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Kolben D9506

Alles über den Lanz Bulldog - Glühköpfe. In diesem Forum sind auch Beiträge zu Halb- und Volldieseln bis Ende 2009 enthalten.

Kolben D9506

Beitragvon oldtimerfreud » 01.09.2016, 07:04

Hallo,

ich hätte mal gerne ein paar Erfahrungen von euch gehört in Bezug auf Nachbaukolben in Übergrösse.

- Wie ist die Laufeigenschaft
- Die Standfestigkeit bei hoher Belastung
- Wer von den Teilehändlern hat da eine gute Qualität
- Wo läst man am besten den Zylinder Schleifen

Würde mich auf zahlreiche Antworten freuen :beifall: :fahrer:

LG
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Re: Kolben D9506

Beitragvon Dieter.J. » 03.09.2016, 17:00

Moin!

Ich hab keine Erfahrung damit: in meinem is noch der Kolben von Lanz drinne. Egal wenn der was Spiel hat. Läuft bei mir mehr wie 20 Jahre. Ich glaub das is besser wie son neuer.

Grüße
DidiJ
Dieter.J.
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Re: Kolben D9506

Beitragvon Frank K. » 04.09.2016, 15:37

Guten Tag.

Ich kann zwar nicht ganz direkt auf die Frage eines Nachbau-Kolbens für einen D9506 mit Langzeiterfahrung antwort geben. Jedoch läuft seit kurzem in meinem D8506 ein Nachgusskolben von Egelmeers. Dazu kann ich diverse Fakten nennen, die vielleicht wichtig sein könnten.
Gekauft habe ich den Kolben im April 2016 an der Messe in Sinsheim. Beim Kolben waren dabei: 4 Kolbenringe, 4 M8-Schrauben, 1Oelrohr, 1Kolbenbolzen, 2 Seegerringe.
Gemäss dem Verkäufer sollte ich dem Kolben die Nase etwas abschleifen, die M8 Schrauben fest einschrauben und dann abflexen. Laufspiel 0.2mm... Klang nach "so gut wie Einbaufertig".

Möglichst kurz gefasst die ausgeführten Nach-Arbeiten (geschätzte 40 Std. oder mehr...):
-Das Hilfszentrum an der Kolbenspitze zentrisch nachgebohrt.
-Kolben vom hintersten Kolbenring nach vorne mehr abgesetzt und konisch gedreht. (Wegen der Wärmeausdehnung).
-Innen am Kolben Material (Gewicht) weggeschliffen und gebohrt. Der Nennmass 227mm Kolben ist weniger als 1.3kg schwerer als der Originale.
-Die Bohrungen für den Kolbenbolzen mit Honahle nachgearbeitet, damit der Kolbenbolzen überhaupt mit vernünftiger Kraft hineingeht.
-"Auslass-Schräge" und Kolbenspitze gemäss Original Kolben nachgefräst.
-Beim "Einlass-Radius" stellenweise 4mm mit Winkelschleifer weggeschliffen und etwas poliert.
-Kolben am Schluss sauber entgratet und verputzt.
-Aus den M8 Schrauben originalgetreue Verdrehsicherungen gedreht und gefräst.
-Neues Oelrohr nachgefertig, weil das gekaufte nicht in die Schmiervase hinein reichte...
-Kontermutter M14x1.5 für Oelrohr selber hergestellt...
-Bei den Kolbenringen an der Aussparung für die Verdrehsichenrung ca. 0.5mm weggeschliffen, weil der Kolbenring sonst nicht in die Nute gegangen wäre.
-Den Kolbenbolzen etwas probiert zu polieren, weil noch die "oszillierspuren" vom Rundschleifen vorhanden waren... Ist halt alles Pfusch, der Schleifer hatte nicht die Geduld die Rundschleifmaschine "Ausfunken" zu lassen (mehrmaliges hin und herpendeln bei erreichen des Fertigmasses).

Weiter fluchtet die Gewindebohrung vom Oelrohr nicht mit der grösseren Bohrung (Stufenbohrung) wo der Kopf des Oelrohrs versenkt wird.
Die originalen Kolben waren angeblich aus Perlitguss. Zumindest ein ziemlich zäher Guss, welcher sich schlecht befeilen Lässt. Die nachgebauten sind wohl aus Grauguss.
Der Hauptvorteil ist die gute Bearbeitbarkeit. Diese ist auch nötig...
Das Kolbenhemd habe ich nicht überarbeitet. Wäre bei der rauhen Oberfläche aber nötig gewesen. Jedoch musste der Zylinder etwas grösser ausgedreht werden, als vorgesehen.
Das Kolbenhemd ist ca 0.03mm Zylindrisch! Kann man so lassen, ist ja im Vergleich zum Rest ganz gut.
Der vorderste Kolbenring ist 2mm! weiter hinten als der originale (???).

Der Zylinder hat eine Zylindrizität von ca. 0.02mm. (Ausgespindelt bei der Firma ZSW Steffisburg, Gehont bei der Firma Straub Hydraulik Belp. Beides in der Schweiz, RaumThun Bern).
Laufspiel zwischen 0.1-0.15mm.

