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Kleine Scheibenkupplung 10 l

Alles über den Lanz Bulldog - Glühköpfe. In diesem Forum sind auch Beiträge zu Halb- und Volldieseln bis Ende 2009 enthalten.

Re: Kleine Scheibenkupplung 10 l

Beitragvon engineer » 14.12.2017, 22:48

Der große Spalt nach einiger Betriebszeit von Filzstreifen kommt meiner Meinung nach von der Drehbewegung der Welle.
Durch die Reibung wird der Filz nach einer Richtung hin quasi zusammengeschoben.
Streifen sind für drehende Teile somit nicht geeignet,höchstens für die Anlaufscheiben.

Gruß Thomas
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Re: Kleine Scheibenkupplung 10 l

Beitragvon gft » 14.12.2017, 23:13

Warum wird der an der anderen Seite des Stoß dann nicht auseinander gezogen,......???? :wink:

Allerdings stimme ich zu 100 % zu, Streifen sind an der Stelle einfach nur Murks, wenn dann schon ein geschlossener Ring,...... :!:
gft
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Re: Kleine Scheibenkupplung 10 l

Beitragvon Gerald » 15.12.2017, 10:21

Moin, moin,
eine interessante Diskussion, welche sich hier durch meine Fragestellung entwickelt hat. Ich selbst bin ja nun gerade am Schrauben.
In diesem Punkt habe ich mich jedoch nicht für Wedi's sondern für Filzringe entschieden.
Aus folgender Überlegung heraus: Ein wichtiges Bauteil beim Bulldog ist und bleibt die Kurbelwelle und Wedi's "können" durch Einlaufen auf der Welle diese einfacher beschädigen. Filzringe kaum. Egal wir hart die Welle ist. Obendrein hat ja die Welle übergroße Axialspiele gegenüber normalen Otto- oder Dieselmotoren gesehen. D. h. der Wedi-Gummi wird auf das Äußerste auch gewalkt. Das Ganze auch noch bei höheren Temperaturen gegenüber normalen Otto-Motoren. Keine Wasserpumpe, keine Druckölschmierung. Geschweige denn Ölkühler usw.
Mal als kleines Beispiel - selbst "dünnes" Wasser kann über die Zeit den härtesten Stein schleifen.
Was ich hier viel las sind 1000 Stunden, 5000 Stunden usw. Ich weiß ja nicht, wann ihr schlaft, aber aus meiner Sicht der Dinge hat das Jahr 365 Tage und davon steht mein Bulldog vielleicht so 320 Tage und mehr einfach nur so rum. Wenn ich mir mal so die Stunden zusammenzähle, die ich im Jahr fahre, dann kann man getrost mal nach 10 Jahren oder auch eher mal die Welle fix rausnehmen und die Filzringe wechseln. Natürlich gibt es auch hier Bulldogfahrer, die fahren fix mal an die Nordsee über die Alpen und zurück. Also sollte das auch - ob Wedi oder Filz - am Fahrbedarf fest gemacht werden. Und ein bisschen tropfen darf jeder Bulldog. Wie sagt immer Hans-A.: "Ein Bulldog ist wie ein alter Mann, der drebbelt immer ein bissl."
Wer wirklich extrem am Öl-Geld sparen muss - SAE 30 (Adinol) gibt es saugünstig im Werksverkauf in Leuna.
Soweit nur meine Meinung, aber natürlich sind Wedi's auch in Ordnung.
Gruß Gerald
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Filz

Beitragvon RT-andreas » 15.12.2017, 10:56

Hallo,
habt ihr euch mal son Filz genauer angesehen? da gibt es erstens große Qualitätsunterschiede und zweitens bei praktisch jedem Streifen / Ring eine Vorzugsrichtung. Im Prinzip ist das so wie bei Spanplatten, Außenseiten der Platten schön glatt, verdichtet und "verfilzt", innen drin aber eher lose gestrickt. Mal mehr mal weniger arg ausgeprägt, je nach Qualität.
Wenn man darauf achtet und den Filz auch vor der Montage in Öl einlegt sind die fast so haltbar wie heutige Wedis. Allerdings mag Filz keine Unwucht, da kaum Rückstellkraft im Gegensatz zum federgespannten Wedi.
Ich mag lieber Filzstreifen, da kann ich die richtige Seite zur Lauffläche setzen. Ein Ring wird aus ner Platte gestanzt und dann läuft prinzipbedingt immer "das Innere" der Filzplatte auf der Welle. Das kann wie oben geschrieben auch mal schnell recht unverdichtet ausfallen => 1000 km und weg der andere hat besseren Filz da hält es länger und der dritte setzt den ersten Filz als Streifen richtig rum ein und es hält auch. Filz als Gleitdichtung ist wie Hanf beim Wasserrohr, alte Technik die etwas Hintergrund verlangt sonst klappt das nicht immer optimal.
Übrigens spricht nichts dagegen den Filz mit Graphit oder MoS2 etwas zu imprägnieren, ähnlich wie bei der Stopfbuchspackung an der Pumpe. Senkt die Reibung und vermindert das "mitreißen" der Fasern beim ersten Lauf.
Was heute kaum gefordert ist, wo aber Filz absolut punktet ist die Einbettfähigkeit von Partikeln. Staub kommt überall hin, ein Wedi reibt damit schnell Kerben, ein Filz schluckt das einfach weg, auch deswegen wurde das lange beibehalten bei Landmaschinen.
Die Ölsorte ist Filz egal, stattdessen sollte möglicherweise man mal versuchsweise mit Haarfestiger rangehen? :D
Übrigens fahren/fuhren meiner Kenntnis nach sogar die Dieselpickups der US-Army mit Filzringen an der Kurbelwelle problemlos - bis auf Deutschland. Da gab es dann Probleme wenn die auf der Autobahn schneller fuhren, die Kurbelwelle dann bei den Drehzahlen minimal exzentrisch eierte und so den Filz zusammenquetschte => Motor tropft nach so ner Fahrt. Neue Dichtung und gut, so hat mir das einer aus der Werkstatt dort erklärt. Es ist also lange nicht immer der Filz sondern auch die Umgebung (Welle echt glatt, überschliffen, Lager und Sitze OK, Drehzahlband richtig oder zu weit runter/raufgedreht und dadurch "eiert" der Wellenstumpf....)

