Titel

 

 

Bremsen neu belegen bei Lanz Alldog A 1806

Alles über den Lanz Bulldog - Glühköpfe. In diesem Forum sind auch Beiträge zu Halb- und Volldieseln bis Ende 2009 enthalten.

Bremsen neu belegen bei Lanz Alldog A 1806

Beitragvon mbastian » 17.01.2009, 15:56

Hallo!

Wie ihr ja wisst, bin ich momentan an der Restauration meines Lanz Alldog A 1806. Da der Motor sowieso unten ist, komme ich jetzt besser ans Getriebe und die Bremsen. Die Handbremse geht an ein sogenanntes "Bremsband". Das kann man leicht lösen und durchziehen, um es zu erneuern. Nun weiß ich aber nicht wie ich an die Bremsbeläge der Fußbremse komme. Die sind ja in den Achsen verbaut. Gibt es da einen Trick oder müssen die Achsen ab, was ja viel Aufwand wäre? Hat jemand sowas schonmal gewechselt? Es Handelt sich um ein ZF Getriebe mit der Bezeichnung A 8/6. Das wurde glaube ich auch in vielen anderen Schleppern verbaut.

Gruß

Michael
Alldog A 1806, EZ: 11/59 Fahrgestellnummer 10975
Bulldog D 1666 EZ: 07/55 Fahrgestellnummer 320138
mbastian
Benutzer
 
Beiträge: 14
Registriert: 24.08.2008, 09:25
Wohnort: Gladenbach

Beitragvon Rohoelzuender » 17.01.2009, 20:14

Hallo Michael,

Die Achstrichter müssen vom Getriebe abgeschraubt werden, wenn Du die Bremsbeläge wechseln möchtest. Ich habe dazu die Hinterräder in Breitspur angeschraubt. So konnte ich die Achstrichter nach dem abschrauben am Getriebe einfach senkrecht in die Luft stellen. Erleichtert die Arbeit beim Bremstrommel ausbauen und Bremsen erneuern. Wenn Du schon mal dabei bist, bau gleich die Kotflügel und die Bodenplatten ab. Ist alles ein Abwasch.

Gruß Gordon
Rohoelzuender
Platin
 
Beiträge: 2750
Registriert: 08.12.2007, 12:26
Wohnort: 34289 Oberelsungen

Beitragvon mbastian » 17.01.2009, 21:52

Hallo Gordon!

Danke für die informative Antwort. Hast Du den Achsschenkel alleine abgebaut? Also einfach die Hinterräder umdrehen und am Getriebe hochbocken, abschrauben und auf die Felge stellen?

Gibt es da auch Simmerringe, die man erneuern sollte? Wo kauft man am desten die Bremsbeläge bzw. sind das gängige Standartbeläge?

Gruß

Michael
Alldog A 1806, EZ: 11/59 Fahrgestellnummer 10975
Bulldog D 1666 EZ: 07/55 Fahrgestellnummer 320138
mbastian
Benutzer
 
Beiträge: 14
Registriert: 24.08.2008, 09:25
Wohnort: Gladenbach

Beitragvon Rohoelzuender » 18.01.2009, 11:27

Hallo,

Zum ersten Teil:

Ja, genau so war das gemeint. Das Getriebe gut gegen verdrehen sichern, die Vorderräder mit Keilen gegen wegrollen sichern. Der Trick ist, das Getriebe nur soweit anheben, dass die Hinterräder gerade eben noch den Boden berühren. Nach dem Rausdrehen der Achstrichterschrauben am Getriebe rollt man das Hinterrad immer leicht hin und her. Duch die Hebelbewegung rutscht der Antriebsstummel von allein aus dem Differentialgetriebe (dauert ne Weile). Ab und zu mal gucken, wie weit die Welle schon raus ist. Sobald das Getriebe auf die belastete Seite kippt, da wo noch der andere Achstrichter dran ist, ist Vorsicht geboten. Jetzt kann man den Achstrichter durch vorsichtiges weiterdrehen an dem Hinterrad und gleichzeitigem "nach außen" ziehen soweit bekomen, dass man es nach oben schwenken und auf das Hinterrad stellen kann. Achtung: Schwer! Wenn man vorher Holzblöcke unterlegt, damit der Achtrichter nicht nach unten schnellt, ist sicherer. Ist alleine ein bißchen umständlich, geht aber ohne Kran und Dergleichen.

Zum zweiten Teil:

Wenn Du noch keine Ersatzteilliste für den Alldog hast solltest Du die Dir kaufen. Da steht alles drin mit Maßangaben für die Simmerringe. Die Simmerringe bekommst Du über jede Landmaschinenwerkstatt oder in die Fachzeitschriften schauen, da stehen viele Adressen drin die sowas ebenfalls verkaufen. Meine Bremsbeläge habe ich über einen bekannten Güldner Teilehändler gekauft.