Die Einlaufphase begann ab dem 20.08.2016. Daher noch keine Langzeiterfahrungen.
Jedoch habe ich kürzlich schon die ein oder andere Steigung bewältigt. Der Oeler fördert momentan noch etwas viel...
Und den Motor habe ich mit einem "Adapter-Flansch" mit Zapfwellenstummel an einer Zapfwellenbremse geprüft (Gestern Abend 04.09.2016). Vom Motor direkt auf die Bremse.
Ich wage zu behaupten, dass die originale Zapfwelle beschädigt worden wäre...
Zu den Messwerten ist zu sagen, dass wegen dem Tieftourigen Lauf anscheinend die Werte nicht so gut erfasst werden können.
Vor der Revision: knapp 30Ps bei ca 520 U/min ergibt 400Nm
Nach Revision: Immer noch 30PS, jedoch bei ca 380 U/min hat er diese noch gut gehalten. Ergäbe rund 550Nm.
Warum und wieso weiss ich (noch) nicht. Sollte eigentlich bei 540U/min 35PS leisten...

Fazit: Falls ich wieder einmal einen Kolben benötige, werde ich den anderswo kaufen.
Originalteile sind nach Möglichkeiten IMMER vorzuziehen.
Habe grundsätzlich mit dem Nachpfusch-Plunder, der von verschiedenen Händlern angeboten wird schlechte Erfahrung gemacht. (1/3 Ausschuss, 1/3Nacharbeit, 1/3 Brauchbar).

Mit freundlichen Grüssen, Frank.
Frank K.
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Re: Kolben D9506

Beitragvon I.A.M.E - PAMPA » 04.09.2016, 21:29

Hallo ,
Ich kann mich dem was Frank geschrieben hat nur anschließen und ihm in jedem Punkt voll zustimmen !!!
Zusätzlich hatte ich noch das Problem das die Materialstärke im Bereich der Kobo Bohrung in der untersten Ringnut so dünn war das man dort mit einem Schraubendreher durchstechen konnte.
I.A.M.E - PAMPA
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Re: Kolben D9506

Beitragvon reima » 05.09.2016, 07:08

Hallo

Ich fahre notgedrungen auch einen Nachbaukolben und das schon seit einigen Jahren. Ich habe den von von Opperman gekauft. War zwar auch nicht voll und ganz zufrieden mit Service und Qualität aber muss sagen dass der Kolben seit einigen Jahren problemlos läuft. Der Kolben entsprach von der Bearbeitung her weitestgehenst dem original, ist allerdings etwas schwerer da vermutlich nur eine Rohlinggröße produziert wird. Zudem ist - zumindest meiner - Sandguss, original vermutlich Kokillenguss was einen dichteren Guss ergibt und vorallem keine Sandrückstände hinterlässt was in einem Motor auch nicht gerade förderlich ist. Bei einem Nachguss also gut das Innere kontrolieren.

Im übrigen vertrete ich die Meinung dass eine gute Laufgarnitur einen deutlich besseren Glükopf gibt auch wenn die Dinger mit extrem viel Laufspiel auch noch fahren. Hatte den Vergleich, mit frischem Zylinder hat der viel mehr Biss und einen trockenen Auspuff bei normal hoher Ölmenge

Gruß Mario
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Re: Kolben D9506

Beitragvon Socke » 05.09.2016, 08:09

Ich habe auch so meine leidvolle Erfahrung mit einem Nachbaukolben eines speziellen holländischen Händlers gemacht. Nach Möglichkeit nie, nie wieder.
Ich habe ihn zwar jetzt zum laufen, aber mit was für einem Aufwand...

Die Frage, die ich mir stelle: Wie viele Glühköpfe gibt es noch? Und wie viele benötigen neue Kolben? Lohnt es da eigentlich für "jeden" Händler, eine eigene Fertigung anzustoßen?
Oder kommt der ganze Kram aus ein bis drei Schmieden? Und was rechtfertigt dann die Preisunterschiede? Ok, wenn ich die Probleme hätte vermeiden können, hätte ich gerne auch das doppelte bezahlt, aber woran hätte man das erkennen sollen?

Volker
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Re: Kolben D9506

Beitragvon mogmuli » 05.09.2016, 09:57

Ich habe meinen Kolben vor 5 Jahren bei Herrn Bestmann bestellt und ohne groß zu prüfen eingebaut. Ohne irgendwelche Probleme bis zum heutigen Tage!
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Re: Kolben D9506

Beitragvon Michel » 05.09.2016, 11:40

Ich hätte da eine Alternative, Büchse rein und den alten Kolben wieder verwenden, der muss natürlich auch angepasst werden aber natürlich ganz anders als einen neuen. Ich habe das so gemacht und muss bis jetzt sagen, dass ich absolut zufrieden bin. Der große Vorteil, man kann seinen original Kolben wieder verwenden und spart dabei auch noch kosten.
Ansonsten wenn jemand einen neuen Kolben möchte, Herr Füten vom Lanz Kundendienst kann welche besorgen, aber man muss mit langen Lieferzeiten rechnen. Der Vorteil bei Herrn Füten, der Kolben ist einbaufertig und der Mann hat wirklich richtig Ahnung, nicht der normale Teilehändler, der das schnelle Geld machen möchte.
Neulich hat mir ein Vereinskollege erzählt, dass man ihm einen gehärteten und geschliffenen Vorderachsbolzen verkauft hat, der nicht einmal maßhaltig war. Der Bolzen musste noch abgedreht werden, da er 2mm im Durchmesser zu groß war. Auf solche Händler kann ich verzichten, musste auch das ein oder andere Lehrgeld zahlen bis ich den richtigen Händler/Werkstatt gefunden habe.
Wer fragt wird gescheit,
wer nicht fragt ewig Dumm bleibt!

Mit Öligen Grüßen Michel
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