Gruß andi
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Re: Kleine Scheibenkupplung 10 l

Beitragvon Mibl Lanz D7531 » 15.12.2017, 23:47

Hallo Gerald,

Nicht 1000, oder 5000Stunden sondern Kilometer! km heißt Kilometer, :wink: Das ist klar soviel Stunden schafft heute keiner mehr.

Gruß Mario
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Re: Kleine Scheibenkupplung 10 l

Beitragvon Rohoelzuender » 16.12.2017, 10:02

Hallo,

Dieter, stimmt. Da war ich im falschen Film. Genau die Verbrennungsrückstände wie beim Viertakter im Öl meinte ich... . Ich kenne die Probleme der Filzring Undichtigkeit von den Hanomag D14 und den frühen Güldner L79 Motoren. Güldner hat dann ja 1963 oder 1964 umgestellt auf Wellendichtring. Bei Hanomag nannte sich das ganze Burgmann Dichtung, war aber ähnlich schwierig zu montieren und dicht zu bekommen. Da die Hanomag D14 Motoren einen Spaltölfilter haben, ist legiertes Motoröl sogar eher nachteilig, nicht nur was die Burgmann Dichtung betrifft. Der Spaltölfilter kann die winzigen Verbrennungsrückstände und vermutlich auch den feinsten Metallabrieb nicht festhalten, wenn legiertes Öl gefahren wird.

Gruß Gordon
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Re: Kleine Scheibenkupplung 10 l

Beitragvon GTfan » 16.12.2017, 20:49

Rohoelzuender hat geschrieben: Da die Hanomag D14 Motoren einen Spaltölfilter haben, ist legiertes Motoröl sogar eher nachteilig, nicht nur was die Burgmann Dichtung betrifft. Der Spaltölfilter kann die winzigen Verbrennungsrückstände und vermutlich auch den feinsten Metallabrieb nicht festhalten, wenn legiertes Öl gefahren wird.

Deshalb haben auch keine Hanomag D14-Motoren und erst recht kein einziger Lanz Halb- und Volldiesel bis heute überlebt.

Die wurden alle bereits mit HD-Ölen ab Werk ausgestattet, ein Blick in die originalen Lanz BTAs ab 1950 verrät das. Und im Kundendienst sowie den Landmaschinen-Werkstätten wurde flächendeckend in der ersten Hälfte der 1950er Jahre auf HD-Öle umgestellt, seither haben die alten Schlepper bei jedem Ölwechsel weiterhin das übliche HD-Öl zu schlucken gekriegt. Bis ein paar Oldtimerfreunde angefangen haben sich Gedanken zu machen, die ihnen nicht zustehen...
Wenn das HD-Öl (also legiertes Öl) so schädlich wäre in den Motoren, wo sie doch ihr gesamtes Leben damit gelaufen sind, müsste das wohl fatal aussehen.
Der heute in den Motoren auffindbare Dreck hat dementsprechend auch nichts mit möglicherweise anderen verwendeten Ölen zu tun, sondern kommt im Laufe der Zeit ganz automatisch. Die ach so bösen legierten Öle werden bei normalen Ölwechselintervallen nicht mehr Dreck lösen, als sich bei den Ölwechseln der letzten 50 Jahre bei frischem Öl jeweils gelöst hat.

Das soll natürlich nicht heißen, dass man bei verdrecktem Motor und einem unbekannten Ölalter nicht doch den Motor gründlich reinigen sollte. Aber diese Öl-Philosophiererei hat nunmal echte Argumentationslücken.

Aber zurück zum Thema der Glühkopf-Kupplungen und ihrer Abdichtung!

