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Benzinstart - Dampfblasenbildung

Alles über den Lanz Bulldog - Glühköpfe. In diesem Forum sind auch Beiträge zu Halb- und Volldieseln bis Ende 2009 enthalten.

Benzinstart - Dampfblasenbildung

Beitragvon treez » 15.08.2016, 08:16

Hallo Zusammen,

ich habe eine Frage an die Benzinstartspezialisten:

Mein 7506 Bj. 42 startet recht zuverlässig mit Benzin und Zündkerze. Leider habe ich nach normaler bis starker Belastung des Bulldogs das Problem, daß sich nach dem Umschalten auf Benzin (kurz vor dem Abstellen) in der heißen Einspritzpumpe Dampfblasen bilden und somit keine Förderung mehr stattfindet. Im halbwegs kalten Zustand funktioniert das Umschalten auf Benzin und das anschließende 1-2 minütige Weiterlaufen bis zum Abstellen hingegen problemlos.

Die Einspritzpumpe ist gegen den Zylinderblock mit einer hitzebeständigen Dichtung isoliert, als Startgemisch benutze ich Diesel/Benzin ca. 1/1,5. Die Einspritzpumpe ist eine normale Standardpumpe ohne zusätzlichen Benzinanschluß. Alle Leitungen sind dicht, Ventile neuwertig.

Vielleicht hatte jemand mal ein ähnliches Problem. Ich würde mich über entsprechende Rückmeldungen freuen.

Grüße,

Dirk
treez
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Re: Benzinstart - Dampfblasenbildung

Beitragvon Frank K. » 21.08.2016, 20:44

Guten Tag.

Bei meinem D8506 habe ich auch ein Beimengeventil. Im Benzintank hatte ich eine 1:1 Benzin Diesel-Mischung.
Wenn ich bei heissem Motor den Benzinhahn wieder öffne und den Brennstoffhahn zudrehe, so ist es üblich, dass ich den Brennstoff-Handhebel immer weiter nach vorne stellen muss, weil der Motor immer schlechter läuft.
Erfahrungsgemäss mache ich es so, dass wenn ich an die 2.Markierung komme, die Zündkerze einschalte (Freibrennen von Kerzen-Elektroden). Sobald ich ca 2 Kerben über der 2.Markierung bin, stelle ich den Motor ab. D.h. Hebel nach hinten. (Der Motor würde sowieso nicht mehr lange gescheit laufen und wohl ausgehen...).
Dann drehe ich das Benzin-Handrad zu und bei längerem Stillstand auch den Benzintank-Absperrhahn(der Brennstoffhahn ist ja schon zu). Danach schalte ich die Zündung aus und drehe die Kurbelwelle so, dass der Keil nach oben schaut.
Beim erneuten Start der noch einigermassen heissen Maschine würde ich beide Handräder öffnen. Gleich nach dem Anspringen den Benzinzufluss zudrehen.
Bei lauwarmer Maschine den Benzinhahn auf, vorpumpen, rasch den Brennstoffhahn etwas öffnen und anwerfen. Danach Brennstoffhandrad richtig öffnen, Benzinhahn sofort zu.
Bei kalter Maschine zum Starten nur den Benzinzufluss (1:1 oder ähnlich) öffnen. Nach dem Anspringen den Brennstoffhahn auch öffnen und eine Zeitlang (3-5min) so laufen lassen. Dann den Benzinzulauf zudrehen und nicht zu früh die Kerze ausschalten (Zündaussetzer beim Gasgeben und Fehlzündung).

Meine Angaben und Erfahrungen beziehen sich auf einen D8506, bei dem Zylinder/Kolben/Kolbenringe NICHT überholt/revidiert worden sind! Der Rest ist mechanisch gut.
Das heisst mittlerweile lasse ich den neuen Nachpfuschkolben von Egelmeers einlaufen. Habe viele Stunden Nacharbeit an Kolben und Ringen machen müssen! Nicht zu Empfehlen!

Man kann sagen dass bei heissem Motor ein geringerer Benzinanteil in der Startmischung ausreicht. Dies können vielleicht die Halbdiesel-Fahrer auch sagen, dort sollte es ähnlich sein.

Auf der Liste der verschiedenen Brennstoffe, welche an einem 45-Ps Glühkopfbulldog getestet wurden, ist zu erkennen, dass bei Benzin ein verkleinerter Brennraum nötig ist.
Ich gehe deshalb davon aus, dass diese Benzin-Dieselmischung für die normale Motor-Ausführung zum Dauerbetrieb ungeeignet ist...

Ob es in der Eispritzpumpe zu Blasenbildung kommt, weiss ich nicht...
Ich hoffe etwas geholfen zu haben, bei Unklarheiten einfach nachfragen.

Kleine nebensächliche Frage zurück: Was für eine D-Nummer ist beim Benzin-Beimengeventil eingegossen?

Gruss Frank
Frank K.
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Re: Benzinstart - Dampfblasenbildung

Beitragvon treez » 23.08.2016, 07:51

Hallo Frank,

vielen Dank für deinen ausführlichen Beitrag! Mittlerweile funktioniert der Benzinstart (inkl. Abstellen) tadellos, folgende zwei Punkte habe ich geändert:

1. Volle Kühlleistung! Bis dato hatte ich noch ein Abdeckblech auf der unteren Kühlerhälfte. Dieses ist nun entfernt und dadurch reduziert sich die Temperatur an Zylinder und Einspritzpumpe um einige entscheidende Grade.

2. Die Verwendung von hochoktanigem Benzin (Aral Ultimate 102 o. ä.). Das Benzin aus der Bauzeit unserer Bulldogs hatte einen Siedepunkt von etwa 80 °C, heute sind es bei Standardbenzin (95 Oktan) bedingt durch andere Zusammensetzungen etwa 60 °C. Das vorgenannte Benzin wird in Oldtimerkreisen empfohlen, wenn es bei Pkw Probleme mit Dampfblasenbildung gibt. Die andere Zusammensetzung soll eine frühzeitige Verdampfung wie bei Normalbenzin verhindern.

Wie gesagt läuft mein Bulldog nun einwandfrei und zuverlässig. Auch das Abstellen im heißen Zustand nach starker Belastung funktioniert ohne Probleme. Für das Nachlaufen zum freibrennen der Kerze ist es nicht nötig, das Standgas etwas höher zu stellen - er läuft etwa eine Minute sauber durch, danach wird etwas holprig - ähnlich wie beim Halbdiesel.

Auch bei mir sind Kolben/Zylinder unrestauriert, jedoch habe ich neue Kolbenringe eingesetzt.

Ein Beimengventil für´s Benzin habe ich nicht, sondern einen selbstgebauten Umschalter von rein Diesel zu Benzin-Diesel-Gemisch (vom Prinzip wie die Umsteller der Nachkriegsbulldogs).


Grüße,

Dirk
treez
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