Gruß Gordon
Rohoelzuender
Platin
 
Beiträge: 2750
Registriert: 08.12.2007, 12:26
Wohnort: 34289 Oberelsungen

Beitragvon mbastian » 18.01.2009, 12:51

Danke Gordon!

Ich werde mich nächste Woche dan mal rantrauen. Ja, ich hab eine Ersatzteilliste. Leider ist dort keine Instandsetzungsanleitung enthalten. Bisher hat aber alles auch ohne Inst.-Anleitung funktioniert. Dank Leuten wie Dir, die mal helfen wenns hakt.

Ich halte euch auf dem laufenden!

Gruß

Michael
Alldog A 1806, EZ: 11/59 Fahrgestellnummer 10975
Bulldog D 1666 EZ: 07/55 Fahrgestellnummer 320138
mbastian
Benutzer
 
Beiträge: 14
Registriert: 24.08.2008, 09:25
Wohnort: Gladenbach

Re: Bremsen neu belegen bei Lanz Alldog A 1806

Beitragvon dome303 » 11.05.2015, 21:35

Hallo ihr lieben,
Ich belebe den thread mal wieder zum Leben und hoffe das ihr mir weiterhelfen könnt. ..
Ich bin seit januar auch stolzer besitzer eines alldog 1806.. nachdem ich die Elektrik nun erneuert habe wollte ich die bremsen machen und habe bereits den rechten achstrichter demontiert.
Mein problem ist das ich die bremstrommel des zf a 8/6 nicht von der welle bekomme...
Habt ihr da vielleicht eine Idee?
Vielen dank im voraus :)
dome303
Benutzer
 
Beiträge: 2
Registriert: 17.04.2015, 08:41
Wohnort: Kirchhundem

Re: Bremsen neu belegen bei Lanz Alldog A 1806

Beitragvon Rohoelzuender » 12.05.2015, 19:21

Hallo,

Ja, das altbekannte ZF/ZP- Bremstrommelproblem. Da können Viele zusammen im Canon ein Lied singen.

Achstrichter so hinstellen, dass die Bremstrommel nach oben zeigt und dann Rostlöser auf den Sitz von Bremstrommel und Steckachse sprühen. Mit einem Hammer, ca. 500 Gramm und einem Stück Hartholz, dass auf die Trommel gelegt wird, rundherum klopfen. Wieder einsprühen und das mindestens einen Tag lang wirken lassen. Wenn die Trommel zwei Bohrungen hat einen Abzieher ansetzen und auf Spannung drehen. Dann mit einem Heißluftfön mit 600 Grad die Trommel schön rundherum "heiß" machen. Wieder ein bißchen mehr auf Spannung drehen, den Abzieher. Eventuell nochmal zwischendurch mit Rostlöser einsprühen.

Wenn keine Bohrungen für einen Abzieher in der Trommel sind die Trommel nach dem einwirken mit Rostlöser ebenfalls warm machen und dann auf den Boden ein Stück Hartholz legen auf das man die Steckachse "aufdozzen" kann. Das geht bei dem Gewicht des Achstrichters am besten mit zwei Mann, aber wenn Du gut gefrühstückt hast und Deine Bandscheiben nicht bei jedem Klacks "Lapalloma tanzen" auch Alleine. Achstricher von ca. 20 bis 30 cm Höhe einfach fallen lassen, so dass die Steckachse auf dem Hartholz (Eiche) landet. Durch das Eigengewicht der Trommel löst Sie sich irgendwann von der Steckachse.

Viel Erfolg!

Gruß Gordon
Rohoelzuender
Platin
 
Beiträge: 2750
Registriert: 08.12.2007, 12:26
Wohnort: 34289 Oberelsungen

Re: Bremsen neu belegen bei Lanz Alldog A 1806

Beitragvon dome303 » 12.05.2015, 22:15

Danke für die schnelle und detaillierte Antwort.. habe die Trommel nun mithilfe eines talentierten Freundes und gezielten schlägen auf die Steckachse gelöst bekommen...
Für die nachwelt...: achstrichter auf zwei holzbalken stellen sodass die welle unten frei ist und ein "weiches" kupferteil als schlagschutz auf die steckachse... zwischendurch heiß machen erleichtert es ungemein. ...

Nun eine weitere Anfängerfrage.. was würdet ihr alles neu machen. .? Bremsband und beläge versteht sich von selbst... dann die wedis von der steckachse, sowie des getriebes.
Empfiehlt es sich die Kugellager der Steckachse auch zu tauschen bzw. fehlt noch irgendwas anderes?

Lieben Dank im Vorraus,
Dominik
dome303
Benutzer
 
Beiträge: 2
Registriert: 17.04.2015, 08:41
Wohnort: Kirchhundem


Zurück zu Lanz-Bulldog, Glühköpfe

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 9 Gäste