MfG
Fabian
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Re: Kleine Scheibenkupplung 10 l

Beitragvon Rohoelzuender » 23.12.2017, 13:20

Hallo,

Was nun? Thema beendet?

Gruß Gordon
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Re: Kleine Scheibenkupplung 10 l

Beitragvon Gerald » 23.12.2017, 21:46

Moin, moin!
Ich denke nicht und alles braucht eben seine Zeit. Im Moment kämpfe ich damit, das Zahnrad runterzubekommen. Und wenn mich morgen der Weihnachtsmann nicht so lange belästigt, muss ich mal schauen, ob ich irgendwie einen halbwegs passenden Abzieher zusammengeschweißt bekomme. Oder hat einer eine Idee? Eine kleine Handzeichnung würde reichen. Mit viel warm machen, da habe ich Bauchschmerzen.
http://www.directupload.net/file/d/4945/796hxlmp_jpg.htm
Allen anderen wünsche ich natürlich morgen einen sehr fleißigen Weihnachtsmann.
Gruß Gerald
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Re: Kleine Scheibenkupplung 10 l

Beitragvon D8506_49 » 26.12.2017, 21:11

Hallo,

ich hab eine neue Kralle für meinen Abzieher gebaut, die zwischen Zahnrad und Gehäuse passt. Damit hat das Abziehen des Zahnrads den Schrecken verloren. Für die Buchse hab ich mir eine ca. 15mm dicke Scheibe mit Bund gedreht, die sauber in die Bohrung passt. Eine Zentrierung in der Scheibe sichert das Verrutschen der Abzieher-Spindel.
Für die Kralle unbedingt einen hochwertigen Werkzeugstahl verwenden, normaler Baustahl hält die Kräfte nicht aus!

Gruß,
Simon
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Re: Kleine Scheibenkupplung 10 l

Beitragvon Gerald » 31.12.2017, 12:39

Moin, moin,
Danke erst mal an Thomas Tisch für die kurze und präzise Antwort. Danke auch an Dieter hier aus dem Forum, welcher mich noch mit einem passenden Bild versorgt hat.
Mit Freuden habe ich die Aussage von Marcel Flüten hier gelesen. Ich werde mich natürlich nach Einhaltung des Weihnachtsfriedens und der Ausnüchterungszeit nach Silvester im neuen Jahr sofort telefonisch bei Dir melden (ETL)!
Der Abzieher ist gebaut, das Zahnrad ist runter und siehe da - man lernt nie aus -, es war auch bei mir tatsächlich ein Filzring drin. Wenn man dieses Lumpending noch als Filzring bezeichnen kann. Also alles fertig und im neuen Jahr fliegt die Kupplung wieder zusammen.
Allen anderen hier noch einen guten Rutsch und ein gesundes neues Jahr.
http://www.directupload.net/file/d/4953/dnjo8deg_jpg.htm
Gerald
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Re: Kleine Scheibenkupplung 10 l

Beitragvon Rohoelzuender » 31.12.2017, 13:48

Hallo,

Was auch super wäre, einige Bilder während und von der Arbeit. :wink:

Guten Rutsch und auch im nächsten Jahr immer eine handbreit Sprit im Tank :D wünscht

Gordon
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Re: Kleine Scheibenkupplung 10 l

Beitragvon Gerald » 31.12.2017, 13:59

Moin, moin,
@ Gordon
Hmmm, das Bild sagt eigentlich alles aus. Wenn das Zahnrad runter ist fällt ja fast alles von alleine auseinander. Beim Zusammenbau ist natürlich gleich auf die Schrauben zu achten.
Noch ein Satz zur Arbeit: An dem Abzieher für das Zahnrad haben wir unter zweit und jeder mit einem 1,50 m langem Hebel gedrückt. Die Angst war dabei - darum fragte ich hier in einem vorigen Thread -, dass wir dieses Gußformstück zerreißen. Aber es hat geklappt.
Mal noch ein Bild und von allem kann man eben beim Arbeiten auch nie Bilder machen. Schließlich braucht ja der Bulldog Öl und nicht die Kamera. Wie die Pfötchen aussehen, weiß jeder Schrauber selber.
http://www.directupload.net/file/d/4953/5q8utn4j_jpg.htm
Gruß Gerald
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Re: Kleine Scheibenkupplung 10 l

Beitragvon Hansdampf » 31.12.2017, 15:24

Hallo,

weis hier einer ob beim Ursus C451 die gleiche Abdichtung hat wie der Lanz? Ich habe hinter der Kupplung auch das Problem mit der Undichtigkeit. Da kommt immer mehr Getriebeöl raus. Sieht mir nach viel Aufwand aus die Dichtung neu zu machen.

Einen guten Rutsch an alle
Hans
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Re: Kleine Scheibenkupplung 10 l

Beitragvon Lanzi67 » 31.12.2017, 16:11

Hallo
Meines Wissens ja, ist der selbe Aufbau
Guten rutsch und weiterhin viel Erfolg
Gruß lanzi67
(Jörg)
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