat auch reichlich Leistung.
Düse ist auf 130 bar eingestellt, Zündung erfogt durch Dreyer Glühkerze.

Chicken hat geschrieben:Hallo!

Ich habe bei meinem 60er neues Pumpenelement und Düseneinsatz vom Delegro eingebaut, vermute auch die chinesischen.
Springt sehr gut damit an. Springt auch im kalten zustand von selbst an, wenn man den Motor gegen Kompression dreht, ca. 10 mal einspritzt und dann die zündung einschaltet dann läuft er ohne Anlasser.
Düse ist auf 125 Bar eingestellt.
Glaube jetzt nicht, dass die nachbaudüsen allzu schlecht sind.


Kann es sein, dass die großen Halbdiesel auf Grund der größeren Schwungmasse allgemein besser anspringen als die kleineren 2806?

Gruß Lutz
Schwatt rut!!!
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Re: Halbdiesel startet schlecht

Beitragvon Rohoelzuender » 24.04.2015, 08:03

Hallo,

Bau die "Dreyer" Glühkerze aus und die Summer-Zündkerzen-Startanlage ein, so wie das für diese Motoren vorgesehen ist. Dann startet der Motor auch ohne anschleppen und sogar mit Handstart. :D

Viel Erfolg!

Gruß Gordon
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